Kletterer am Wartsteinkopf vermisst

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Schneizlreuth - Eine Zweier-Seilschaft war am Montagnachmittag von Unwettern überrascht worden. Bergwacht und Polizei mussten das Schlimmste befürchten.

Bergwacht und Polizei mussten am Montagnachmittag bei starken Regenschauern am Wartsteinkopf im Gebiet der Reiter Alpe nach zwei vermeintlich verunglückten Kletterern suchen. Der Einsatz löste sich in Wohlgefallen auf, als die Zweier-Seilschaft vom Hubschrauber aus unversehrt unterhalb der Wartsteinkante gesichtet wurde und mit Handzeichen deutlich machte, dass sie keine Hilfe braucht.

Gegen 15.40 Uhr hatte ein Bauer vom Tal aus Hilferufe vernommen und einen Notruf abgesetzt. Die Integrierte Leitstelle Traunstein alarmierte daraufhin den Einsatzleiter der Reichenhaller Bergwacht, der neben seiner Mannschaft auch einen Polizeihubschrauber anforderte. Da an der Bergstation auch noch zwei herrenlose Rucksäcke gefunden worden waren, mussten die Retter von einem alpinen Notfall ausgehen. Gesichert war zu Beginn des Einsatzes lediglich, dass eine Zweierseilschaft in der Wartsteinkante unterwegs war und zuletzt von der Seilbahn aus im unteren Wanddrittel gesichtet wurde. Offensichtlich waren die Kletterer trotz Schlechtwetterprognose für den Nachmittag erst gegen Mittag in die Tour eingestiegen.

Während starke Regenschauer einsetzten und der Berg immer wieder hinter dichten Wolken verschwand, entschied sich der Einsatzleiter der Bergwacht die inzwischen 17 Mann starke Mannschaft aufzuteilen. Eine Gruppe fuhr per Geländewagen über die Forststraße bergauf und stieg dann zu Fuß in Richtung der Kletterroute auf. Parallel dazu fuhren die Bergführer und Sportkletterer der Einsatzkräfte mit einem Einsatzleiter aus der Einsatzleitgruppe mit der Seilbahn auf die Reiter Alpe. Zur besseren Erreichbarkeit der einzelnen Gruppen über Funk wurde von der Bergwacht Freilassing ein Relais aufgebaut und das Einsatzfahrzeug als mobile Einsatzzentrale genutzt.

Vermeintlicher Kletterunfall am Wartsteinkopf

Die Besatzung des inzwischen eingetroffenen Polizeihubschraubers „Edelweiß 1“ nahm am Landeplatz in Oberjettenberg zwei Bergwacht-Luftretter auf und suchte die gesamte Wartsteinkante aus der Luft ab, wobei eine Zweier-Seilschaft im Abstieg entdeckt wurde. Mit Handzeichen machten die Kletterer deutlich, dass sie keine Hilfe brauchen. Der Hubschrauber landete wieder im Tal und die Besatzung wartete zunächst, bis einer der beiden Fußtrupps Kontakt zur Seilschaft hergestellt hatte. Durch die aufreißende Wolkendecke konnten die Retter von der Seilbahn-Gondel aus eine Sicht- und Rufverbindung zu den Bergsteigern in der Wand herstellen. Als definitiv klar war, dass kein Notfall vorliegt, konnten Bergwacht und Polizei wieder einrücken. 17 Einsatzkräfte der Reichenhaller und Freilassinger Bergwacht und zwei Polizeibergführer waren rund drei Stunden lang gefordert. Die Polizei bittet aus aktuellem Anlass alle Bergsteiger, bei ihrer Tourenplanung immer auch den Wetterbericht mit zu berücksichtigen, um Unfällen und Notsituationen vorzubeugen.

Bayerisches Rotes Kreuz

Rubriklistenbild: © BRK BGL

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser