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Marktschellenberg - Die 16 Jahre dauernde Dorferneuerung Marktschellenbergs ist nun offiziell abgeschlossen. Bürgermeister Franz Halmich blickt zurück.

Zum Abschluss der 16 Jahre andauernden Dorferneuerung Marktschellenbergs unter Altbürgermeister Alfons Kandler wurde in einem Festakt im Marktschellenberger Kurgarten ein zwölf Tonnen schwerer Gedenkstein mit Tafel installiert. Die Dorferneuerung reicht bis in das Jahr 1990 zurück. Im Oktober wurde damals beschlossen, die Teilnahme am Verfahren der Dorferneuerung sowie der ländlichen Entwicklung zu beantragen. Die Gemeinde bekam grünes Licht, nun wird das mit über zwei Millionen Mark bedachte Großprojekt zu einem offiziellem Ende geführt. Bürgermeister Franz Halmich blickte in seiner Festrede auf die wichtigsten Maßnahmen der vergangenen Jahre zurück.

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Hat Marktschellenberg Zukunft?

Zur Durchführung der Dorfentwicklung hatten sich drei Arbeitskreise gebildet, die in verschiedenen Angelegenheiten wirksam wurde: der Arbeitskreis „Ortsbild / Ortsmitte Marktschellenberg”, der von Notburga Schiffl geleitet wurde, ebenso der Arbeitskreis „Ortsrand, Wirtschaft und Umwelt – Wegebau”, damals geleitet von Anni Fendt sowie der Arbeitskreis “Fremdenverkehr – Gemeinschaft” mit Sophia Stanggaßinger an der Spitze. Zunächst konzentrierte man sich damals auf die Erstellung eines Konzepts, so Halmich. Diese Konzeptphase endete mit der Fertigstellung eines Maßnahmenkataloges, der im April 1998 öffentlich präsentiert wurde. Viele allgemein wünschenswerte Aspekte fanden in dem Maßnahmenkatalog ihren Platz. „Eine Gemeinde mit einer finanziellen Leistungsfähigkeit eines Marktes Marktschellenberg wäre damit alleine weitaus überfordert gewesen“, weiß der Bürgermeister. Die Teilnehmergemeinschaft hatte daraufhin zusammen mit dem Marktgemeinderat in einer Sondersitzung im August 1998 eine Prioritätenliste verabschiedet, die ein Gesamtfördermittelvolumen von 900.000 Mark umfasste. Unter Berücksichtigung von Zuwendungen von 50 bis 60 Prozent standen zu diesem Zeitpunkt nahezu 2 Millionen Mark, über eine Million Euro, für Investitionen bereit.

Hat Marktschellenberg Zukunft?

Zunächst nahm man die Erneuerung des Geländers an der Salzburger Straße im Jahr 1998 in Angriff. Ein Jahr später folgte der Ausbau der Marktstraße im Bereich zwischen Gasthof Forelle und Einmündung in die B 305. Ebenso wurde in diesem Jahr ein Fahrbahnteiler auf der B 305 nahe der Hundsbrücke errichtet. Es folgte die Anlegung eines Fußgängerweges von der Bushaltestelle „Markt” zum Feuerwehrhaus. Im Oktober 2001 wurden die Bauarbeiten zum Ausbau des Glocken- und Neuhäuslweges aufgenommen, die sich bis ins Jahr 2003 hinzogen. Die dortigen Investitionskosten lagen bei 315.000 Euro. 2003 konnte man im Herbst noch die Zufahrten zu landwirtschaftlichen Anwesen in Ettenberg (Kreil-, Ofner-, Kollmann- und Lusabethlehen) und zum Unterhartlhöhlehen ausbauen.

Auch bekam der Kirchenvorplatz der Wallfahrtskirche Maria Ettenberg ein neues Gesicht – für 220.000 Euro. 2005 sollte die Neugestaltung des Marktplatzes in Angriff genommen werden. „Die westliche Seite des Marktplatzes erhielt einen platzähnlichen Charakter, ein Informations-Pavillon wurde errichtet“, so Bürgermeister Halmich. Dieser 1. Teil der Neugestaltung des Ortskernes schlug mit 310.000 Euro zu Buche. Drei Jahre später, 2008, bekam der Kinderspielplatz eine neue Umzäunung, die auch zum Teil aus Mitteln des Dorferneuerungsprogrammes finanziert wurde. Im September erfolgte die Abnahme des neugestalteten, östlichen Marktplatzes sowie des Vorplatzes der Pfarrkirche St. Nikolaus, die innerhalb von vier Monaten Bauzeit ein neues Gesicht fand. Die Kosten hierfür lagen bei 235.000 Euro. Mit dem Abschluss der Neugestaltung des Ortskernes endet das Dorferneuerungsprogramm in Marktschellenberg. Anfang Oktober des gleichen Jahres wurde schließlich im Rahmen eines Dorffestes der offizielle Abschluss gefeiert. „Durch das großartige Entgegenkommen des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberbayern konnten in Marktschellenberg letztendlich 1,3 Millionen Euro, also etwa 30 Prozent mehr als ursprünglich veranschlagt, investiert werden“, freute sich der Gemeindechef.

Nicht nur neue Wegen und Straßen brachte das Dorferneuerungsprogramm: Im Mai 1995 konnten die Bürger und Bürgerinnen der kleinen Gemeinde das erste Mal den „Marktschellenberger Boten” lesen. „Ein Informationsblatt, das heute niemand mehr missen möchte“, weiß auch Altbürgermeister Alfons Kandler. Auch ein Bauernmarkt, der regelmäßig am Kirchenvorplatz stattfand, wurde anfangs ins Leben gerufen. Allerdings wurde dieser mangels Resonanz im Jahr 2004 wieder eingestellt. Ebenfalls im Zuge der Dorferneuerung entstand die Ortschronik von Marktschellenberg. 1993 begann der Arbeitskreis „Ortschronik – Heimatbuch” unter der Leitung von Dorothea Kurz, Altbürgermeister Alfons Kandler, Notburga Schiffl und Ludwig Springl mit der Erstellung dieser. Im Dezember 1998 konnte das Werk der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Dank zollte Bürgermeister Halmich „allen Mitwirkenden in der Dorferneuerung für die geleistete Arbeit.“ Besondere Worte richtete er an den Altbürgermeister Kandler: „Alfons, Du warst mit die treibende Kraft unserer Dorferneuerung, von Anfang an. Dein Einsatz hat den Erfolg der Projekte sichergestellt.“ Weiterhin richtete Halmich sein Dankeschön an Thomas Dufter von der Flussmeisterstelle in Piding. Erst durch ihn habe der Findling, der nun in Marktschellenberg anzutreffen ist - ein „Wahrzeichen der Dorferneuerung“ - seinen Weg in die Gemeinde gefunden.

kp

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