Unbehagen fährt immer mit

Bad Reichenhall - Im März hat Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner die Gebirgsjäger der Brigade 23 nach Afghanistan verabschiedet, jetzt hatte er Gelegenheit, sie zu besuchen.

"Es war eine sehr beeindruckende Reise", resümierte er im BGLand24-Interview. "Es war auch eine vom Bundesverteidigungsministerium top organisierte Reise. Wir waren knapp drei Tage unterwegs, zunächst nach Usbekistan, dann mit der Transall nach Kabul." Und obwohl sich Herbert Lackner gut aufgehoben fühlte, war ihm nicht immer ganz wohl. "Angst in dem Sinne hatte ich nicht, allerdings geb ich schon zu, wenn man in Kabul im Stau steht, dann ist einem schon bewußt, man ist jetzt eigentlich eine ideale Zielscheibe." Da war das Reichenhaller Stadtoberhaupt doch froh, wieder im Lager zu sein.

Wichtig war dem Oberbürgermeister aber vor allem der Besuch bei den heimischen Gebirgsjägern. "Das Lager in Mazar-i Sharif ist relativ sicher und gut ausgebaut. Die deutsche Bundesregierung versucht, den Soldaten den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, auch wenn das schwierig ist." Schwierig, da der Einsatz in Afghanistan kein Spaziergang, sondern ein Kampfeinsatz ist. Die Soldaten müssen also jeden Tag mit dem Schlimmsten rechnen. Vor allem wenn sie wochenlang direkt im Krisengebiet operieren und nicht ins Lager zurückkommen.

Abschiedsappell im Bad Reichenhaller Kurgarten

Abschiedsappell im Reichenhaller Kurpark

"Trotzdem machen die Gebirgsjäger einen ganz ganz hervorragenden Job", lobte Lackner. "Es wird sehr besonnen gearbeitet." Auch die Stimmung sei gut, erzählte der Oberbürgermeister von seinen Eindrücken. "Aber es tut den Soldaten gut, wenn sie von Zuhause wahrgenommen werden." Jeder könne einen kleinen Beitrag dazu leisten mit gewissen Aktionen die Gebirgsjäger im Auslandseinsatz ins Gedächtnis zu rufen. "Ich habe zum Beispiel Angehörige durch den Quellenbau der Alten Saline in Bad Reichenhall geführt", lächelte der 39-Jährige im Interview. "Das habe ich als Schüler und Student ja jahrelang gemacht. Anschließend gab's Kaffee." Und die Gebirgsjäger in Afghanistan bekamen Reichenhaller Adventskalender. "Jetzt können Sie jeden Tag ein Türchen öffnen und gewinnen vielleicht sogar einen Preis."

Lackner konnte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nach Afghanistan begleiten. Anlass der Reise war die Grundsteinlegung für einen Neubau auf dem Gelände der deutschen Botschaft. Lackner hat zusammen mit Ramsauer die Lager in Kabul und Mazar-i Sharif besucht.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © cz

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