Suche nach Schuldigen hört nicht auf

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Beim Einsturz der Bad Reichenhaller Eishalle am 2. Januar 2006 kamen zwölf Kinder und drei Frauen ums Leben.

Bad Reichenhall - Es war im Januar als der Bundesgerichtshof das Urteil gegen einen Gutachter aufhob. Er hatte im Jahr 2003 das Dach der Eishalle in Bad Reichenhall auf seine Tragfähigkeit untersucht.

Sein Ergebnis: Die Tragekonstruktion des Hallendachs sei in einem guten Zustand. Näher hingeschaut hatte er offensichtlich nicht. Die Stadt hatte nur 3000 Euro für das Gutachten zur Verfügung gestellt. Drei Jahre später stürzte das Dach der Eishalle ein und riss 15 Menschen in den Tod.

Im Laufe des zehn Monate dauernden Prozesses wurde immer deutlicher, dass bereits beim Bau der Eishalle geschlampt wurde. Letztlich wurde ein am Bau beteiligter Ingenieur zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt - wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Der Gutachter wurde freigesprochen.

Eine Gedenkstätte entsteht

Gedenkstätte nimmt Gestalt an

Da der Bundesgerichtshof aber den Freispruch aufgehoben hat, wird er sich noch einmal vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten müssen. Und dann vielleicht mit dem 2006 zuständigen Hochbauamtsleiter der Stadt Bad Reichenhall. Das hoffen zumindest einige Angehörige.

Sie haben die Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft Traunstein beantragt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Demnach soll sich der Angestellte der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht haben, in dem er "trotz der bekannten, teils massiven Wassereinbrüchen in den Jahren 2004 bis 2006 keine Überprüfung der Sicherheit der Halle veranlasst habe", heißt es in der SZ.

"Bei der Stadt wurde geschlampt ohne Ende", wird Bernhard Schmidbauer, ein Angehöriger, zitiert. "Wenn man die im Jahr 2006 Verantwortlichen nicht belangen kann, bleibt ein Makel."

Ob jedoch der Prozess gegen Verantwortliche der Stadt wirklich neu aufgerollt wird, bleibt fraglich. Am 2. Januar 2011 tritt die Verjährungsfrist ein. Außerdem hat die Staatsanwaltschaft bereits dreimal abgelehnt, ein Verfahren gegen den Hochbauamtsleiter einzuleiten. Das hat auch das Oberlandesgericht in München bestätigt.

Zurück zur Übersicht: Region Bad Reichenhall

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser