Befürchtete Entwässerung des Böcklmooses abgewendet

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Bischofswiesen - Vergangene Woche hat Christian Magerl die Zustände im Böcklmoos in Bischofswiesen als schlimm bezeichnet. Das sieht man im Landratsamt anders.

"Nach Bekanntwerden der Straßensanierungsarbeiten am Koppenweg, die zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten waren, wurden bei mehreren Orsterminen mit Vertretern von Gemeinde, Planungsbüro und der Bau ausführenden Firma Maßnahmen vereinbart, um die entwässernde Wirkung des Straßenunterbaus durch den durchlässigen Dolomitschotter und den drei Wasser abführenden Betonrohren wirksam zu unterbinden", sagte Hannelore Eichner von der unteren Natuschutzbehörde im BGLand24-Interview.

"Eingebaut wurde eine vertikale Entwässerungssperre, bestehend aus einer Kunststoff-Noppenmatte zwischen Niedermoorkörper und Straßenbankett auf einer Länge von 250 Metern. Der untere Rand der Matte wurde im anstehenden Untergrund aus Seeton verlegt. Vor den drei Durchlassrohren wurden sogenannte Querschotte aus Rundhölzern und Bohlen eingebaut. Die beiden Nachbesserungsmaßnahmen wurden vom fachlichen Naturschutz durch Überprüfung vor Ort begleitet."

Deshalb kommt Eichner auch zum Schluss: "Durch die Zusammenarbeit der Beteiligten konnte so die zu befürchtende Entwässerung des Böcklmooses wirksam verhindert werden."

Dem pflichtet Bürgermeister Toni Altkofer bei. "Wir haben nachgebessert, jetzt entspricht der sanierte Koppenweg den heutigen Umweltstandards." Er gibt zu, dass der zuständige Ingenieur die untere Naturschutzbehörde zu spät eingeschalten hat. "Deshalb werden wir bei künftigen Vorhaben explizit darauf hinweisen, wer in die Planung miteingebunden werden muss." Außerdem fügt er hinzu: "Wir haben am Koppenweg nicht aus Jux und Dollerei Material vergraben. Das Bankett und eine tiefere Unterkofferung sind heute nötig, da die Autos einfach schwerer sind."

Der Bund Naturschutz hatte bei einem Ortstermin mit dem Grünen-Landtagsagbeordneten Christian Magerl vergangene Woche kritisiert, dass bei der Sanierung gegen mehrere Umweltgesetze verstoßen worden wäre. Deshalb wollen die Verantwortlichen einen Rückbau und ein Monitoring erreichen.

Magerl empfand die Dinge, die er im Böcklmoos in Bischofswiesen gesehen hat, als 'ziemlich schlimm'. "Man hat die Straße unten drunter mit Dolomit, also mit kalkhaltigem Gestein, neunzig Zentimeter aufgekoffert und Drainage-Rohre reingelegt. Das heißt: es wurde massiv entwässert", kreidete er die Straßensanierungsmaßnahme im FFH-Gebiet an.

cz

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