Berchtesgaden bekommt Drive-In-Apotheke

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Freuen sich auf die neuen Räumlichkeiten für die St. Antonius Apotheke (v. l.): Architekt Florian Gandlgruber und die Bauherrenfamilie Schmidt – Alice Schmidt mit Sohn Florian Schmidt.

Berchtesgaden - Nicht viele Apotheken gibt es deutschlandweit, die einen "Drive-In"-Schalter, einen "Auto-Ausgabe"-Schalter haben. In Berchtesgaden entsteht so eine Apotheke.

In ein neues Wohn- und Geschäftshaus, das in den kommenden Monaten in der Maximilianstraße 8 errichtet wird, soll die St. Antonius Apotheke ziehen - 1931 gegründet, in der vierten Generation von Florian Schmidt geführt. Eine gestalterische und funktionale Bereicherung an prominenter Stelle wolle man zwischen Sparkasse Berchtesgaden und dem Sunny-Modehaus erreichen, so Architekt Florian Gandlgruber vom Architektenbüro Gandlgruber und Partenfelder aus München.

Als besondere Innovation und Mittelpunkt des gesamten Bauvorhabens wurde die Möglichkeit untersucht, in die neuen Räumlichkeiten der Apotheke einen „Drive-In“-Schalter zu integrieren, der „bei der schwierigen Kurzzeitparksituation in der Maximilianstraße sowohl Menschen mit Einschränkungen in der Beweglichkeit, als auch Eltern mit Kindern eine bessere Möglichkeit geben soll, ohne langwieriges Abstellen des Autos, benötigte Medikamente abzuholen“, sagt Gandlgruber im Hinblick auf das innovative Vorhaben. Eine „anspruchsvolle Aufgabe“ nennt er das Projekt, da sowohl eine städtebauliche Gestaltungslösung als auch die Anforderungen an die restlichen Nutzungseinheiten des Gebäudes zu erarbeiten waren.

 Städtebaulich soll der nun vorliegende Entwurf die seit langem in der einheitlichen Bebauung der Maximilianstraße klaffende „Zahnlücke“ schließen. Die geplante Bebauung soll sich in die direkte Umgebung einfügen, so Gandlgruber. Zum Wohl der Fußgänger soll ein bisher vorhandener Missstand im Erdgeschoß behoben werden, nämlich der, dass die Arkade des Nachbargebäudes, des „Sunny-Hauses“, gegen die ehemalige angrenzende Bebauung stieß und Fußgänger, „statt angenehm zu flanieren, mit der Unwägbarkeit eines zerteilten und ruckartig sehr schmal werdenden Gehwegs zurechtkommen mussten.“ Dadurch, dass die Front des neuen Gebäudes im Erdgeschoß auf die Arkaden-Tiefe des Sunny-Hauses zurückversetzt wird, soll sich der Fußgänger durch eine schräg verlaufende Weiterführung der Apothekenfront ohne Hindernis fortbewegen können und damit die bisher nicht vorhandene Fortführung der Arkade, die vom „Sunny-Gebäude“ ausgeht, möglich machen.

Im Erdgeschoß wird die in vierter Generation im Besitz der Bauherrenfamilie Schmidt geführte St. Antonius Apotheke ihre neuen Räumlichkeiten mit vorhandener Auto-Umfahrung samt Fahrzeug-Ausgabeschalter beziehen. „Die Ausfahrt ist mit einem zusätzlichen Gehweg versehen, der über die erweiterte Distanz zur Arkade einen größeren Sichtwinkel bei der Ausfahrt in die Maximilianstraße ermöglichen soll“, sagt Architekt Gandlgruber. Dienlich sei die Umsetzung somit vor allem für die Gefahrenvermeidung bei der Ausfahrt. Im ersten Obergeschoß sind darüber hinaus drei unterschiedlich große Büroeinheiten vorgesehen. Im zweiten und dritten Obergeschoß sowie im Dachgeschoß werden sich insgesamt sieben Wohneinheiten befinden.

kp

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