1000 Lungentransplantierte in der Schön Klinik

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Mit der Spenderlunge wieder Kraft und Ausdauer gewinnen: Sarah Hörtkorn ist die 1.000ste Patientin nach Lungentransplantation in der Schön Klinik Berchtesgadener Land. Sie trainiert mit Mundschutz, da ihr Immunsystem bewusstweitgehend außer Kraft gesetzt wurde, um einer Abstoßung des fremden Organs vorzubeugen

Berchtesgaden - Am 4. Juni, dem „Tag der Organspende“, rückt das Thema Organspende wieder ins öffentliche Bewusstsein. Die 24-jährige Sarah Hörtkorn verdankt beispielsweise der Organspende ihr Leben:

Aktuell trainiert Sarah Hörtkorn ihre körperliche Fitness mit Blick auf den Watzmann. Sie ist die 1.000 Patientin, die nach einer Lungentransplantation in derSchön Klinik Berchtesgadener Land aufgenommen wurde. Damit hat die Klinik europaweit die meisten Patienten nach einer Lungentransplantation rehabilitiert.

Am Tag ihrer schriftlichen Abschlussprüfung ereilte Sarah Hörtkorn der Schock: Die damals 22-jährige hatte zwei Wochen zuvor erstmals Atemnot beim Treppensteigen bemerkt, dann fehlte ihr oft sogar die Puste beim normalen Gehen. Bis zu der schriftlichen Prüfung zur Einzelhandelskauffrau hielt sie noch durch. Am gleichen Nachmittag ging sie aber zum Arzt und musste sofort ins Krankenhaus. „Ich wurde mittenaus dem gesunden Leben gerissen. Während meine Schulfreundinnen feiern gingen, lag ich bereits auf der Intensivstation“, berichtet die zierliche 24-jährige. Die Ärzte diagnostizierten einen gravieren den Lungenhochdruck, fünf Monate später stand ihr Name auf einer Liste zur Lungentransplantation. Sie hatte Glück, bekam relativ rasch eine Spenderlunge und wurde im Münchener Transplantationszentrum Klinikum Großhadern operiert. Inzwischen bereitet sie sich in der Schön Klinik Berchtesgadener Land auf ihr Leben mit der neuen Lunge vor und ist ihrem Spender „unendlich dankbar, dass er sich zur Organspende bereit erklärt und mir das Leben gerettet hat.“

„Viele Patienten empfinden die Transplantation so, als habe man ihnen ein neues Leben geschenkt“, bestätigt Prof. Dr. Bruno Meiser, der Präsident von Eurotransplant, der Vermittlungsstelle für Organspenden in Deutschland, den Beneluxstaaten, Österreich, Slowenien und Kroatien. Er war in die Fachklinik nach Schönau am Königssee gereist, um das Jubiläum der 1.000sten Lungentransplantations-Patientin mit dem dortigen Rehabilitations-Team zu feiern.

In der Schön Klinik trifft Sarah Hörtkorn auf andere Patienten mit ähnlichem Schicksal und erlernt die wichtigen medizinischen und hygienischen Regeln, um ihren Alltag trotz Transplantation gut bewältigen zu können. Neben Schulungseinheiten besteht ihr Rehabilitationsprogramm austäglicher Atem- und intensiver medizinischer Trainingstherapie, um wieder an Ausdauer und Kraft zu gewinnen. Dass sie sich mit anderen Transplantationspatienten austauschen kann, hilft ihr: „Es beruhigt mich total, dass ich hier mit Menschen sprechen kann, die bereits 10 oder gar 17 Jahre gut mit der Spenderlunge leben. Auch kann ich sofort von der Erfahrung der Mitpatienten profitieren, wenn in konkreten Situationen, z.B. beim Essen, Fragen auftauchen“, erläutert Sarah Hörtkorn.

Der Transplantations-Experte Prof. Meiser bedauert, dass bei weitem nicht ausreichend viele Organe gespendet werden und unterstützt daher den alljährlich stattfindenden „Tag der Organspende“. Im letzten Jahr konnten deutschlandweit nur knapp 300 Lungen-Transplantationen durchgeführt werden. Ein großer Teil dieser Patienten kam nach der Operation zur Rehabilitation in die Schönauer Fachklinik. Seit 1998 ist das pneumologische Fachzentrum unter Chefarzt Dr. Klaus Kenn in diesem Bereich sehr aktiv und hat – da bis dahin eine Rehabilitation für Transplantierte nicht üblich war – neue Konzepte für die Phase vor und nach Transplantation entwickelt. Um eine Abstoßung des Organs zuvermeiden, müssen nach der Transplantation sehr strenge Hygieneregeln eingehalten werden, da die Immunabwehr der Patienten durch Medikamente weitgehend außer Kraft gesetzt wird.

Vor der Transplantation bereitet ein Team von Ärzten, Pflegern, Physiotherapeuten, Psychologen, Sozialpädagogen und Ernährungsberatern die Patienten auf ihren Alltag mit dem Spenderorgan vor. Zudem trainieren sie ihre körperliche Leistungsfähigkeit, wobei viele zu Beginn so schwach sind, dass das Training anfangs nur mit motorunterstützten Fahrrad-Ergometern möglich ist. Bereits seit dem Jahr 2000 sammelt die Schönauer Klinik wissenschaftliche Daten über die Transplantationspatienten und kann mittlerweile auf die weltweit größte Datenbank in diesem Bereich zugreifen. Dadurch ist exakt messbar, dass die Patienten ihre körperliche Leistungsfähigkeit, aber auch ihr psychisches Wohlbefinden und ihre Lebensqualität deutlich verbessern.

Pressemitteilung Schön Klinik Berchtesgadener Land

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