Wer zahlt ein mögliches „olympisches Defizit“?

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Berchtesgadener Land - Bündnis 90/Die Grünen bleiben bei ihrer Einschätzung, dass die Durchführung Olympischer Winterspiele auch am Königssee erhebliche finanzielle Risiken für den Landkreis bedeuteten.

Auf einer Sitzung der Grünen-Kreistagsfraktion wies Grünen-Kreistagsfraktionschef Dr. Bartl Wimmer die Darstellung von Landrat Georg Grabner zurück, dass eine solche Einschätzung falsch sei und dazu diene, die Bevölkerung zu verunsichern.

Die Information, dass der Landkreis sich dazu verpflichtet habe, einen Teil der Finanzierung für die Ausrichtung der Olympischen Spiele zu übernehmen, stamme schließlich aus einer offiziellen Informationsbroschüre der Olympiabewerbungsgesellschaft. Wenn hier wer falsche Aussagen in die Öffentlichkeit bringe, dann seien es also nicht Die Grünen. Er halte diese Darstellung in dieser Informationsbroschüre auch deshalb für glaubhaft, so Wimmer weiter, weil erst vor kurzem der Fraktionschef der SPD im Münchner Rathaus, Alexander Reissl, ähnliches erklärt habe.

Wenn man diese unterschiedlichen öffentlichen Darstellungen in Sachen Haftung für mögliche Defizite bei der Durchführung der Olympischen Winterspiele im Jahr 2018 halbwegs positiv für die Olympiabefürworter kommentieren wolle, so könne man vielleicht von einem „Kommunikationsdefizit“ der einzelnen handelnden Personen sprechen. Möglicherweise wolle aber auch der eine oder andere aus dem Lager der Olympiabefürworter finanzielle Risiken gegenüber der Bevölkerung bewusst verschweigen.

Dass die Durchführung der Olympischen Winterspiele 2018 mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden sein dürfte, belegt für Dr. Wimmer der Umstand, dass es der Bewerbungsgesellschaft bis heute noch nicht einmal gelungen ist, die vergleichsweise „lächerliche“ Summe von 30 Millionen Euro für die Bewerbung komplett aufzubringen. Hier war ja versprochen worden, dass diese Summe ausschließlich von Sponsoren aufgebracht werde.

„So wie es ausschaut, muss schon bei dieser relativ kleinen Summe der Steuerzahler zum Teil einspringen. Da hat wohl der eine oder andere „Olympionike den Mund zu voll genommen“, so Wimmer wörtlich. Weiter kritisierte Wimmer auch das hin und her beim Sportstättenkonzept. Ein umfassend nachhaltiges Sportstättenkonzept würde die vorhandenen Wettkampfstätten für Biathlon, Langlauf und Eisschnelllauf in Ruhpolding, Inzell und Oberstdorf nutzen, anstatt für diese Bereiche sogenannte „temporäre Anlagen“ zu errichten, die man nach den Spielen wieder abreißen müsse. Wenn ein solches nachhaltiges Sportstättenkonzept wegen angeblich zu weiter Wege beim IOC keine Chance habe, dann zeige das nur, dass Nachhaltigkeit für das IOC kein entscheidendes Kriterium sei.

Pressemitteilung Grüne BGL

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