Impressionen vom Dach der Welt

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Viel gereist ist Annegret Gaffal, hier: Tibetische Maskentänzer-Kostüme.

Berchtesgaden - Das Nationalparkhaus lockt mit einer neuen Ausstellung: "Ruf vom Dach der Welt" zeigt die erstaunliche Reise von Annegret Gaffal nach Tibet.

Reise-Erinnerungen an ihren Aufenthalt in Tibet zeigt die Berchtesgadenerin Annegret Gaffal vom „Eine-Welt-Kreis Berchtesgaden“ noch bis Ende November im Nationalparkhaus. Dort fand vergangenen Dienstag die Eröffnung der Tibet-Ausstellung „Ruf vom Dach der Welt“ statt, die von Chris Amrhein mit passender Oberton-Musik begleitet wurde. Mit Bildern und Informationstafeln sollen Besucher in die faszinierende Welt einer „beeindruckenden Region“ vordringen. Drei Wochen lang reiste Gaffal von Kathmandu (Nepal) bis in die tibetanische Hauptstadt Lhasa.

Annegret Gaffal auf dem Dach der Welt

Nationalpark-Leiter Dr. Michael Vogel begrüßte zu Beginn die zahlreich erschienenen Gäste und versuchte in seiner Rede eine Annäherung an das Thema Berge. So lebt etwa ein Drittel der Weltbevölkerung in Berggebieten. Zwei Drittel aller weltweit lokalen Konflikte finden in Bergregionen statt. Und die Berge seien es, die als „Grenzraum des Lebens“ auch deshalb so viel Faszination ausübten, weil sie die letzten Rückzugsgebiete für viele Tiere, Pflanzen, aber auch Menschen darstellten. Annegret Gaffal hat das während ihrer Reise von Kathmandu nach Lhasa am eigenen Leib zu spüren bekommen. Sie hat Tibet vor sechs Jahren besucht. „Da haben Europäer noch einreisen dürfen“, sagt sie. Heute sei das nicht mehr möglich. Tibet selbst ist ein umkämpftes Land, von der Fläche übertrifft es die Bundesrepublik Deutschland um das Zehnfache.

Von China wurde es zur „verbotenen Region“ ausgerufen. Der „größte Nationalpark der Welt“ sei ein Eldorado für Fotografen. Selbst war Gaffal mit der Kamera unterwegs und hat Landschaften, Tiere, aber vor allem Menschen fotografiert. Dabei herausgekommen sind vielfältige Impressionen, „unvergessliche Eindrücke“, wie sie sagt. Ob fruchtbares Ackerland, Wüsten oder Bergmassive mit Schnee und Eis. Die Gegenden, die Gaffal auf ihrer Reise besuchte, boten große Abwechslung. Die Ausstellung im Nationalparkhaus selbst ist so angeordnet, dass man im Uhrzeigersinn die Reiseroute von Annegret Gaffal abläuft. Alles beginnt in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, wie sie erzählt. Nachdem die tibetische Grenze erreicht war, ging es auf dem „Friendship Highway“ weiter, insgesamt 1000 Kilometer mit einem geliehenen, geländegängigen Fahrzeug. „Wir sind über viele Pässe gefahren“, teils seien diese auf über 5000 Metern Höhe gelegen.

Oberton-Musik für besondere Momente: Chris Amrhein faszinierte das Ausstellungspublikum.

Vom Plateau in Tingri aus konnte Gaffal – trotz 90 Kilometer Luftlinie – mehrere Berge, 8000er, sehen. „Das war ein gewaltiges Erlebnis“. Auf dem Weg nach Shigatse, der zweitgrößten Stadt Tibets, erreichte Gaffal auch eines der größten Klöster, das Staatskloster Tashilunpo, in dem heute über 600 Mönche leben. Das Ziel ihrer Reise: Lhasa, die Stadt des Dalai Lama. Eine Stadt, die nach eigener Aussage den Besuch wert war - ob Architektur oder kulturelle Hinterlassenschaften. Die Eindrücke seien einmalig. Die viel Gereiste, die erst kürzlich in Nordindien war, Südamerika in weiten Teilen besuchte und auch den asiatischen Raum gesehen hat, plant ihre Reisen aus Überzeugung – und auch deshalb, weil sie mit dem „Eine-Welt-Kreis“ viele Projekte auf der ganzen Welt betreut, etwa ein Straßenkinder-Projekt in Dodoma/Tansania oder ein Kinderheim in Thailand.

Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von Obertonsänger Chris Amrhein, der die Besucher auf eine faszinierende Stimm-Reise mit meditativem Gesang entführte. „Alle Seelen sollen ihren Frieden finden“, so sein ausgegebenes Ziel. Die Ausstellung „Ruf vom Dach der Welt“ läuft im Nationalparkhaus am Franziskanerplatz in Berchtesgaden noch bis zum 30. November. Geöffnet ist sie von 9 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

kp

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