Haus der Berge: Projektleiter informiert

+
Von der Bergvitrine im „Haus der Berge“ werden Besucher den direkten Blick auf den Watzmann haben.

Berchtesgaden - Der Leiter des Projekts "Haus der Berge",  Ulrich Brendel, informierte über das Konzept, das Besucher ab dem kommendem Jahr erwarten wird.

Bereits im vierten Jahr informierte der Nationalpark Berchtesgaden in öffentlicher Runde. Geladen hatten die Bürgermeister der Nationalparkgemeinden Schönau am Königssee und Ramsau – Stefan Kurz und Herbert Gschossmann. Wie sich im Gasthaus Unterstein zeigen sollte, war das „Haus der Berge“ bestimmendes Thema: Projektleiter Ulrich Brendel stellte in weiten Stücken das richtungweisende Ausstellungskonzept im Info-Gebäude vor.

Nationalpark lädt zur öffentlichen Runde

Appetit machen wolle er den künftigen Besuchern, deshalb habe er auch nur einzelne, wenngleich „vielsagende Elemente“ der Ausstellung herausgepickt, gesteht Ulrich Brendel mit einem Lächeln. Die Sahnehäubchen mochte er aber noch nicht verraten. „Die heben wir uns für die Eröffnung des Haus der Berge auf“, sagte er. Das Info-Gebäude im „Haus der Berge“ ist nur ein Teil von dreien: Neben diesem wartet das Außengelände und die Umweltbildungsstätte auf die Entdeckung durch den Besucher. Trotzdem, und darauf legt man beim Nationalpark Berchtesgaden viel Wert, soll das Info-Zentrum mit Nachdruck Eindruck schinden beim Besucher. „Unsere Ausstellung wird einzigartig werden“, verspricht Brendel. Im wörtlichen Sinne. Eine Wanderung vom Seegrund des Königssees bis hinauf zum Gipfel, das war die Idee. Das ausführende Planungsbüro Atelier Brückner wird diese nun umsetzen. „Ein Wagnis“ nennt Brendel das. Vielleicht auch deshalb, weil die Natur im „Haus der Berge“ abstrakt dargestellt werden soll. Kein einfaches Landschaftspanorama, sondern eines, das polarisieren wird.

Besucher sollen nachdem ersten Besuch wiederkommen

Brendel sagt dazu: „Nachgebaute Landschaften gibt es viel zu viele“. Deshalb sollen im Info-Zentrum multimediale Möglichkeiten überwiegen, Geräuschkulissen, die den Besucher scheinbar in den Nationalpark versetzen. Auf über 1000 Quadratmetern wird der Nationalpark in vier Bereiche unterteilt. „Der Jahreszeitenwechsel ist eines der wichtigsten Features“, sagt er. Denn der Besucher des „Hauses der Berge“ soll nach seinem ersten Besuch wiederkommen. Die vier Jahreszeiten machen es möglich und werden ausreichend inhaltliche Abwechslung mit sich bringen. Auf dem Seegrund des Königssees, dort, wo die Ausstellung beginnt, soll der Gast den Eindruck bekommen, sich mitten im Wasser zu befinden. Gezeigt wird unter anderem das Thema „Wasserkreislauf im Karstsystem“.

Anhand verschiedener Bodenprofile zeigen die Ausstellungsplaner das Versickern von Wasser je nach Jahreszeit. Der Entstehung des Königssees können Interessierte folgen, ebenso die Nahrungsketten kennenlernen und auch einen Unterwassereindruck wird man kriegen. Lichtprojektionen erzeugen darüber hinaus während des gesamten Rundgangs unterschiedliche Stimmungen. Aus dem Wasser geht es direkt in den Waldbereich des Nationalparks Berchtesgaden. Ob Tierparade mit Präparaten zum Anfassen, Spurensuche am tierischen Original oder Live-Singvogelkonzert. Die Wunderwelt der Pilze, Moose und Flechten kommt im Infogebäude zur Sprache, auch die Bedeutung von Totholz. Und immer wieder erwähnt Brendel die Tatsache, dass im „Haus der Berge“ die Emotionen des Besuchers in besonderer Weise durch multimediale Möglichkeiten angesprochen werden sollen.

Lust am Erkunden soll geweckt werden

Auf den Almweiden verfolgen die Anwesenden den Murmeltieralltag in einzigartiger Weise, erneut entsprechend der Jahreszeiten und am Management-Terminal kann jedermann an verschiedenen Stellschrauben drehen und beobachten, welche Auswirkungen dies auf den Nationalpark hat: „Jeder soll mal Naturmanager spielen dürfen“, sagt Brendel. Was sich im Berg abspielt, welche Gesteinsschichten dort zu finden sind, zeigt sich im Geologie-Raum des Fels- und Karstbereichs. In einer Erlebnishöhle werden Besucher mit der Taschenlampe unterwegs sein. Ein höhlengleicher Krabbelgang für Kinder soll die Lust am Erkunden wecken. Der Höhepunkt der Ausstellung wird der Blick auf den Watzmann von der Bergvitrine aus sein. Darüber hinaus wird das Infozentrum ein Kino bieten, ein begehbares Luftbild mit Ferngläsern. „Ein Blick reicht aus und man landet in der Natur, direkt im Nationalpark“, sagt Brendel.

Sonderausstellungen sollen Abwechslung bieten und heimische Vereine zum Zug kommen lassen. Und auch eine wissenschaftliche Einmaligkeit wird es im „Haus der Berge“ zu bestaunen geben. „Ein Skelett“, verspricht Projektleiter Brendel. „Eine Sensation“, fügt er hinzu. Genauer darf er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht darauf eingehen.

kp

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser