Hat die Zukunft in Piding begonnen?

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Im Januar dieses Jahres hat Dieter Schönwälder (l.) zum zweiten Mal das Qualitätssiegel in Gold, der Qualitätsoffensive Berchtesgadener Land, von Landrat Georg Grabner erhalten.

Piding - Vor rund sechs Wochen ist in Piding das Ortsentwicklungskonzept vorgestellt worden. Jetzt scheint sich auf gewerblicher Seite etwas zu tun.

Eigentlich sieht das Ortsentwicklungskonzept keinen großflächigen Einzelhandel vor. Gleichzeitig sollen aber auch ortsansässige Unternehmen bevorzugt behandelt werden. Trotzdem oder deshalb hat der Pidinger Gemeinderat kürzlich den Expansionsplänen von Dieter Schönwälder nach elf Jahren endlich zugestimmt - unter Vorbehalt.

Seit 1999 versucht der Unternehmer mit seinem Rewe-Markt zu expandieren - bisher erfolglos. Seine neueste Idee scheint aber auch den Gemeinderat zu überzeugen - zumindest so langsam. Denn seit Januar versucht Schönwälder den Pidinger Entscheidungsträgern sein Projekt schmackhaft zu machen. Aufgrund des Ortsentwicklungskonzeptes wurde er immer vertröstet. Im September hat das Gremium jetzt mehrheitlich sein grundsätzliches Ok gegeben.

"Ich möchte den Standort Piding attraktiv mitgestalten mit einem Konzept der Zukunft", sagte Dieter Schönwälder gegenüber BGLand24. Aber mehr als "es wird eine innovative-ökologisch sinnvolle und nachhaltige Zukunftsplanung", ließ sich der Unternehmer nicht entlocken.

So viel ist klar: Schönwälder will mit seinem Einzelhandel umziehen - und zwar Richtung Autobahn. Kein Problem für die Gemeinderäte. Über die Größe und die Bauart wird aber wohl noch diskutiert werden müssen. "Wir haben Dieter Schönwälder ein Signal für die weitere Planung gegeben. Jetzt sind aber viele Schritte nötig", äußerte sich Bürgermeister Hannes Holzner verhalten.

Verhalten ist Schönwälder nur der Öffentlichkeit gegenüber. Er will jetzt zuerst Grundstücksverhandlungen führen, das Gespräch mit dem heimischen CSU-Landtagsabgeordneten Roland Richter und dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land, Thomas Birner, im Bayerischen Wirtschaftsministerium suchen, sowie Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner über seine Pläne informieren, um Klagen seitens der Stadt vorzubeugen. Dann stehen Verhandlungen mit Rewe an - und vielleicht die Präsentation der Pläne in der Öffentlichkeit.

Bis es aber so weit ist, hat Dieter Schönwälder mehr als genug zu tun. Am 14. Dezember wird am Triftplatz in Schönau am Königssee nämlich ein weitere Rewe-Markt (1400 Quadratmeter Verkaufsfläche) mit Getränkemarkt (500 Quadratmeter) eröffnet. Im Januar hat der Unternehmer noch beteuert, dass "eine erfolgreiche Führung zweier Märkte" aus seiner Sicht nicht machbar sei. Auch im Juni äußerte er sich noch dementsprechend: "Ich habe nicht das Ziel, jetzt oder später zwei Standorte zu betreiben."

Sein Herzblut scheint jedoch so an Piding zu hängen, dass er sich nicht gegen die Gemeinde entscheiden konnte, gleichzeitig aber dem neuen Verkaufsgebäude am Ortsrand von Berchtesgaden nicht widerstehen konnte. Kein Problem für den Handelsverband Bayern. Der unterstützt die Pläne des Unternehmers: "Wir sind davon überzeugt, dass ein solches Projekt einen erheblichen Werbeeffekt für die gesamte Gemeinde Piding haben wird." Hat in Piding die Zukunft also begonnen?

Christine Zigon

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