Tannöd: “faszinierend abgründig“

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Bad Reichenhall - Zum Kinostart von „Tannöd“ hat sich Regisseurin Bettina Oberli den Fragen der Zuschauer im Bad Reichenhaller Park-Kino gestellt. Die große Frage: „Warum Tannöd?“

Es ist dunkel, zwei Frauen laufen durch den Wald, eine schiebt ein Fahrrad. Dazu gibt es die passende dramatische Musik. Der Zuschauer wird mit seinen Urängsten, der Dunkelheit, dem Ungewissen, konfrontiert. Die erste Szene des neuen Kinofilms „Tannöd“ versetzt die Zuschauer in eine gewisse Erwartungshaltung. Wie setzt die Regisseurin Bettina Oberli die wahre Geschichte eines Sechsfach-Mordes im bayerischen Hinterkaifeck um? Orientiert sie sich an dem Bestseller von Andrea Maria Schenkel oder an den Gerichtsakten. Und warum hat sich Bettina Oberli überhaupt damit auseinander gesetzt?

Fragen, die die Zuschauer der Regisseurin direkt stellen können. Bettina Oberli ist zum Publikumsgespräch ins Bad Reichenhaller Parkkino gekommen und geht gleich in medias res: „Es war ein klassisches Angebot.“ Eine Produktionsfirma hatte die Filmrechte für die Buchverfilmung gekauft und Oberli gefragt, ob sie “Tannöd“ verfilmen will. Die Regisseurin war von der Geschichte sofort fasziniert, vor allem von der Abgründigkeit, und sagte zu. „Es war der erste Film, den ich nicht selber geschrieben habe“, erklärte Oberli. Also galt es zu allererst den Kern der Geschichte herauszufiltern. „Das war für mich ganz klar die Frage, wo das Böse beginnt.“ Immerhin hat in den 20er Jahren ein Unbekannter eine ganze Familie ausgelöscht. Der Mörder wurde bis heute nicht gefunden, aber man ist sich sicher, „es muss einer von uns gewesen sein.“

Park-Kino-Betreiber Josef Loibl freute sich über den Besuch von Bettina Oberli.

Um diese Situation zu vermitteln - eine Familie wird ausgelöscht, jeder verdächtigt jeden, aber schlußendlich sind die meisten der Meinung, es habe die richtigen getröffen - hat Bettina Oberli die Figur der „Kathi“ (Julia Jentsch) kreiiert. Sie kommt zwei Jahre nach dem Mord nach Hinterkaifeck um ihre Mutter zu beerdigen. Für die Bewohner ein Anlass, die Geschichte wieder aufleben zu lassen, Kathi alles zu erzählen. Vor allem an dieser Figur scheiden sich aber die Geister. Dem einen ist sie zu passiv, dem anderen erklärt sich durch sie die Geschichte.

„Dem einen gefällt‘s, dem anderen nicht“, resümiert Bettina Oberli im Bgland24-Interview. Sie habe ihr Bestes daraus gemacht, habe aber nicht die Vorgabe gehabt, einen Blockbuster zu schaffen, weil das Buch ein Bestseller gewesen sei. Allerdings werden die Hauptdarsteller Julia Jentsch, Monica Bleibtreu, Brigitte Hobmeier und Volker Bruch sicher viele Zuschauer in die Kinos locken, egal was Kritiker sagen.

red-bgl24/cz

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