„Galileo-LawinenFon”

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Projektpartner und Anwender der Bergwacht Berchtesgaden, der Bundes- und Landespolizei bei der Vorführung des LawinenFons auf Kührointalm.

Berchtesgaden - Das Projekt „Galileo-LawinenFon” wurde vor kurzem der Berchtesgadener Bergwacht und der Bundes- und Landespolizei vorgeführt.

Das Galileo-LawinenFon konnte mit seiner maximalen Entfernungsreichweite zum Lawinenpiepser vorgeführt werden. Mit dieser Demonstration des aktuellen Entwicklungsstands kann zukünftig jeder Alpinist kostengünstig seine Sicherheit erhöhen. Da die Überlebenschancen z. B. von Lawinenverschütteten bereits nach 15 Minuten rapide sinken, zählt bei Suche und Rettung jede Sekunde.

Das Projekt Galileo-LawinenFon – gefördert von der deutschen Raumfahrtagentur mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums – ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen Forschungsprojektes „Galileo SAR Lawine“, das eines der ersten Galileo- Anwendungsprojekte weltweit war und eine 3D-Lokalisierungsgenauigkeit von verschütteten LVS-Geräten von 10 cm erreichte.

Was im Sommer 2007 begann und dem Forscherteam bei der Entwicklung mehr Kopfzerbrechen bereitete als erwartet, brachte zwei Jahre später den ersten entscheidenden Durchbruch: Die Berechnung des Senderursprungs funktionierte. Im Winter 2010 wurde weiter getestet und am System gefeilt. Galileo SAR Lawine konnte damals den Anwendungspartnern am Jenner erfolgreich vorgeführt werden.

Für Innovationen aus der heimischen Wirtschaft im Bereich Satellitennavigation ist die Nähe zum Entwicklungsgebiet von großem Vorteil, weshalb die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land mit dem Netzwerk „Satellitennavigation Berchtesgadener Land“ entsprechende Aktivitäten eng begleitet und unterstützt. Immerhin kann hier vor der Haustüre das erst ab dem Jahre 2018 voll funktionsfähige europäische Satellitennavigationssystem GALILEO schon heute im GATE-Testgebiet im Berchtesgadener Talkessel getestet werden. Galileo wird aufgrund seiner erwarteten hohen Genauigkeit und Verfügbarkeit später einmal nicht nur in Europa sondern weltweit von Bedeutung sein.

Entwickelt wird das Galileo-LawinenFon von einem Projektteam um die Ideengeber Gerd Waizmann, Geschäftsführer der proTime GmbH und Wolfgang Inninger, Leiter des Fraunhofer IML Projektzentrums „Verkehr, Mobilität und Umwelt in Prien am Chiemsee gemeinsam mit der Hochschule Rosenheim, Fakultät Elektro- und Informationstechnik und der Volmer Informationstechnik in Schönau am Königssee. Alle Partner sind Mitglieder des von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land initiierten Netzwerkes für Satellitennavigationsanwendungen.

Ziel des Projektes ist es, das Galileo-LawinenFon durch den Einsatz von Smartphones günstiger und vielseitiger als ein heutiges LVS-Geräte zu machen. Durch eine dadurch mögliche höhere Verbreitung und einer einfachen Nutzung unterstützt das Galileo- LawinenFon somit die Sicherheit beim Wintersport und hilft die Überlebenswahrscheinlichkeit Verschütteter zu erhöhen.

Der technische Schwerpunkt lag auf der Demonstration des Entwicklungsstandes und der Reichweitenmessungen, der Kopplung der entwickelten Hardware mit handelsüblichen Smartphones, und der Demonstration der aktuellen Smartphone-Applikation.

Gerd Waizmann erklärte die Technik folgendermaßen: „Die auf einem Smartphone installierte LawinenFon-APP errechnet aus den Informationen des Galileo-LawinenFon die Lage des Verschütteten, auch die Entfernungsrichtung und die Entfernung in Metern. Dazu werden die nötigen Ortungsalgorithmen auf Smartphones portiert und optimiert.“

Die Lage des Verschütteten wird über eine einfache Oberfläche dem Suchenden angezeigt. Auch die Bedienung ist minimiert, um unter Extrembedingungen nutzbar zu sein. Trotzdem sind nützliche Zusatzfunktionen ergänzbar, die in heutigen LVS-Geräten nicht zu finden sind.

Die Professoren Mayr und Stichler von der Hochschule Rosenheim entwickelten zusammen mit ihren Studenten die Software zur messtechnischen Erfassung und Auswertung der magnetischen Felder der LVS-Geräte. Sie haben sich insbesondere mit der Algorithmik zur Ortung auseinander gesetzt und die LawinenFon-Zusatzeinheit entwickelt.

Die Forscher des Fraunhofer-Institutes leiten das Forschungsprojekt und arbeiten schwerpunktmäßig innerhalb der Konzeption- und Planungsphase des Gesamtsystems sowie bei der Planung und Durchführung der einzelnen Komponenten und Gesamtsystemtests. Ein weiterer Projektpartner ist das Ingenieurbüro Volmer Informationstechnik, welches die Systemtests bei der Hardware- und Softwareentwicklung unterstützte. Besonders hervorzuheben sind dabei die wichtigen Erfahrungen der Anwendungspartner: die Berchtesgadener Bergwacht, die Bayerische Polizei und die Bundespolizei auf Kühroint. Ohne deren Expertenwissen rund um die Suche Lawinenverschütteter wäre ein Praxisbezug nicht in diesem Umfang möglich gewesen.

Nähere Informationen zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft BGL, ihren Aktivitäten und den Partnern des Netzwerkes „Satellitennavigation Berchtesgadener Land“ finden Sie unter www.satnav-bgl.eu sowie www.wfg-bgl.info. Als Einrichtung des Landkreises bietet die Wirtschafsförderungsgesellschaft ihre Leistungen mit Unterstützung der Sparkasse Berchtesgadener Land an.

Pressemitteilung Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land GmbH

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