Vier Gegner aus dem Weg geräumt

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Kirrlach/ Anger/ Burghausen - Riesen Erfolg für Ringer Bernie Mayr vom SC Anger. Bei der Deutschen Meisterschaft im griechisch-römischen Stil holte er in der Gewichtsklasse  - 84 kg den zweiten Platz.

Dabei musste sich der Feichtener erst im Finale gegen seinen langjährigen Dauerrivalen Jan Fischer (KSV Köllerbach) knapp geschlagen geben. In den ersten Stunden überwog bei Mayr noch die Enttäuschung über den verlorenen Finalkampf: "Bissl enttäuscht bin ich schon. Ich habe gut gerungen und gemacht, was möglich war. Letztlich muss ich mit der Silbermedaille zufrieden sein."

Mayr musste auf dem Weg ins Finale vier Gegner "aus dem Weg" räumen. Nach seinem Auftaktsieg gegen Tom Linke (FSV Stralsund) kam es gleich zum vorentscheidenden Duell mit dem künftigen Aalener Bundesligaringer Ramsin Azizsir. Der in Einzelwettbewerben weiter für den ASV Hof startende Jungstar konnte Mayr in den letztjährigen Mannschaftskämpfen zwei Niederlagen beibringen.

Bei der "Deutschen" zeigte Mayr, dass sich seine wochenlange, intensive Vorbereitung gelohnt hatte: Nach zwei engen Kampfrunden stand der Sieger fest: Mayr hatte den Junioren Europameister des vergangenen Jahres die Grenzen aufgezeigt und marschierte - mit enormen Selbstvertrauen ausgestattet - Richtung Finale, auf dessen Weg ihm Nils Holk (TV Essen-Dellwig) nicht gefährlich werden konnte und auch wie schon im vergangenen Jahr Dominique Engel vom KSV Gersweiler in zwei knappen Kampfrunden (1:0 und 1:0) das Nachsehen hatte. "Da wusste ich das er mir nichts tun kann, nachdem ich im Stand schon den Einser geschrieben hatte" war sich Mayr in dem Kampf sicher. Damit war der Weg zur Neuauflage des letztjährigen Finales frei, in dem der SCA-Mittelgewichtler im 132. Kampf der dreitägigen Titelkämpfe auf den letztjährigen Deutschen Meister Jan Fischer vom KSV Köllerbach wartete.

Fischer war im Vorteil, da er aufgrund der Auslosung zuerst in die Oberlage durfte. Im Stand hatte er zuvor alle Aktionen Mayrs blockiert und sich dabei an den Bundesliga Kampf in Anger erinnert, als der Angerer mit einem Schwunggriff punktete. "Im Boden hat er dann seine Stärken ausgespielt" so Mayr der fair anerkannte, dass der Köllerbacher "verdient Deutscher Meister geworden ist." Für Azizsir, der in Expertenkreisen als die große Olympiahoffnung für 2012 gehandelt wird, endete die Meisterschaft nicht planmässig, nachdem er in der Hoffnungsrunde nach einer Handverletzung vorzeitig aufgeben musste und nur Neunter wurde.

Angers Stützpunkttrainer Zoltan Kovacs freute sich über die gezeigte Leistung Mayr's: "Bernie hat sich sehr gut vorbereitet und war auf dem Punkt fit. Ich bin mit der gezeigten Leistung sehr zufrieden." Beim SC Anger war die Freude über den Erfolg Mayrs trotz des verlorenen Finales entsprechend groß: "Das ist eine super Leistung von Bernie. Wir wussten, dass er in seiner Form ganz vorne mit dabei sein konnte. Dass es jetzt auch mit einem Erfolg gegen Azizsir wieder zur Silbermedaille gereicht hat ist eine riesen Sache. Wir freuen uns natürlich alle darüber und gratulieren dem Bernie zu seiner Vizemeisterschaft" zeigte sich Angers zweiter Abteilungsleiter Tobias Klouceck erfreut über den Erfolg des Greco-Mittelgewichtlers, der mit dem gleichen Erfolg im vergangenen Jahr auch das Ticket zur Europameisterschaft löste, das aber in diesem Jahr wohl dem Deutschen Meister Fischer vorbehalten bleibt wie Mayr erläuterte.

Nach den guten Leistungen bei den Bayerischen Meisterschaften, die der Burghausener Andreas Maier (- 60 kg) fast im Schongang für sich entscheiden konnte, war sein im Vorfeld geäußertes Ziel eines "Platzes unter den ersten Fünf" durchaus berechtigt. Das untermauerte der Chemielaborant gleich in der 1. Runde seines Kampfes gegen Lukas Wagner (AC Heusweiler), den er mit 6:0 abfertigte. Das völlig überraschende Aus kam dann in der 2. Runde, als er nach einem Konter aufs Blatt musste. Wagner schied im folgenden Kampf aus und damit war auch für Maier Schluss, der das Turnier mit einem in Anbetracht seines Leistungsniveaus unbefriedigenden 14. Platz beendete.

Nicht zufrieden sein konnte auch der Ex-Angerer Heinz Marnette in der Gewichtsklasse - 66 kg, der inzwischen für den Zweitligisten VfK Schifferstadt ringt. Nach einem erwarteten Auftaktsieg musste er wie schon im vergangenen Jahr gegen den Mitfavoriten Markus Thätner (RSV Frankfurt/ Oder) eine Drei-Runden Niederlage einstecken. Da dieser wiederum gegen den späteren Deutschen Meister Christian Fetzer (TSV Herbrechtingen) verlor, war für Marnette, der im vergangenen Jahr Bronze holte, nach zwei Kämpfen Schluss. Ein achter Platz war unter den Erwartungen des Leichtgewichtlers. Die Bedeutung der Titelkämpfe stellte Ringer Präsident Manfred Werner heraus: "Die Meisterschaften sind eine Standortbestimmung für die griechisch-römisch Ringer auf dem Weg zur Europameisterschaft 2010 in Baku (Aserbaidschan)." Daneben würden bereits jetzt die Weichen für London 2012 gestellt, auf deren Weg die Europameisterschaften in Dortmund im kommenden Jahr ein Meilenstein für den Deutschen Ringsport ist.

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