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Der Watzmann im Computerspiel

Amazon baut Berg aus den Berchtesgadener Alpen in Videospiel-Hit nach

Dem Watzmann entgegen? Vom südkoreanischen Entwickler heißt es, es sei „durchaus möglich”, dass der Watzmann Einfluss im Spiel fand. Man habe sich viele europäische Gebirge angesehen.
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Dem Watzmann entgegen? Vom südkoreanischen Entwickler heißt es, es sei „durchaus möglich”, dass der Watzmann Einfluss im Spiel fand. Man habe sich viele europäische Gebirge angesehen.

Am Watzmann kommt keiner vorbei: Ein südkoreanischer Spieleentwickler feilte im Auftrag von US-Gigant Amazon an einem Videospiel. Seit Februar zocken Millionen Spieler „Lost Ark”. Europäische Gebirge kamen für die Gestaltung der Landschaften in die engere Wahl, bestätigen die Entwickler auf Nachfrage. Gefallen gefunden haben die Designer aber vor allem am bayerischen Watzmann. Der zweithöchste Berg Deutschlands ist verblüffend ähnlich umgesetzt worden.

Berchtesgadener Land - Will man mit Landschaften in Computerspielen punkten, sollten diese einzigartigen Anspruch erheben oder eben, der künstlerischen Freiheit entsprechend, gut kopiert sein. Nachfrage bei Amazon: Dort verweist man an den südkoreanischen Entwickler und verspricht, nachzuhaken, wie es zur überraschenden Ähnlichkeit mit dem Watzmann im Spiel kommt.

Coole Ästhetik

Die Antwort kommt einige Tage später. Dort heißt es: Das Entwicklerteam habe sich „viele verschiedene europäische Gebirge angesehen”, die sie ästhetisch „cool” fanden. Auf dem aufgetauchten Bild fährt ein Dreimaster auf einsamer See ins Nirgendwo. Rechts und links Gebirge. Am Himmel kreisen Planeten im wolkenverhangenen Fanasy-Firmament. Das Schiff fährt einem Berg entgegen.

Der Berg gleicht dem Watzmann in so gut wie allen Punkten. Ein Zoom in das Bild hinein lässt ein Haus auf einem Vorsprung erahnen. Es steht an selber Position wie das real existierende Watzmannhaus. Auch die zugehörige Watzfrau links ist deutlich zu erkennen, etwas höher als in der Realität zwar. 

Alles nur Zufall? Und um was geht’s hier eigentlich? Das US-Unternehmen Amazon ist mit der Tochterfirma Amazon Games in die Entwicklung im lukrativen Videospielemarkt eingestiegen. Der Videospielmarkt ist eine Multimilliarden-Euro-Branche. Alleine in Deutschland betrug der Umsatz im Markt für Computer- und Videospiele für das vergangene Jahr 6,17 Milliarden Euro, meldet Statista. 

Der Watzmann real. Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen.

„Lost Ark“ aus der Spieleschmiede Südkoreas

Das Spiel, um das es geht, heißt „Lost Ark”. Es entstand im Auftrag von Amazon bei der südkoreanischen Spieleschmiede Smilegate. Jeder kann spielen, ohne Kosten. Der Titel ist ein sogenanntes Free2Play-Spiel. Echtgeld-Käufe sind möglich. Es gilt, eine neue Fantasy-Welt zu erschließen, Ressourcen zu sammeln, Feinde zu bekämpfen. Lost Ark kommt bei den Spielern weltweit gut an. Amazon Games wirbt mit Superlativen: 4,7 Millionen registrierte Spieler nach nur drei Tagen. In der ersten Woche nach Erscheinen erreichte der Titel an einem Tag 1,3 Millionen Spieler parallel, so viel wie bei kaum einem Spiel zuvor. 59,5 Millionen Stunden wurde der Titel auf der Online-Plattform Twitch angesehen, wo Spieler Spielern beim Spielen zusehen können. 

Auf der offiziellen Lost Ark-Webseite werben die Entwickler mit dem „Watzmann”-Bild. Vom südkoreanischen Entwickler heißt es, beim Berg handle es sich „zwar nicht um einen Eins-zu-eins-Nachbau oder eine direkte Referenz” zum Berchtesgadener Hausberg. Jedoch sei es „durchaus möglich”, dass der Watzmann in den Designprozess mit eingeflossen sei, die künstlerische Freiheit erlaubt das. Direkt festlegen möchte man sich bei Amazon also nicht.

In der Vergangenheit hatte es schon mehrere Vorstöße gegeben, den Watzmann mit dessen markanter Silhouette rechtlich schützen zu lassen. Ohne Erfolg. Der einprägsame, mit 2713 Metern zweithöchste Berg Deutschlands war immer wieder für verschiedene Marketing-Maßnahmen verwendet worden, gern und oft in falschem Zusammenhang, unter anderem für schweizer Käse. Allerdings: Eine Naturgegebenheit, eine Landschaft, lässt sich als Marke nicht schützen. Anspruch erheben auf die Formgebung des Watzmanns, das funktioniert nicht. Der Watzmann bleibt für sich gesehen Alleinstellungsmerkmal für die Region. Für Künstler bietet er weiterhin Freiraum zur Abwandlung. Computerspieler freuen sich, ihm in „Lost Ark” zu begegnen.

kp

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