14,3 Millionen Euro für den Obersalzberg

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Die Dokumentation Obersalzberg besuchen jährlich 160.000 Leute - 40.000 wurden ursprünglich erwartet.

Berchtesgaden - 160.000 Besucher schauen sich die Ausstellung am Obersalzberg jährlich an. Jetzt soll dort kräftig investiert werden:

Deutlich erweitert werden soll die Fläche der Dokumentation Obersalzberg. Im Bauausschuss des Marktes Berchtesgaden wurde nun die Anfrage des Staatlichen Hochbauamts Traunstein auf Änderung des Bebauungsplans Eckerbichl/Platterhof behandelt. Geplant ist, die vorhandene Nutzungsfläche der Dokumentation Obersalzberg zu vervierfachen, so die Leiterin Hochbau, Doris Lackerbauer vom Staatlichen Bauamt Traunstein, auf Anfrage. Derzeit beträgt die Ausstellungsfläche 650 Quadratmeter. Insgesamt soll die Fläche auf rund 2500 Quadratmeter erweitert werden.

„Wir befinden uns in einem sehr frühen Stadium“, sagt Doris Lackerbauer. Was jetzt gemacht werde, sei lediglich verwaltungstechnische Vorarbeit. „Es geht um die reine Bebauungsplanänderung“. Denn Tatsache ist: Die Dokumentation Obersalzberg platzt aus allen Nähten. Die Ausstellung, die 1999 eröffnet wurde, wird im Jahr von 160.000 Gästen besucht. Anfangs war man bei den Verantwortlichen von 40.000 Besuchern ausgegangen. Die Erwartungen wurden deutlich übertroffen. „Die Besucherströme sind so stark, dass man diesem Umstand Rechnung tragen muss“, sagt Lackerbauer. Derzeit werde man den Menschenmassen am Obersalzberg nicht gerecht. Und trotzdem betont sie, dass bislang noch keinerlei Plan vorliege. „Alles was es gibt, sind Machbarkeitsnachweise. Wir sind erst ganz am Anfang“, so Lackerbauer. Weder sei geklärt, wie die Erweiterung aussehen wird, noch wie das Projekt zu finanzieren sei.

Im Finanzministerium befinde man sich gerade dabei, „die Geschichte durchzudenken.“ Dass am Obersalzberg aber etwas geschehen müsse, sei nicht von der Hand zu weisen: „Unsere internen Schätzungen für eine Erweiterung liegen bei 14,3 Millionen Euro“, sagt die Leiterin des Hochbaus. Aber auch hier betont sie: „Das ist eine sehr frühe Kostenschätzung.“ Über einen Zeitplan lasse sich noch nichts Handfestes sagen – „rein theoretisch könnte das Projekt, sofern alle Genehmigungen laufen und die Finanzierung geklärt ist, zwischen 2014 und 2016 umgesetzt werden“. In der Verwaltung des Marktes Berchtesgaden sieht man dem Plan positiv entgegen. Geschäftsführer Anton Kurz: „Wir werden uns sicher nicht querstellen, am Obersalzberg zu erweitern“. Derzeit seien die Baugrenzen ausgeschöpft. Eine Bebauungsplanänderung sei daher notwendig.

Die Dokumentation Obersalzberg ist ein vom Institut für Zeitgeschichte im Auftrag des Freistaats Bayern konzipierter und betreuter Lern- und Erinnerungsort. Sie bietet am historischen Ort die Möglichkeit, sich mit der Geschichte des Obersalzbergs und der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Ergänzend zu der Dauerausstellung geschieht dies mit Wechselausstellungen, Vorträgen und Veranstaltungen sowie einem Bildungsangebot. Die Dokumentation Obersalzberg soll damit der historischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit dienen.

kp

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