Bergwacht beim Flughafenf​est

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Oberschleißheim - Das BRK hebt ab: Beim großen Flughafenfest präsentierten sich auch die Bergwachtler aus Berchtesgaden.

Am vergangenen Wochenende feierte der Flughafen Oberschleißheim sein 100-jähriges Bestehen. Zudem sind die Bundespolizei Fliegerstaffel Süd seit 50 Jahren und das Deutsche Museum mit seiner Flugwerft seit 20 Jahren am Flughafen Oberschleißheim angesiedelt. Das Dreifach-Jubiläum war Anlass für ein zweitägiges Flughafenfest, bei dem die Reichenhaller Bergretter mit Rettungstau- und Windenvorführungen ihren hohen Ausbildungsstand präsentieren konnten.

Der Flughafen in Oberschleißheim hat eine wechselvolle 100-jährige Geschichte. Dank der Außenstelle des Deutschen Museums in München als Flugwerft und Ausstellung über die Geschichte der Luftfahrt, ist der Sportflughafen nicht nur für Flieger bekannt und interessant. Zusammen mit der Fliegerstaffel Oberschleißheim der Bundespolizei wurde zum großen zweitägigen Fest dieser drei Jubiläen geladen. Insgesamt über 6.000 Besucher wurden an beiden Tagen gezählt. Mit dem Fly-In kamen viele historische Flugzeuge und moderne Kleinhubschrauber eingeflogen. Die Bundespolizei präsentierte sich und ihr Aufgabengebiet auf der großzügigen Außenfläche im sogenannten „Static Display“.

Die Besucher konnten die Hubschrauber der Bundespolizei vom Typ „EC 135“, „EC 155“ und „Super Puma“ nicht nur in Augenschein nehmen, sondern bekamen auch von den zahlreichen Piloten alle Fragen beantwortet. Vor allem für die Kinder war das Platznehmen im Cockpit der Maschinen ein echtes Erlebnis. Zu Gast waren auch eine „EC 135“ der Bayerischen Polizei sowie der Rettungshubschrauber „Christoph 1“ aus München, eine BK 117.

Die Spezialeinsatzkräfte stellten in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie Feuerwehr und Rettungsdienst bei Vorführungen ihre Arbeit vor. Damit kamen auch die Reichenhaller Bergretter ins Spiel: Die Piloten des in Bad Reichenhall allseits bekannten Rettungshubschraubers „Christoph 14“ aus Traunstein und von „Christoph 17“ aus Kempten werden von der Bundespolizei in Oberschleißheim gestellt. „Die Anfrage an die Reichenhaller Bergretter, ob sie die insgesamt vier Flugvorführungen an diesen beiden Tagen durchführen wollen, wurde ohne zu zögern mit „Natürlich“ beantwortet“, berichtet Bergwacht-Pressesprecher Marcus Goebel. So fuhren insgesamt zehn Luftretter aus Bad Reichenhall für ein Wochenende nach Oberschleißheim, um dort mit einem eigenen Stand die Bergwacht Bayern zu repräsentieren und die Vorführungen durchzuführen. Mitgefahren nach Oberschleißheim wären gerne mehr Luftretter, jedoch musste für das Veranstaltungswochenende auch die Einsatzfähigkeit der Reichenhaller Bergwacht sichergestellt sein.

Bereits am Freitagnachmittag war die Generalprobe für die Luftretter: Vor dem Briefing für die Reichenhaller gab es erst einmal ein „großes Hallo“ der Luftretter mit den Teams der Rettungsstationen, da sich die meisten der Akteure für die Rettungstau- und Windenvorführungen bereits kannten. Goebel: „Seit Jahren, ja schon Jahrzehnten ist hier eine kollegiale Zusammenarbeit bei vielen Einsätzen und Übungen gewachsen. So verwundert es nicht, dass die Generalprobe nach Plan verlief und die Verantwortlichen der Bundespolizei Fliegerstaffel vom Ablauf begeistert waren.“

In den jeweils 15-minütigen Vorführungen der Bergretter sollten verschiedene Szenarien dargestellt werden: das Auffinden eines vom Feuer eingeschlossenen und leicht verletzten Feuerwehrmannes bei einem Waldbrand und anschließender Rettung mit dem Rettungstau. Dabei wurde dem Publikum der gesamte Ablauf über Lautsprecher erläutert: Vom Suchflug über das Einhängen des Rettungstaus in die Lasthakenanlage der „EC 135“ durch den Luftretter, Absetzen der Rettungskräfte am Einsatzort und Rettung des Eingeschlossenen. Auch die Kommunikation der Einsatzkräfte per Funk wurde über die Lautsprecheranlage an die Besucher übertragen. Der zweite Teil der Vorführung bestand in der Windenrettung eines verletzten Bergsteigers mit einer „EC 155“, versorgt und gesichert im Luftbergesack. „Einzig ungewohnt für die Reichenhaller Bergretter war das Terrain, eine ebene Wiese mit viel Platz für die Einsatzkräfte. So mancher Mime kam sich da etwas verlassen auf weiter Flur vor. Für die Bergwachtler fehlte einfach der Abgrund“, erklärt Goebel. Die beiden aufgestellten Feuerwehrfahrzeuge, die das unwegsame Gelände mit Bergen und Schluchten darstellen sollten, gaben zumindest einen Anhaltspunkt, wo auf der weiten Flur der Hubschrauber zur buchstäblichen Rettung einschwebte.

Funkdisziplin und perfektes Arbeiten unter den Augen tausender Besucher waren von allen Beteiligten gefragt. Obwohl die Rettungskräfte ihre Positionen bei allen vier Vorführungen durchtauschten, verliefen die Rettungsaktionen jedes Mal perfekt. Auch der von der Regie gesteckte enge Zeitrahmen wurde eingehalten. Gerhard Opperer, Geschäftsführer und Alois Glück, Vorsitzender der Bergwacht Bayern, wohnten am Samstagnachmittag auch den Vorführungen bei und fanden reichlich Lob für die Arbeit der Reichenhaller Bergretter. Der begeisterte Applaus der Zuschauer für alle Akteure ging beim abschließenden Formationsflug der Hubschrauber akustisch zwar unter, fand sich im vielen Lob für die Vorführungen am Stand der Bergwacht aber wieder.

„Die Arbeit an und mit Hubschraubern ist für alle Beteiligten immer auch gefährlich. Für die Reichenhaller Luftretter war das Wochenende aber eine hervorragende Gelegenheit zum Üben und zum Präsentieren der eigenen ehrenamtlichen Arbeit gegenüber einem breiten Publikum. Wer meinte, die Reichenhaller Bergretter lassen es nach der Einweihung ihrer neuen Bergrettungswache jetzt ruhig angehen hat sich hier getäuscht. Die Ideen für die nächsten Übungen sind schon geboren. Die ersten Vorbereitungen wurden am Wochenende bereits getroffen“, erklärt Goebel.

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser