Zweite bayerische Impfwoche startet

Bad Reichenhall - Schutzimpfungen sind die wirksamste Gesundheitsvorsorge und würden die aktuell rasche Ausbreitung der oft verharmlosten Viruserkrankung verhindern.

2010 gab es in Oberbayern 174 Masernfälle, in ganz Bayern 219. Bereits in den ersten zehn Wochen dieses Jahres waren in München 60 Maserninfektionen gemeldet. Die meisten Erkrankten waren Jugendliche. Auch im Landkreis Berchtesgadener Land gab es im vergangenen Jahr einen kleineren Masernausbruch bei ungeimpften Schulkindern.

Masern verlaufen durchaus nicht immer harmlos – sie können einen ernsthaften Verlauf nehmen. Bei erkrankten Kindern können Komplikationen wie etwa Mittelohr- und Lungenentzündungen auftreten. Etwa 1-2 von 1000 erkrankten Kindern entwickeln eine schwere Hirnhautentzündung, die letztlich zum Tod oder bleibenden Schäden führen kann. Masern sind bereits bei Verdacht meldepflichtig, d.h. Arztpraxen, Krankenhäuser sowie Kinderbetreuungs- einrichtungen und Schulen müssen dem Gesundheitsamt jeden Verdachtsfall melden. Eltern von erkrankten Kindern müssen die Erkrankung dem Kindergarten oder der Schule mitteilen.

Es war zunächst erklärtes Ziel der WHO, die Masern in Europa bis 2010 auszurotten! Dieses Ziel wird nun bis 2015 angestrebt. Dazu muss eine Durchimpfungsrate über 95% erreicht werden. Die Masernimpfung ist eine Kombinationsimpfung mit Röteln und Mumps, beides ebenfalls hochansteckende Viruserkrankungen. Nach 2-facher Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln besteht lebenslanger Schutz.

Auch der Keuchhusten (Pertussis) nimmt wieder zu, und zwar wegen Impflücken besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Haben diese Husten von über 2 Wochen Dauer, so hat sich herausgestellt, dass in bis zu 10 % der Fälle die Ursache ein Keuchhusten ist. Diese ansteckenden Kranken bringen das Risiko mit sich, z.B. für noch ungeimpfte Säuglinge lebensgefährlichen Keuchhusten zu übertragen.
Es haben sich in Bayern bereits tragische Fälle ereignet, wo Eltern, Großeltern oder Geschwister ein Neugeborenes in der Familie mit Keuchhusten angesteckt haben, das dann schwer erkrankt ist. Deshalb soll bei allen Routine-Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus/Diphterie auch bei Erwachsenen ein Kombinationsimpfstoff zusätzlich gegen Keuchhusten eingesetzt werden. Wird in einer Familie eine Geburt erwartet, sollen alle engen Kontaktpersonen ohne sicheren Keuchhusten-Schutz diese Impfung nochmals erhalten.

Die Bayerische Impfwoche vom 4. bis 9. April 2011 ist eine gemeinsame Aktion aller Vertreter der bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI). Ärzte, Apotheker, Hebammen, öffentlicher Gesundheitsdienst, kassenärztliche Vereinigung, Krankenkassen, Wissenschaft und das Bayerische Gesundheitsministerium möchten in dieser Woche das Thema Impfen ins Bewusstsein bringen. Zu diesem Zweck finden vielfältige Aufklärungsaktionen in Arztpraxen, Apotheken, Gesundheitsämtern, Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen und Betrieben statt.

Das Landratsamt Berchtesgadener Land - Gesundheitsamt führt in den nächsten Wochen eine Impfbuchkontrolle und Impfberatung in allen 6. Schulklassen des Landkreises durch. Die Eltern erhalten dabei eine Information über eventuell noch fehlende Impfungen bei ihren Kindern und werden gebeten, diese beim Haus- oder Kinderarzt durchführen zu lassen. In den Kindergärten des Landkreises stehen an Infoständen Broschüren und Impfkalender bereit. Im Gesundheitsamt können Sie sich zu allen Impffragen telefonisch unter der Telefonnummer 08651/ 773801 oder auch persönlich nach Terminvereinbarung beraten lassen.

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

Rubriklistenbild: © pa

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