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Letzte Chance für Nachtschwärmer-Gutscheine

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Die JugendCard wird man in Zukunft nicht noch extra brauchen, um an die Nachtschwärmer-Gutscheine zu kommen.
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Landkreis - Steht nun das nächste Konzept für Jugendmobilität vor dem Scheitern? Sich zuerst die "JugendCard" und dann Taxi-Gutscheine für die Nacht zu besorgen, ist den meisten zu kompliziert.

Die Nachtschwärmer-Busse des Landkreises wurden immer weniger genutzt, da ließ man sich vor gut einem Jahr ein neues Konzept einfallen: Jeder Besitzer der JugendCard, die einmalig zwölf Euro kostet, kann sich, wenn er zwischen 16 und 21 Jahre alt ist, bei seiner Gemeindeverwaltung Gutscheine für Busse, Taxis und Bahn holen. Man zahlt zwei Euro, bekommt einen 5-Euro-Gutschein zurück. Gültig sind die Gutscheine zwischen 19 und 5 Uhr. Damit man auch unterwegs weiß, welche Unternehmen die Gutscheine akzeptieren, wurde eigens noch eine App eingerichtet. Klingt alles in Allem kompliziert und ist es wohl auch.

Magere 718 Gutscheine wurden verkauft

Gut ein Jahr nach Einführung der Nachtschwärmer-Gutscheine zog man im Landratsamt nun Bilanz: 718 dieser Gutscheine konnten die Gemeinden insgesamt verkaufen, weniger als zwei täglich im ganzen Berchtesgadener Land. "Die wurden bei weitem nicht so angenommen, wie wir uns das vorgestellt haben", gesteht auch Landrat Georg Grabner. 150.000 Euro will man ausgeben, um mit leicht verändertem Konzept den Nachtschwärmer-Gutscheinen nochmal eine Chance zu geben.

Die Gutscheine soll nun auch erhalten, wer keine JugendCard hat. Außerdem will man, noch stärker als bisher, die Werbetrommel rühren. Ein eigens eingerichteter Arbeitskreis brütete seit September über den Verbesserungen. Nach "intensiver Diskussion" unter Einbeziehung von Schülersprechern will man nun auch Schnuppergutscheine ausgeben und nicht mehr nur auf der Gemeinde die Gutscheine verkaufen. Welcher 18-Jährige geht auch schon in der Verwaltung aus und ein? Noch dazu bei Öffnungszeiten, die sich teils von den Schulzeiten kaum unterscheiden.

"Mehr kann man nicht machen"

"Es gibt wohl kaum einen Landkreis der mehr für die Mobilität der Jugendlichen tut. Mehr kann man nicht mehr machen", meinte Landrat Grabner. Steckt angesichts der bisher schlecht laufenden Gutscheine auch etwas Resignation in seinen Worten? Im Kreisausschuss am Montag war man einer Meinung, dass dies ein "letzter Versuch" für die Gutscheine sein soll. Die JugendCard im Gesamten sieht beispielsweise Edwin Hertlein auf der Kippe: "Das Verhalten der Jugendlichen beim Fortgehen hat sich dramatisch verändert. Wir wussten schon Wochen vorher was wir machen, meine Tochter weiß es heute oft nicht mal zwei Stunden vorher."

Ein Jahr will man den Nachtschwärmer-Gutscheinen mit dem neuen Konzept nun nochmal geben. Würde es vielleicht helfen, den Personenkreis bis zu den 26-Jährigen auszuweiten? Bezirksrat Wetzelsperger schmetterte die Idee ab: "Die Älteren interessiert das Null Komma Null. Außerdem sind die zu faul, sich solche Gutscheine zu holen" - Bisher sieht es so aus, als wären auch die Jüngeren zu faul dafür.

xe

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