Zwei Möglichkeiten für Anger

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Trotz eines Zählfehlers ist Harald Kurzak mit dem Ergebnis des Verkehrsgutachtens zufrieden.

Bad Reichenhall - Wie vor zwei Wochen angekündigt, hat Prof. Harald Kurzak am Dienstagvormittag sein Verkehrsgutachten für den nördlichen Landkreis abschließend vorgestellt - mit Nachbesserungen.

"Was die vor zwei Wochen veröffentlichten Zahlen für das geplante Güterterminal in Teisendorf betrifft, müssen wir leider nachbessern", begann Kurzak seine Ausführungen. Bei einer ersten Vorstellung hieß es, dass bis zu 320 Lkw zum Terminal hin- und wieder wegfahren würden. Sie wurden aufgrund einer Zählung am Container-Terminal in München Riem ermittelt. Bei dieser Zählung seien allerdings Lkw mitgezählt worden, die leere Container von einem Lagerplatz geholt hätten, so Kurzak. "Einen solchen Lagerplatz wird es in Teisendorf nicht geben."

Dementsprechend wurde die Zahl der Lkw, die bei maximaler Auslastung und einem 18-Stunden-Betrieb - zu dem es auch nicht kommen soll -, zum Terminal in Teisendorf hin und wieder wegfahren würden auf 260 reduziert. An der Verteilung auf die umliegenden Straßen ändere sich nichts, so Kurzak.

Also bleibt Anger nach wie vor die leittragende Gemeinde der aktuellen Pläne. "Jeder Lkw mehr tut weh", gab Bürgermeister Silvester Enzinger zu. Allerdings müsse man über alles erst abschließend entscheiden, wenn es tatsächlich soweit sei. Damit bezog er sich auch auf die vorgestellten Verkehrszahlen, die sich bei einem Autobahnvollanschluss der Gemeinde ergeben würden.

Hat die ursprünglichen falschen Zahlen nicht zu verantworten, Landrat Georg Grabner.

"An der Stelle, an der sich die Autobahnausfahrt derzeit befindet, kann sie nicht bleiben", kam Harald Kurzak auf das Thema zu sprechen. Derzeit belasten rund 800 Fahrzeuge die Autobahn A 8 im Gemeindebereich Anger in Richtung München, 1600 sind es in Richtung Bad Reichenhall. "Sollte es zu einem Vollanschluss bei Aufham kommen, nimmt der Verkehr um 10 bis 20 Prozent zu", so Kurzak weiter. "Es gibt also zwei Möglichkeiten für die Gemeinde."

Die erste Möglichkeit wäre, dass die Ausfahrt in Richtung Aufham verlegt werde und es zu einem Vollanschluss käme. Dann würde der Verkehr rein auf die Staatsstraße 2103 verlagert und die gemeindlichen Straßen würden entlastet, so der Vorteil eines Vollanschlusses. "Allerdings würde der Verkehr auf der Staatsstraße dann um 2500 Fahrzeuge täglich auf 8500 ansteigen", führte Kurzak weiter aus. Das betreffe rein Anger und Aufham, in Richtung Piding oder Teisendorf werde sich das Verkehrsaufkommen kaum verändern.

Die zweite Möglichkeit für Anger wäre der Verzicht auf einen Vollanschluss. "Dann gibt es insgesamt eine um 1000 Fahrzeuge höhere Belastung auf der kompletten Staatsstraße von Teisendorf bis Piding. Derzeit sind es bei Aufham rund 5000 Fahrzeuge täglich." Die Lkws würden in jedem Fall auf der Staatsstraße zum geplanten Terminal fahren, ob mit oder ohne Autobahnanschluss, schloss Kurzak.

Landrat Georg Grabner beteuerte zum Abschluss der Präsentation noch einmal, dass es natürlich keine Gaudi sei, dass die ersten Zahlen zum Terminal die falschen waren. "Aber wer von uns hat noch nie einen Fehler gemacht."

Christine Zigon

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