Die Zukunft des Verkehrs ist öffentlich

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Von links nach rechts: Kreisvorsitzender Stefan Weber, 2. Vorsitzender und Moderator der Klausur: Christian Kleinert, Gottfried Mayer, stellvertretender Obmann des Vereins Regional-Stadt-Bahn.

Teisendorf - Mit einem zukunftsweisenden Thema setzte sich die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Berchtesgadener Land bei der Klausurtagung in Teisendorf auseinander - dem Konzept der Regional-Stadt-Bahn.

Dazu waren der Obmann und sein Stellvertreter vom „Regional-Stadt-Bahn-Verein“ (RSB) gekommen.

Mit klaren und eingängigen Worten stellte Gottfried Mayer die Idee und das Konzept der Regional-Stadt-Bahn vor. In der Großraumregion Karlsruhe sei ein ähnliches Konzept sehr erfolgreich bereits umgesetzt worden. Als Vision wurde das Zusammenwachsen der Regionen Oberösterreich, Salzburg, Berchtesgadener Land und Traunstein durch einen attraktiven Öffentlichen Personennahverkehr dargestellt. Ein qualitativ hochwertiges Angebot soll einen erheblichen Teil des motorisierten Individualverkehrs auf die Schiene bringen. Mayer nennt das: „Nachfrage durch ein Spitzenangebot erzwingen!“ und knüpft an den Erfahrungen auch in der Schweiz an. Schnelligkeit, kurzer Takt, ein dichtes Haltestellennetz, systematische Verknüpfung aller Linien im Takt und ansprechende Züge sind dabei der Kern des Konzeptes. Und als Züge dienen Modelle, die innerorts als Straßenbahn verkehren, außerorts wie eine Eisenbahn, mit hoher Beschleunigung, energieeffizient und bequem, die Haltestellen nahe den Nutzern bedienen.

„Investitionen von ca. 1 Milliarde Euro für zusätzliche, neue Schienenstränge und anteilige Grundstückskosten werden für die gesamte Region auf 25 Jahre verteilt anfallen“, so Gottfried Mayer. Davon abzuziehen seien Zuschüsse der öffentlichen Hand aus Österreich und Bayern sowie der EU. Letztlich werden auf die Gemeinden noch überschaubare Kosten von 700.- Euro pro Kopf in den 25 Jahren zukommen. „Die drei Regionen sollten sich diese Kosten leisten können. Vor allem die Vorteile für Natur, Bevölkerung, Umwelt und Lebensqualität stünden dem ebenso gegenüber wie der Attraktivitätssprung für den Tourismus“, bewertete Mayer.

Die Kommunen seien jetzt aufgefordert umzudenken und mit dem Konzept im Hinterkopf die erforderliche Infrastruktur zu planen. Auch neuralgische Bereiche wie die Weiterführung der Bahnlinie von Berchtesgaden in Richtung Königssee (Königssee-Bahn) wurden heiß diskutiert. „Es gibt eine realistische Lösung für diese Verbindung“ bewertete Mayer die konkreten Untersuchungen. Letztlich erfordere das Umdenken auch Mut von den Mandatsträgern, um für neue Konzepte gerade im Bereich der zunehmenden Mobilität offen zu sein. Vor dem Hintergrund einer prognostizierten Zunahme des Individualverkehrs im Großraum Salzburg um 33% in den nächsten Jahren stelle umweltverträgliche Mobilität im Interesse von Bürger und Wirtschaft für alle in der Region eine große Herausforderung dar.

Die Sensibilisierung zahlreicher Gemeinde- und Stadträte sowie der Bürgermeister der betroffenen Städte und Gemeinden ist derzeit noch das Hauptziel des Vereins für die Regional-Stadt-Bahn (RSB). Letztlich müssten sich die Bürgerinnen und Bürger mit dem Vorhaben identifizieren, damit es Erfolgreich habe. Die geplante Gesellschaft soll von den beteiligten Gemeinden und Regionen getragen und kontrolliert werden. Damit soll einem Missbrauch von Geldern der öffentlichen Hand entgegen gewirkt werden. Der Betrieb der RSB soll in einem späteren Schritt ausgeschrieben werden. Ein wichtiger Bestandteil sei dabei der Besitz der entsprechenden Gleisanlagen und der Züge. Ziel sei, dass die RSB so viel wie möglich Gleisanlagen im eigenen Besitz habe, um den Anforderungen eines modernes Verkehrs und der Flexibilität Rechnung zu tragen.

Auch das Thema Fahrpreise wurde angesprochen. Natürlich konnte Herr Mayer hierzu noch keine konkreten Preise nennen, jedoch wird durch die Preisgestaltung das Angebot so attraktiv gestaltet werden, dass die Bürgerinnen und Bürger das Angebot gerne annehmen und es sich bei ehrlicher Bewertung der Kosten des eigenen Autos rechnen wird. Dabei wird im Endausbau der Betrieb dieses Regionalverkehrs nicht defizitär sein, denn die Kosten werden durch eine realistisch angesetzte Zunahme der Nachfrage um 300 % gedeckt. „In vergleichbaren Regionen hat es noch deutlich größere Zuwachsraten gegeben, deshalb sind 300 % sehr realistisch“ blickt Mayer positiv in die Zukunft.

Die intensive Diskussion mit den Mandatsträgern der FWG Berchtesgadener Land zeigt die Brisanz und die Wichtigkeit dieses zukunftsweisenden Projektes. Eine sehr konkrete Machbarkeitsstudie wird in Kürze auf den Weg gebracht, sie soll in gut einem Jahr vorliegen. Weitere interessante Informationen sind auf der Webseite des Vereins zur Förderung der Regional Stadt Bahn unter www.rsb-salzburg.at abzurufen.

Pressemitteilung Freie Wählergemeinschaft (FWG) Berchtesgadener Land

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