Kaputte Straßen und leere Kassen

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Die Maximilianstraße hat oberste Priorität, hier haben die Asphaltierungsarbeiten bereits begonnen.

Berchtesgaden - Es gibt zu wenig Geld für die Sanierung aller Straßen. Der Gemeinderat von Bertesgaden hat daher entschieden, wo in Zukunft gebaut wird - und wo gespart.

400.000 Euro – und keinen Cent mehr. Berchtesgadens Budget in Sachen Straßensanierungen ist stark eingeschränkt. Der Gemeinderat schacherte in seiner jüngsten Sitzung um einzelne Posten, die in der Prioritätenliste noch Einzug finden sollten – oder aus der Liste flogen. Einstimmig wurden die 16 Positionen schließlich verabschiedet. Das größte Projekt für 2012 bleibt jedoch die Breitwiesenbrücke: Die Marktgemeinde möchte diese für rund 1,4 Millionen Euro verwirklichen – an anderer Stelle muss deshalb gespart werden.

Zur Debatte stand in der Sitzung ein barrierefreier Anschluss von Salinenplatz und Bahnhofsfußweg. Den Vorschlag, diesen Posten zurückstellen zu lassen, hatte die FWG unter Fraktionssprecher Michael Koller eingebracht. Denn ließe man das Projekt in der Prioritätenliste, würden die 400.000 Euro, die für das gesamte Jahr ausreichen müssen, überschritten werden. Also beschloss der Gemeinderat, die Barrierefreiheit zunächst über Bord zu werfen und mit in das nächste Haushaltsjahr zu nehmen.

Ähnlich erging es auch dem Lindeweg: „Der ist durchaus sanierungsbedürftig“, attestierte Bürgermeister Franz Rasp, „aber innerörtlich hat er keine Bedeutung“. Deshalb konnte es nur eine Schlussfolgerung geben: streichen! Oberste Priorität hat hingegen die Maximilianstraße, die durch den Markt geht und lange Zeit eine recht holprige Angelegenheit war, bis dann vor wenigen Tagen die Asphaltierungsarbeiten begannen. Auch in den Bahnhofsfußweg, ausgehend von der kleinen Kneipe in Richtung Haus Passens, muss die Marktgemeinde Geld stecken: „Bei Regen wäscht es ständig den Weg aus“, sagte Bürgermeister Rasp. Die Lösung: Eine Asphaltstraße, die den Sandweg ersetzt.

Viele Baustellen, wenig Geld

16 Straßen und Plätze sind es insgesamt, die der Markt 2012 angeht und sanieren lässt, darunter der Fußweg bei der Schroffenbergallee, der Schulweg in der Oberau (Straßenabsenkung und Stützmauer), Straßenquerungen auf der Scharitzkehl. Am Fürstensteinweg wird ein Geländer saniert, am Kneifelspitzweg soll eine teilweise Straßenabsenkung erfolgen und beim Metzenleitenweg war durch einen Hohlraum die Straße vor einer Einfahrt eingestürzt. Der Schaden muss behoben werden.

Das generelle Problem: Die Liste an Straßen, die einen finanziellen Aufwand erfordern, ist lang, sehr lang. Der Markt Berchtesgaden hat genaue Angaben über jene Straßen und Plätze, die sanierungsbedürftig sind, bei denen es aber nicht wesentlich erscheint, wenn man das Projekt um das eine oder andere Jahr nach hinten rausschiebt. „Uns fehlt dazu das Geld“, gestand Franz Rasp mehrmals. Also bleiben diese Straßen auch weiterhin so, wie sie sich darstellen: stark in Anspruch genommen, teils in ausreichend gutem Zustand. Dass dennoch auch diese irgendwann saniert werden, ist sicher. Die Frage bleibt: wann?

kp

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