Lärmschutz – auch für Bad Reichenhall?

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Waging - Ein steiniger Weg: Die Reichenhaller SPD informierte sich über die Lärmschutzmaßnahmen in Waging. Jetzt soll es auch um Bad Reichenhall leiser werden.

Es ist nicht einfach, aber möglich: Jahrelang haben die Waginger Lärmschutzmaßnahmen für die Bewohner der Strandbadsiedlung entlang der Staatsstrasse 2105 diskutiert. Finanzielle Hilfen des Staates und vom Land Bayern wurden der Gemeinde versagt. Erst mit der Entscheidung, es selber zu machen, konnte eine konkrete Maßnahme geplant und beschleunigt umgesetzt werden. Als die Entscheidung getroffen war, verging nur noch ein Jahr bis zur Genehmigung. Schon bald werde es soweit sein, so der zuständige Sachbearbeiter der Gemeinde Waging zu den Vertretern der Reichenhaller SPD.

Die Waginger Maßnahme ist nicht übertragbar, weil immer mehrere Faktoren zusammenspielen: Entfernung der Anlieger, Höhe der Häuser, die geschützt werden sollen, Höhe des Lärmschutzes und der Abstand zur Straße. Je näher an der Straße der Lärmschutz errichtet wird, desto niedriger kann er gebaut werden.

Es ist ein steiniger Weg, so der Projektleiter in der Gemeindeverwaltung. Aber Waging zeigt, eine Gemeinde kann für seine Bürger etwas tun. In Waging haben die Anwohner das Projekt unbedingt gewollt und auch selbst einen finanziellen Beitrag geleistet. Dadurch ist es erst möglich geworden. Noch im September soll mit der Baumaßnahme begonnen werden und bis Weihnachten ist die Fertigstellung geplant. 570 Meter lang, davon zwei Drittel mit einer Höhe von 4,50 Meter und ein Drittel mit 4,00 Meter können mit einer Summe von rund 350.000,- Euro verwirklicht werden. Die berechnete Lärmreduzierung beträgt 26 d BA. Ein signifikanter Wert, der die Lebensqualität an einer solchen Straße spürbar erhöht und den Wert der Immobilien auch noch für die Hinterlieger in zweiter und dritter Reihe erheblich verbessert.

Die Reichenhaller SPD ist überzeugt, dass die in Reichenhall geplagten Anwohner zumindest eine konkrete Prüfung erwarten können: wie ein Lärmschutz an der Umgehungstrasse aussehen könnte, was es kostet, was es bringt, insbesondere ob neben der Umgehungstrasse ausreichend Platz vorhanden ist, so die Vertreter der SPD. Selbst wenn eine Verwirklichung nicht in einem Zug möglich ist, sollte ein Anfang bald gemacht werden.

Der seit 30 Jahren favorisierte Kirchholztunnel hat sich spätestens mit dem Fehlschlag des Bürgerbegehrens als Illusion erwiesen. Grundsätzlich bleibt die SPD bei der Position, dass Lärmschutz Aufgabe des Bundes ist und nicht die der Gemeinden. Mit diesem Grundsatz ist aber Waging nicht weiter gekommen. Ein solcher Lärmschutz ist nur als „Notwehrmaßnahme“ zu rechtfertigen, so die SPD. Oder als Ausweg, wenn viele Jahre ein falsches und untaugliches Ziel verfolgt wurde. Das Beispiel Waging zeigt, wenn die Anwohner Eigeninitiative entwickeln und eine gewisse Eigenbeteiligung leisten, sind Lösungen möglich. Teilnehmer der SPD Reichenhall in Waging: Bürgermeister Manfred Adldinger, Fraktionssprecher Wolf Guglhör, Elli Reisch und Ulrich Scheuerl.

Das Gespräch wurde mit Genehmigung des Bürgermeister Herbert Häusl mit dem Bautechniker Franz Fenninger durchgeführt. Die Reichenhaller SPD ist anlässlich eines Artikels im Reichenhaller Tagblatt über das Waginger Lärmschutzprojekt nach Waging gefahren.

SPD Bad Reichenhall

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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