UNESCO erweitert Biosphärenreservat

Bad Reichenhall - Anfang Juni hat die UNESCO auf einer Sitzung in Paris die Gebietserweiterung des UNESCO Biosphärenreservats Berchtesgadener Land beschlossen.

Biosphärenreservate wurden von der UNESCO erstmals 1970 im Rahmen des Programms „Mensch und Biosphäre“ eingerichtet. Biosphärenreservate sind Modellregionen, in denen das Zusammenleben von Mensch und Natur beispielhaft entwickelt und erprobt wird, mit dem Ziel, weltweit Gebiete unter Schutz zu stellen, die einen bestimmten Lebensraum oder eine ökologische oder kulturelle Besonderheit aufweisen.

Dr. Markus Söder, Umweltminister: „Biosphärenreservate sind einzigartige Beispiele für ein dauerhaft verträgliches Miteinander von Mensch und Umwelt. Mit ihnen wird nicht nur die biologische Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten geschützt, sondern auch die heimische Wirtschaft gestärkt.“ Die Bewahrung und Entwicklung von Kulturlandschaften und eine nachhaltige Regionalentwicklung gehören ebenso zu den Aufgaben eines Biosphärenreservats wie die Erforschung der Natur und Schaffung von Anschauungsbeispielen für Bildung und Wissenschaft.

Das Biosphärenreservat Berchtesgaden wurde 1990 von der UNESCO international anerkannt als Beispiel einer Natur- und Kulturlandschaft im Alpenraum. Es ist nach der Erweiterung 840 km² groß und wie jedes Biosphärenreservat in eine Kern-, Pflege- und Entwicklungszone gegliedert. Die Kernzone, Gebiete mit weitestgehendem Ausschluss menschlicher Nutzung, und die Pflegezone, deren Erhaltung durch traditionelle Landbewirtschaftung gewährleistet wird, umfassen den Nationalpark Berchtesgaden und zwei Naturschutzgebiete. Die Entwicklungszone erstreckt sich über den Rest des Landkreises, die vom Menschen nachhaltig bewirtschaftet wird. Ursprünglich waren Bayerisch Gmain, Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau bei Berchtesgaden, Schneizlreuth, Schönau am Königssee und die Stadt Bad Reichenhall Gründungsmitglieder des Biosphärenreservates.

Das Bayerische Umweltministerium hat den bereits 2007 geäußerten Wunsch der nördlichen Landkreisgemeinden Ainring, Anger, Freilassing, Laufen, Piding, Saaldorf-Surheim und Teisendorf nach Aufnahme in das Biosphärenreservat aufgegriffen und einen entsprechenden Antrag an die UNESCO gestellt. Durch die Gebietserweiterung wird den vielfältigen ökologischen und ökonomischen Wechselwirkungen zwischen den Alpen und ihrem Vorland Rechnung getragen. „Wir freuen uns über die Ausweitung“ so Landrat Georg Grabner. „Dies ist unserer unvergleichlichen Kultur- und Naturlandschaft geschuldet. Andererseits ist dies ein Ansporn, den hohen Anforderungen der UNESCO auch zukünftig gerecht zu werden.“

Nun sind alle 15 Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis im Biosphärenreservat, damit einhergehend ist auch ein Änderung des Namens, es heißt ab sofort UNESCO Biosphärenreservat Berchtesgadener Land.

Pressemitteilung Landratsamt BGL

Rubriklistenbild: © dpa

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