Besuchermagnet: Hoher Göll von allen Seiten

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Berchtesgaden - Den Hohen Göll von seinen schönen aber auch schrecklichen Seiten können Besucher in einer Sonderausstellung im Heimatmuseum Schloss Adelsheim betrachten. 

Von Kuchl direkt nach Berchtesgaden: Den Hohen Göll, Todeszone und beliebtes Bergsteiger-Ziel, aus verschiedenen Perspektiven betrachten können Besucher ab jetzt bis einschließlich 5. Januar 2013 in einer Schau im Heimatmuseum im Schloss Adelsheim. Aufsehenerregendstes Ausstellungsstück: ein Göll-Relief-Modell, knapp drei Meter lang, Maßstab 1 zu 2600.

„Da, wo wir gewöhnlich 300 Besucher begrüßen durften, kamen weit über 3000“, so Sepp Pichler vom Museumsverein Kuchl. In Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum vor Ort soll kein Geheimnis des imposanten Bergs ungelüftet bleiben. „Lange, lange war sie angekündigt und jetzt haben wir es endlich geschafft“: Auch Museumsleiterin Friedl Reinbold zeigte sich bei der Ausstellungseröffnung sichtlich zufrieden. Denn die Vorarbeiten zur Göll-Ausstellung reichen bis in das Jahr 2009 zurück. Damals sei der Kontakt zwischen Kuchl und Berchtesgaden zustande gekommen, so Pichler, der die Idee für die Göll-Ausstellung, die dann in Kuchl zum ersten Mal gezeigt wurde, hatte. Ursprünglich wollte er nur für einen Vortrag über den Berg recherchieren. Das Thema schlug dann ein wie eine Bombe. „Der Pfarrsaal in Kuchl war zum Bersten voll“ erzählte Sepp Pichler, der nun mehr machen wollte als einen Vortrag und sich auf die Suche nach kompetenten Personen von der Universität Salzburg machte. Und weil sowohl die Kuchler als auch die Berchtesgadener den Hohen Göll direkt vor der Nase haben, war es naheliegend, sich gemeinsam dem Thema zu widmen.

Sonderausstellung: Hoher Göll von allen Seiten

Mit EU-Geldern sollte das Kooperationsprojekt finanziert werden. Was sich allerdings als sehr kompliziert herausstellen sollte. Deshalb mussten andere Wege der Finanzierung eingeschlagen werden. Im Laufe der Zusammenarbeit ist ein umfassendes Buchwerk über den Hohen Göll veröffentlicht worden. „Wir haben für die Schau viele Exponate von Privatleuten erhalten“, freute sich Friedl Reinbold. Der Göll ist mit 2522 Metern einer der höchsten Berge im Umkreis. Über dessen Gipfel verläuft die Grenze zwischen dem Landkreis Berchtesgadener Land auf deutscher und dem Tennengau auf österreichischer Seite.

Das Göll-Relief, das das Herzstück der Zusammenarbeit ist, wurde von Corinna Neureiter und Marco Albrecht, Studenten der Fachhochschule Kuchl, angefertigt. Als Vorlage diente eine digitale Landkarte, die originalgetreu in ein Modell umgesetzt wurde. Aus über 1400 Einzelteilen besteht das Werk. 202 Höhenlinien in Plattenform wurden übereinander gestapelt. So ergibt sich ein zentnerschweres Objekt, das in mühevoller Detailarbeit zusammengefügt wurde. Alleine für das Vorbereiten und das Zusammenlegen der Schnittbilder benötigten die beiden Studenten jeweils über 50 Stunden. Weitere 150 Stunden mussten für das Schneiden am Flachbettlaser, das Zusammenbauen sowie die Verklebung der Teile eingerechnet werden. In der Ausstellung selbst finden sich neben zahlreichen Bildern interessante Hintergrundinfos.

 Etwa, dass von 1894 bis 2011 insgesamt 173 Todesfälle auf deutscher Seite gezählt wurden. Gezeigt wird der Berg aus jeder Perspektive: ob Höhlenforschung, Jagd, Tier- und Pflanzenwelt, Kehlsteinhaus oder Alpinistik – viele Ausstellungsstücke bieten Einblicke in ein weitläufiges Naturthema, das die Sichtweise des Besuchers schärfen soll.

Die Ausstellung hat von Dienstag bis Sonntag bis 24. Oktober, jeweils von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Wiedereröffnet wird sie am 1. Dezember und läuft dann bis zum 5. Januar 2013.

kp

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