Baubeginn des Schülerforschungszentrums

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Bis Oktober 2011 soll im Neubau des alten Gymnasiums das Schülerforschungszentrum entstehen.

Berchtesgaden - Die Bauarbeiten am bayernweit einmaligen Schülerforschungszentrum in den Räumlichkeiten des alten Gymnasiums in Berchtesgaden haben offiziell begonnen.

Landrat Georg Grabner und Bürgermeister Franz Rasp gaben am vergangenen Montag in einem symbolischen Akt den Startschuss für das Millionenprojekt, das „bereits Mitte Oktober schlüsselfertig übergeben werden soll“, so Grabner. Die Kosten tragen zu weiten Teilen die Europäische Union (350.000 Euro) sowie die Berchtesgadener Landesstiftung (450.000 Euro). Etwa 200.000 Euro schießt der Markt Berchtesgaden bei.

Berchtesgadener Landesstiftung und die Europäische Union investieren gemeinsam 800.000 Euro in das bayernweit einzigartige Projekt.

Im Neubau des alten Gymnasiums wird das Schülerforschungszentrum entstehen. Die Räumlichkeiten standen bis dato leer. Bis vor einigen Jahren befand sich dort Berchtesgadens Gymnasium, das im Juli 2004 in einen Neubau am Anzenbachfeld verlegt wurde. Zurück ließ man Chemie- und Physiksäle, die nun geeignet erscheinen, um auch im Schülerforschungszentrum eine Zukunft zu haben. Dessen Trägerverein wurde im Jahr 2009 gegründet, die Technische Universität München fördert das Projekt, Heike Gierisch, Diplomphysikerin und Lehrerin aus Bad Reichenhall, wird sich künftig verantwortlich zeichnen. 1,05Millionen Euro werden bis Oktober investiert werden, neben den bekannten Geldgebern ist es auch die Telekom-Stiftung die einen wesentlichen Geldbetrag, 100000 Euro, in das Forschungszentrum investieren wird.

Das Gebäude an und für sich steht, „die Maßnahmen betreffen vor allem Teilbereiche des Brandschutzes“, so Bürgermeister Rasp, sowie „die technische Infrastruktur“, Druckluftanlagen, Laborabsaugung, Anschlusstechnik, die im Schülerforschungszentrum modernsten Standards entsprechen wird. Im Schülerlabor sollen Schwerpunkte auf die MINT-Bereiche gelegt werden – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Der gesamte Neubau-Bereich des alten Gymnasiums wird umgestaltet, renoviert, um wesentliche, für Forschungszwecke benötigte Inhalte erweitert. Schwerpunkte gelegt werden sollen im Weiteren auf „Physik, Chemie, Biologie, ein wenig Geographie, vielleicht auch Medizintechnik“, so die Physikerin im Vorfeld. Stefan Schwab, der zuständige Bautechniker, sagt, dass das gesamte Gebäude neue Fenster erhalten wird. Der Altbau sei in das Konzept nicht einbezogen. Dort haben im Untergeschoss aktuell einheimische Musikgruppen die Möglichkeit, kostenfrei Räumlichkeiten anzumieten. Die Investitionsmaßnahmen allein für den Brandschutz wären „überproportional hoch“, sagt Bürgermeister Rasp auf Anfrage.

Positiv sei es, dass für geplante Nutzungen „schon eine relativ gute Basis vorhanden ist“. Eine Million Euro Investitionskosten – „im Vergleich zur Gebäudegröße ist die finanzielle Größenordnung sehr wirtschaftlich“, so Schwab. Für die Gemeinde Berchtesgaden sei das Schülerforschungszentrum „sehr wichtig“, da es Vergleichbares bayernweit nicht gebe, „die 200.000 Euro, die wir hineinstecken, sind es wert“, sagt Bürgermeister Rasp zuversichtlich. Ganzjährig wird das Schülerforschungszentrum geöffnet haben, die Planungsperspektive liege bei 20 Jahren, ein Projekt mit Zukunft – interessierte Schulklassen werden einzelne Räumlichkeiten mieten und dort – mit Unterstützung - forschen können.

Sicher ist auch, dass Schüler künftig gewisse Privilegien erhalten sollen. So können diese etwa auf Daten zugreifen, die von der TU München zur Verfügung gestellt werden, aber auch Informationen - wie topographische Karten im Nationalpark Berchtesgaden – sollen für die Nutzer zugänglich sein. Das Computer-Netzwerk, das im Alten Gymnasium zum Einsatz kommen wird, will Physikerin Heike Gierisch selbst erstellen. Spätestens Mitte Oktober möchte Landrat Georg Grabner sein Steckenpferd fertig sehen. Als Alleinstellungsmerkmal für die Region sei das Schülerforschungszentrum mit nichts zu vergleichen. „Hier entsteht ein außerschulischer Lernort mit Vorbildcharakter“, so Grabner – ein „Forschungslabor außerhalb universitärer Ballungszentren.“ Einfach eine „tolle Geschichte“. Größer, als so mancher glaubt.

kp

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