Bedarfsgerecht und Flächensparend

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Der Blick auf Piding zeigt es deutlich: Fläche ist der limitierende Faktor.

Piding -„Die Grünen können mit dem Ergebnis der Ortsentwicklungsplanung für Piding zufrieden sein“ eröffnete Dr. Bernhard Zimmer die Diskussion über die Zukunft Pidings.

In einer kurzen Einführung erläuterte Zimmer noch einmal kurz den Prozeß der Ortsentwicklung in dem er als Vertreter der Grünen selbst mitgewirkt hat und mit dessem Ablauf und Methodik er nicht immer einverstanden war. Ausdrücklich positiv gewertet werden die Bürgerbeteiligung, die Einbindung der wesentlichen betroffenen Bereiche, wie die Unternehmerschaft, die Landwirtschaft, der Tourismus oder die Agenda21, jeweils durch Deligierte. Legitimiert wurde die Gruppe der Deligierten im „Forum Zukunft Piding 2030“ in ihrer Zusammensetzung durch einen Beschluss des Gemeinderates, der am Ende die Ergebnisse des Ortsentwicklungskonzeptes in eine rechtsverbindliche Form (neuer Flächennutzungsplan) umsetzen soll und muss. Natürlich waren die gewählten Vertreter, der Gemeinderat, ausreichend in die gesamte Entwicklung eingebunden, denn 8 der Teilnehmer Innen des Forums waren GemeinderätInnen, wobei alle Fraktionen den Mehrheitsverhältnissen entsprechend verteten waren.

Viel ehrenamtliche Arbeit haben die delegierten PidingerInnen hineingesteckt, denn neben den 5 intensiven Arbeitsgruppentreffen mussten viele Fakten verarbeitet und in den jeweiligen Gruppen diskutiert werden. Ein offener Prozess mit dem Ergebnis, dass Piding, um seine gewachsene Vielfalt zu erhalten seine Zukunft am Bedarf orientieren muss und Fläche der wichtigste limitierende Faktor ist. Deshalb zieht sich die im Kapitel Verkehr zum Ausbau der A8 formulierte Forderung: „bedarfsgerecht und flächensparend“ durch das Konzept wie ein roter Faden.

Eine besondere Bedeutung für eine zukunftsfähige Ortsentwicklung kommt dem angestrebten Erhalt der aktiven Land- und Forstwirstchaft zu. Es wird vom „Forum Zukunft Piding 2030“ anerkannt, dass sie sowohl das Orts- und Landschaftsbild prägt als auch die Grundlage der hohen Wohnqualität und des Tourismus in Piding darstellt. „Ein wichtiger Schritt zur nachhaltigen Entwicklung Pidings ist der Verzicht auf Großflächigkeit und flächenintensives Gewerbe“ bekräftigt Gemeinderätin Angelika Goldbrunner die Grundausrichtung des Konzeptes in der lebhaften Diskussion.

Die Meinung des Planers, dass man die Ortsentwicklung Pidings ohne Blick auf die Verkehrssituation und unabhängig von den von der ABDS gemachten Trassenvorschlägen machen kann, wird von den beiden Grünen GemeinderätInnen nicht geteilt. Der Grad der Umsetzung der im Leitbild definierten Ziele ist eben nicht identisch und die doch sehr unterschiedliche Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrsachsen ist eben auch keine Kleinigkeit oder Nuance, wie es der Planer betont.

Ein Konzept mit zwei gleichwertigen Plänen argumentiert der Planer. Ein Leitbild mit zwei Konzepten bzw. Plänen so sehen es die Grünen, die mit dieser Einschätzung bei weitem nicht alleine sind. „In dieser Argumentation des Planers zeigt sich ein Interessenskonflikt des Planers“ ist Dr. Zimmer der Meinung und erläutert, dass er den Planer aufgrund der zeitgleichen Tätigkeit für die ABDS in diesem Punkt für befangen hält.

Klar ist für die Grünen Pidings, dass die vorhergesagten Verkehrszahlen der ABDS, der Bedarf also, nur 4 Fahrspuren rechtfertigen und dass eine flächensparende Umsetzung der Sanierung der A8 gesetzlich zulässige und bundespolitisch längst geforderte Sonderquerschnitte bedeuten. Mit 6 Fahrspuren auf neuer Trasse durch die freie Landschaft ist für die Grünen Pidings undenkbar. „Eine Umfahrung die neuerlich Ortsteile von Piding abtrennt, ist keine Umfahrung sondern ebenfalls eine Zerschneidung“ betont Dr. Zimmer in seinem Schlusswort.

Die Ziele sind gesteckt, sie zu erreichen wird wohl noch viel Überzeugunsarbeit und lange Diskussionen bedeuten.

Pressemitteilung Grünen Piding

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