„Alles bleibt beim Alten“

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Auf ein gutes Gelingen in der „Post-Post-Ära“ (v. l.): Betreiber Claus Weigert, 3. Bürgermeister des Marktes Bartl Mittner, Bereichsleiter Oberbayern Olaf Gunzelmann sowie Wilhelm Haas, regionaler Politikbeauftragter der Deutschen Post.

Berchtesgaden – Punkt 14 Uhr, die Tür öffnet sich. Man blickt in andere Gesichter, neue Gesichter. Keine Mitarbeiter der Post mehr, sondern Mitarbeiter des Partnerbetriebs von Claus Weigert, der bereits eine kleine Postfiliale im Rathaus in Schönau am Königssee betreibt.

Weigert hat sich und sein Unternehmen vergrößert, übernimmt nun die Räumlichkeiten in Berchtesgaden – es war die letzte Postfiliale in Eigenbetrieb im Landkreis.

Die ehemals fünf dort Beschäftigten sind weg, „aber nicht gekündigt“, wie Wilhelm Haas, regionaler Politikbeauftragter der Deutschen Post, versichert. Rund um Bad Reichenhall würden diese stationiert. Eben dort, wo man sie bauche.

In der neuen Filiale arbeiten nun noch drei Angestellte, „der Service bleibt der gleiche“, sagt Olaf Gunzelmann, Bereichsleiter der Deutschen Post im Raum Oberbayern. Viel hat sich nicht verändert in den Räumlichkeiten der Postfiliale. Die Schränke wurden ausgetauscht. Kein schwarzes Mobiliar mehr, sondern das typische Post-Gelb. Die Räumlichkeiten wirken freundlicher.

Warum die Post in Zukunft auf Partnerbetriebe setzt – auch wegen eventueller Kosteneinsparungen? „Nein“, so Wilhelm Haas, es habe sich in internen Kontrollen aber gezeigt, dass jene privat geführten Post-Betriebe einen besseren Kundenservice böten, freundlichere Mitarbeiter, insgesamt einfach besser abgeschnitten hätten. Ein Armutszeugnis für die Deutsche Post und das direkt aus dem Munde des regionalen Politikbeauftragten?

Betriebsamkeit in der neuen Post-Filiale: „Alles bleibt beim Alten“.

Haas relativiert, „Sie dürfen mich nicht falsch verstehen“, sagt er. Nein, schon verstanden. Deutliche Kosteneinsparungen scheinen der Hauptgrund zu sein, die Filialen der Deutschen Post an Privatunternehmer abzugeben. Zugeben will das keiner.

„Betriebsbedingt gekündigt wurde bei der Post noch niemand“, bestätigt Haas. „Zwei der drei neuen Beschäftigten kommen direkt aus der Arbeitslosigkeit“, fügt Betreiber Weigert hinzu. Olaf Gunzelmann, der Bereichsleiter, freut das: „Wir wollen eine gute Filial-Abdeckung leisten“, sagt er. Im Berchtesgadener Raum sei man gut aufgestellt. Post-Stationen in Getränkemärkten und Lebensmittelmärkten bestätigten dies. „Überall der gleiche Service“.

Für die Post in Berchtesgaden soll sich mit dem Betreiberwechsel rein gar nichts ändern. Weder würden die Öffnungszeiten angetastet, noch der Dienst am Kunden, so Weigert. Näher beim Kunden sei man mit den Partnerfilialen, wirtschaftlicher seien diese zu betreiben. Also doch das Argument der Kosteneinsparungen? „Jammern darf man in Berchtesgaden nun wirklich nicht“, sagt Gunzelmann und Kollege Wilhelm fügt an, dass man sich Ladenhüter einfach nicht mehr leisten könne.

Darüber hinaus bietet die Post im Allgemeinen auch neue Dienstleistungen an, etwa den mobilen Postboten-Service in der Oberau. Dort kann man etwa Päckchen direkt beim Postboten aufgeben. Bis 2011 werden bundesweit alle Filialen umgewandelt, in Partnerfilialen. 17000 gibt es aktuell, 4000 weitere sollen folgen. Eine deutliche Aufstockung also. „Ja“, bestätigt Wilhelm.

Wie viele Filialen die Deutsche Post zu ihren besten Zeiten hatte, in Eigenbetrieb, versteht sich? „24000“ - die Antwort kommt zögerlich. Der dritte Bürgermeister des Marktes, Bartl Mittner, gratuliert zur Neueröffnung: „Die Ära Post ist zu Ende gegangen, ich hoffe, dass uns diese Stelle nun erhalten bleibt. Nicht, dass es in fünf Jahren heißt, man müsse nun ganz schließen“. Wilhelm: „Wir garantieren – das wird nicht passieren“.

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