"Behüt' euch Gott"

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Berchtesgaden - "Wir verabschieden uns aus dem Berchtesgadener Land mit einem dreifachen Horrido - JoHo, Horrido - JoHo, Horrido - JoHo", hallte es am Mittwochabend über den Berchtesgadener Schloßplatz.

Rund 280 Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 Bischofswiesen/Strub gehen Anfang Oktober für ein halbes Jahr nach Afghanistan. Beim feierlichen Abschiedsappell dankten sie der Bevölkerung ihre Anteilnahme mit diesem Ruf. Landrat Georg Grabner und Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp ihrerseits wollten den Struber Jagern vor allem eines mit auf den Weg geben: "Behüt' euch Gott!"

Den Schutz können die Gebirgsjäger brauchen. Sie sind Teil eines neuen Ausbildungs- und Schutzbataillons, das in Gebiete gehen wird, in denen auch Aufständische aktiv sind, um dort ihre Arbeit zu verrichten. "Es ist eine Herausforderung, etwas völlig Neues", gibt Oberstleutnant Nikolaus Carstens, der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232, zu. "Die Soldaten werden in gefährliche Situation kommen und von der Schußwaffe Gebrauch machen müssen."

Die Idee der neuen Strategie sei, näher an die Bevölkerung heranzukommen, um die Aufständischen zu vertreiben, so Carstens weiter. Die Idee der Patnerschaft mit den Afghanen stehe im Vordergrund. Deshalb sind die Struber Jager auch seit einem Jahr in der Vorausbildung und haben viele Übungsplätze durchlaufen. "Wir sind gut vorbereitet", ist sich der Kommandeur sicher. Außerdem würden die gepanzerten Fahrzeuge in Afghanistan ausreichend Schutz bieten.

Abschiedsappell am Schloßplatz

"Die hygenische Bedingungen und die Verbindung ins Heimatland werden nicht so sein wie beim letzten Einsatz", muss Nikolaus Carstens zugeben. Auf die Soldaten kommt eine harte Zeit zu, in der die Anteilnahme der Bevölkerung hilft. Das weiß auch der Oberstleutnant: "Es ist etwas besonderes und sehr bewegend, die Anteilnahme der Bevölkerung so zu spüren." Für ihn gehört es dazu, dass Bevölkerung und Soldaten eng zusammen sind. In den kommenden sechs Monaten werden sie es nicht sein - nur in Gedanken.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser