Randvolle Hilfsgüter-Lager erfreuen das BRK

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Landkreis - Zum neunzigsten Mal fährt am Donnerstag der Hilftransport der Ungarnhilfe des Roten Kreuz ab. Die Hilfsgüter-Lager voll, nun werden junge Leute zum Verladen gesucht.

Edi Schmid und sein ehrenamtliches Ungarnhilfe-Team der BRK-Bereitschaften, der Bergwacht im BRK, der BRK-Wasserwacht und des Deutschen Alpenvereins (DAV) haben 2014 den mittlerweile 89. Hilfsgütertransport des heimischen Roten Kreuzes nach Ungarn durchgeführt. Am 30. Oktober startet der 90. Transport, wobei bis dahin keine Spenden mehr angenommen werden können, da die Hilfsgüter-Lager im Berchtesgadener Land übervoll sind. „Wir danken der heimischen Bevölkerung für ihre Unterstützung, denn die Not vor Ort ist wirklich groß. Die Menschen in Ungarn brauchen alles!“, berichtet Schmid.

Junge Leute zum Anpacken gesucht

Seit 23 Jahren besteht eine gelebte Freundschaft zwischen dem ungarischen Rotkreuzverband im Komitat Zala westlich des Plattensees und der BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall. Seit vielen Jahren werden die Hilfsaktionen auch von Mitgliedern des DAV, der BRK-Wasserwacht und der Reichenhaller Bergwacht tatkräftig unterstützt. Organisator Schmid sucht für seine vor allem aus Rentnern bestehende Gruppe auch dringend junge Leute, die beim Verladen der zum Teil schweren Möbelstücke helfen können. „Aktuell sind wir ein gemischtes Team aus BRK-Bereitschaft, Bergwacht im BRK, BRK-Wasserwacht und Alpenverein. Wir bräuchten ein paar jüngere Leute, die von Zeit zu Zeit mit anpacken, Möbel aus Wohnungen abholen und auf Lastwagen verladen können“, erklärt Schmid. Kontakt zum Roten Kreuz bekommt man über die Telefonnummer 08651/9590-0.

Nur fünf Prozent der Menschen sind finanziell gut abgesichert

Obwohl Ungarn mittlerweile schon zehn Jahre zur Europäischen Union gehört, hinkt es noch immer weit hinter dem europäischen Wohlstand hinterher: Nur rund fünf Prozent der Menschen sind finanziell gut abgesichert. Der Rest zählt zu den so genannten Mittel- und Schlechtverdienern. Die Mehrwertsteuer hat mittlerweile 27 Prozent erreicht. 30 Prozent der Menschen sind Rentner, 20 Prozent Kinder unter 19 Jahren und sechs Prozent leben mit einer Behinderung, 14 Prozent sind arbeitslos und nur 30 Prozent zählen zu den Erwerbstätigen, wobei davon 14 Prozent lediglich einen Mindestlohn verdienen. „Das Einkommen einer Familie reicht gerade nur so für das tägliche Brot“ bedauert Schmid, der im Berchtesgadener Land nach wie vor Hilfsgüter sammelt und sie mit seinem ehrenamtlichen Team einlagert und regelmäßig nach Ungarn bringt. Die Transportkosten werden vom BRK mit Spendengeldern finanziert.

Das Bayerische Rote Kreuz in einer Vorbildposition

Das URK versorgt im Komitat Zala mit rund 300.000 Einwohnern die bedürftige Bevölkerung in über 250 Dörfern und Städten und betreibt vier Obdachlosenheime, in denen täglich etwa 400 Menschen untergebracht und verpflegt werden. In den kalten Wintermonaten werden vom URK weitere 200 so genannte Brückenschläfer ohne festen Wohnsitz täglich durch eine Volksküche versorgt, in der die Betreuten auch warme Getränke und Kleider erhalten. „Die Ungarn haben sich bei ihren Diensten einiges vom BRK abgeschaut“, berichtet Schmid, der seit über 20 Jahren einen regen Erfahrungsaustausch pflegt. Das URK in Zala unterhält mittlerweile in 75 Orten den Hausnotruf, sammelt jährlich rund 15.000 Blutkonserven, bildet die Bevölkerung in Erster Hilfe aus, unterhält in den meisten Orten einen ambulanten Alten- und Krankenpflegedienst, betreibt Kleiderkammern und betreut Behinderte, Alkoholiker und psychisch Kranke. Neben 160 haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern helfen noch rund 2.000 Ehrenamtliche bei der Versorgung der bedürftigen Bevölkerung mit.

xe/ml/Bayerisches Rotes Kreuz

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