Balance wahren auf zwei Rädern

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Kurz vor der Ausflug zum Königssee stellten sich alle Segway-Teilnehmer in Reih und Glied vor dem Hotel Edelweiss auf.

Berchtesgaden – Es ist das Gipfeltreffen aller Segway-Fahrer. Eine Premiere in Deutschland, ein Zusammenkommen derer, die auf jenem Zweirad unterwegs sind, das die Balance scheinbar von selbst hält.

Das Kultgefährt aus den Vereinigten Staaten hat es über den Teich nach Deutschland geschafft, auch nach Berchtesgaden, wo es vor allem für Erlebnis-Touren bekannt ist. „In der Bundesrepublik gibt es etwa 3500 Segways“, sagt Reinhold Eder, Segway-Deutschland-Chef.

Vor dem Hotel Edelweiss steht ein Teil davon, geschätzte 70 Einheiten, jede einzelne etwa 8000 Euro teuer. Gemeinsam geht es heute in Richtung Königssee. Detlev Knoll von der Zurich Versicherung hat eingeladen, auch, weil der Zurich-Cup ansteht, ein Segway-Poloturnier mit internationaler Beteiligung an der Schneewinkl-Schule in Schönau am Königssee.

Segway-Deutschland-Chef Reinhold Eder: „3500 Segways in Deutschland“.

Kompakt ist der Segway, ein kraftvolles Gefährt auf zwei Rädern, das sich allein durch die Verlagerung des Körpergewichts bewegt. Lehnt man sich nach vorne, bewegt sich auch der mobile Untersatz in die entsprechende Richtung. Gleiches Prozedere auch in entgegengesetzter Richtung – das „Prinzip der dynamischen Stabilisierung“. Jeder könne dies erlernen, sagt Segway-Chef Reinhold Eder, der vor allem Firmen und Institutionen wie Polizeistationen und Flughafenbetreiber als Zielgruppe ausmacht. „Fünf Prozent sind Privatkunden“, sagt Eder.

Eine Vielzahl an Gyroskopen und Kreiselsensoren messen das unter dem Segway befindliche Terrain samt der Körperposition des Fahrers aus, das akkubetriebene Fahrzeug setzt sich leise in Bewegung. Auf 200 Kilometer Wegstrecke benötigt ein Segway einen Euro Strom – recht günstig. Der Anschaffungspreis hingegen ist hoch. „Ein Segway zu unterhalten, ist nicht preiswert“, sagt ein Teilnehmer des Gipfeltreffens, der es wissen muss, „es bereitet aber viel Spaß und Unterhaltung“, gibt er zu verstehen.

Holte das Gipfeltreffen samt Segway-Polo-Turnier nach Berchtesgaden: Detlev Knoll.

Seit fünf Jahren gebe es die technische Errungenschaft, sagt Detlev Knoll. Vor etwa vier Jahren hat das Gerät den Sprung über den Teich nach Deutschland geschafft, seitdem erfährt der als Leichtmofa bis 20 Kilometer pro Stunde zugelassene Untersatz zunehmende Beliebtheit. „In der Stadt gibt es keine Parkplatzprobleme mehr, der Verkehr wird entlastet“, weiß Detlev Knoll, dennoch entsprechen Privatpersonen bislang nur einem kleinen Teil der Kunden.

Knoll hat das Gipfeltreffen nach Berchtesgaden geholt, er war der Erste, der für Segways ein Versicherungspaket schnürte, nun, nach eigenen Angaben, 2500 „Zweiräder“ versichert.

Berchtesgaden - das Dorado für Segway-Fahrer?

In jedem Fall für jene, die gerne auf „Tour“ gehen. Ob Erlebnis-Tour, Genießer-Tour oder Kehlstein-Tour. Ausreichend Möglichkeiten gibt es, auch, weil Berchtesgaden mit Peter Beierl den „erfolgreichsten Trekking-Tour-Anbieter Deutschlands“ biete, sagt Deutschland-Chef Reinhold Eder.

Hingucker des Gipfeltreffens: Dieses „gepimpte“ Gefährt zog die Aufmerksamkeit auf sich.

25 Segways sind in Berchtesgaden stationiert, darüber hinaus gibt es zwei Privatbesitzer. Zum Gipfeltreffen gekommen sind viele, vor allem Privatfahrer, die zwei Tage lang die Freude mit Gleichgesinnten teilen möchten. „So eine Gelegenheit bietet sich nicht oft“, sagt Detlev Knoll, der ein umfangreiches Rahmenprogramm gebastelt hat, vom Laserschießen, über den Segway-Polo-Cup bis hin zum gemeinsamen Segway-Ausflug. Die fahrbaren Untersätze stehen bereit, der Eingangsbereich des Hotel Edelweiss gleicht einem Fuhrpark bestehend aus etlichen Zweirädern. Noch schnell in Reih und Glied aufstellen, die Maximilianstraße entlang, dann ein paar Fotos. Langsam machen sich die Gruppenführer auf, einige Segways folgen. Nächstes Ziel: Königssee. „Um kurz vor sechs sollten die meisten von Euch wieder den Heimweg antreten“, sagt Peter Beierl. Die Dunkelheit bricht dann langsam über Berchtesgaden herein – der Großteil der am Zweirad-Korso beteiligten Segways hat kein Fahrlicht.

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