Windenergie fürs Berchtesgadener Land

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Berchtesgadener Land - Nach dem Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen hat sich auch die Kreistagsfraktion für die Nutzung der Windenergie im Berchtesgadener Land ausgesprochen.

Nach Ansicht von Kreistagsfraktionschef Dr. Bartl Wimmer gebe es auch im Landkreis ein nutzbares Potential für die Windenergie. Das habe der aktuelle Windatlas Bayern deutlich gezeigt. Selbstverständlich müsse jeder einzelne mögliche Standort eines Windrades auf mögliche negative Auswirkungen hin überprüft werden.

Für eine Tourismusregion wie das Berchtesgadener Land gebe es in Bezug auf den Landschaftsschutz sicherlich besondere Anforderungen. Nicht jeder Standort werde geeignet sein. Für einen generellen Ausschluß der Nutzung der Windenergie im Berchtesgadener Land gebe es aber keine sachliche Begründung.

Das Berchtesgadener Land sei bislang mit das Schlußlicht in ganz Bayern was die Nutzung der Windenergie anlange. Das müsse sich ändern. Im Nachbarlandkreis Traunstein gebe es immerhin schon fünf größere Windkraftanlagen.

Wimmer äußerte sich auch zur Debatte um mögliche Strompreissteigerungen durch die Energiewende und den Ausstieg aus der Atomenergie. Seiner Meinung nach werde diese Debatte unter Ausblendung eines wesentlichen Gesichtspunktes geführt. Es werde nämlich immer so getan, als ob die derzeitig genannten Kosten für die Kernenergie auch deren tatsächlichen Kosten entspräche. Dies sei aber mitnichten so. Würden die AKW-Betreiber ihre Reaktoren gegen das Risiko einer Kernschmelze versichern müssen, so müssten sie gigantische Versicherungsbeiträge entrichten.

Der wirtschaftliche Schaden eines Supergaus in Deutschland betrage laut einer Studie des renommierten Basler Prognos Institutes rund 5,5 Billionen Euro. Würde diese Schadenssumme nur halbwegs reel versichert werden müssen, wäre der Atomstrom 77mal so teuer wie heute angegeben. Tatsächlich müssten die Atomkonzerne ihre Reaktoren aber nur bis zu einer Schadenssumme von 2,5 Milliarden Euro versichern. Den Rest der Kosten eines Supergaus müssten die Steuerzahler berappen.

Aber noch ein anderer Kostenblock werde in der aktuellen Preiskalkulation für Atomstrom nicht berücksichtigt. Weltweit gebe es noch kein Konzept für die nötige Endlagerung des hochgefährlichen Strahlenmülls. Niemand könne daher abschätzen, welche Kosten hier noch entstünden. Wenn man die zwei genannten Faktoren berücksichtige, dann werde der Ausstieg aus der Kernenergie den Strompreis nicht verteuern, sondern verbilligen.

Auch Grünen-Kreisrat Franz Eder setzte sich für den Bau von Windrädern im Landkreis Berchtesgadener Land ein. Das könnten sowohl kleine Anlagen mit zwei oder drei Kilowattstunden Leistung „im eigenen Garten“ als auch große Windräder der Megawattklasse sein. Er könne sich vorstellen, so der Laufener zweite Bürgermeister weiter, dass sich der Landkreis aktiv als Koordinator zwischen den Landkreis-Gemeinden betätige und die Ausweisung von gemeindeübergreifenden Windvorrangflächen vorantreibe. So könne über die Gemeindegrenzen hinweg ein möglichst optimaler Standort für den Bau großer Windkraftanlagen gesucht werden. Auch über die Erstellung eines Windgutachtens könnte nachgedacht werden. Eder kündigte an, dass man demnächst das Thema Windkraft auch im Kreistag thematisieren wolle.

Pressemitteilung Grüne BGL

Rubriklistenbild: © pa

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