Turbobrücke statt Seufzerbrücke

+
  • schließen

Berchtesgaden - Die Breitwiesenbrücke ist fertig und jetzt auch für alle freigegeben - und das sogar zwei Tage früher als geplant! "NEUE FOTOS"

Die neue Breitwiesenbrücke in Berchtesgaden wurde heute eingeweiht und dem Verkehr übergeben. Sie überspannt die Berchtesgadener Ache auf einer Länge von exakt 31,40 Metern, wie Peter Hasenknopf vom beauftragten Planungsbüro BPR aus Bad Reichenhall mitteilte. Die 960 Tonnen (das entspricht 50 beladenen Lkw) schwere Spannbetonbrücke trägt elf Tonnen Stahlbeton in sich, die 14 Bohrpfähle sieben Tonnen. Rund 2.200 Quadratmeter Straßenfläche entstanden, dazu zirka 400 Quadratmeter Gehwege. Die Brüke ist 9,75 Meter breit, die beiden Fahrspuren jeweils 3,25 Meter.

Fotos von der Einweihung:

Einweihung der neuen Breitwiesenbrücke

Alte Brücke in desolatem Zustand

"Somit können auch dreiachsige Busse und Lkw problemlos über diese wahre Turbobrücke fahren", freut sich Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp, da das größte Bauwerk der letzten zwölf Monate im Markt in weniger als zwei Jahren realisiert werden konnte. "Das war auch dringend notwendig, da sich die alte Brücke in einem desolaten Zustand befand", so der Rathauschef.

Lesen Sie dazu auch:

Berchtesgaden bekommt eine neue Brücke

Neue Breitwiesenbrücke fertig

Neue Breitwiesenbrücke jetzt befahrbar

Drei Hauptgründe gab es für den Neubau: die Gebrauchstauglichkeit (besonders für Busse und Lkw), die Sicherheit (vor allem für das Einbiegen in die Bundesstraße Richtung Salzburg), die neuen barrierefreien Bushaltestellen, die entstehen konnten, und zu guter Letzt der nicht zu unterschätzende Hochwasserschutz: "Der Bogen der Brücke hat keine statischen Gründe", so Rasp, "sondern Hochwasserschutz-Relevanz". Unter dem Breitwiesen-Bauwerk hat künftig genug Wasser Platz.

Zwei Tage früher fertig

Mit der heutigen Einweihung und Übergabe der Brücke seitens des Planungsbüros zur öffentlichen Nutzung wurde der Auftrag mehr als fristgerecht abgewickelt - "zwei Tage früher als geplant", verkündete Peter Hasenknopf stolz, der mit seinem Team nur drei Monate (Start im August 2011) für die Planung benötigte. Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde das Bauwerk schließlich auch im vorgegebenen Kostenrahmen erstellt. Die Gesamtkosten betragen inklusive aller Nebenkosten und Leitungsumlegungen rund 1,4 Millionen Euro. Dabei erhält der Markt Berchtesgaden 660.000 Euro Fördermittel durch die Regierung von Oberbayern.

Absolut keine Seufzerbrücke

Der wegen seiner Form in der Freinacht als „Rialtobrücke“ getaufte Neubau ersetzt seinen über hundert Jahre alten Vorgänger, der den aktuellen Verkehrslasten nicht mehr gewachsen war. "Sie ist aber absolut keine Seufzerbrücke, sondern funktional und zeitgemäß", so Bürgermeister Rasp. Das unterstrichen auch die beiden Pfarrer Peter Schulz (evangelisch) und Peter Demmelmair (katholisch), die die Brücke segneten. Demmelmair zeigte den Kindern 5- und 10-Euro-Scheine, auf denen Brücken abgebildet sind: "Brücken bringen zusammen, was getrennt war. Damit besitzen Brückenbauer den höchsten Titel. Eine Brücke zu bauen, ist der höchste Auftrag, den es geben kann".

Der "Thermenpass"

Die Vorschulkinder des Kindergartens Berchtesgaden durften die neue Breitwiesenbrücke als erste in einem kleinen Bobby-Car-Rennen benutzen. Die leichte Abwärtsfahrt betitelte Bürgermeister Rasp aufgrund der Nähe zur Watzmann-Therme kurz entschlossen als "Thermenpass".

Fotos vom Brückenbau:

Vorbereitungen für neue Breitwiesenbrücke

Die Breitwiesenbrücke steht

Hans-Joachim Bittner

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser