"Es wird kein Moratorium geben"

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Bad Reichenhall - Das Thema Digitalfunk beschäftigt nach wie vor die Gemüter. Der Kreistag Berchtesgadener Land hat jetzt über ein mögliches Moratorium abgestimmt.

"Wir befürchten erhebliche gesundheitliche Schäden durch die Strahlung des Digitalfunknetzes", begründete Franz Eder von den Grünen den Antrag. "Außerdem ist nicht abzusehen, was finanziell auf die Kommunen zukommt." Deshalb wollen die Grünen, dass das Projekt BOS-Digitalfunk auf Herz und Nieren geprüft wird und zwar "gründlich, transparent, ergebnisoffen und umfassend". Neben Mängel und Risiken sollten auch Alternativen zum Digitalfunk aufgezeigt werden.

Genau die wurden zum Teil zuvor in einer Anfrage der FWG-Fraktion beantwortet. Die zielte nämlich darauf ab, ob der derzeitige Analogfunk noch ausreichend funktionsfähig ist, bis der Digitalfunk kommt. "Die Ersatzteil-Versorgung für die kommenden Jahre ist gesichert", bestätigte Ulrich Hölzl vom Landratsamt. "Die analoge Anlage hält noch acht bis zehn Jahre."

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"Trotzdem ist der Analogfunk keine Alternative für den Digitalfunk", gab Landrat Georg Grabner zu bedenken. "Wir können zwar dann schon noch funken, aber nicht im digitalen Netz." Der Landkreis wäre dann quasi abgeschlossen in seiner Kommunikation. Einen Zustand, den keiner der Kreisräte will, aber vom Digitalfunk sind auch nicht alle überzeugt, was die anschließende Grundsatzdebatte bestätigte.

Während vor allem die Grünen, aber auch Teile der SPD, der FWG und der ÖDP klare Mängel am System sehen und mit acht Stimmen für das Moratorium stimmten, gibt es auch die klaren Befürworter, die den Aussagen der Rettungskräfte zustimmen: "Wir brauchen einen neuen Funk." Sie lehnten mit einer deutlichen Mehrheit das Moratorium ab. Eine Diskussion, die immer wieder an den selben Punkt kommt: die gesundheitlichen Auswirkungen sind nicht wissenschaftlich zu belegen, die Ängste der Bevölkerung sind aber da.

Letztlich zog Polizeihauptkommissar Simon Mandrysch von der Projektgruppe DigiNet die Reißleine: "Es wird defacto kein Moratorium geben", erklärte er dem Gremium. Die Einführung des Digitalfunk im Berchtesgadener Land sei für Ende 2013/Anfang 2014 geplant. Insgesamt würden 23 Standorte für Funkmasten benötigt. Über diese würde die Firma telent direkt mit den betroffenen Gemeinden verhandeln.

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cz

Rubriklistenbild: © Digi Net

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