Ehrenamtler wehrt sich gegen Anklage

Bad Reichenhall - Vor dem Rupertusthermen-Lauf 2008 stürzte ein Radfahrer über ein Absperrband und verletzte sich schwer. Tunay Öztunc wird als Organisator deshalb jetzt angeklagt. **Video**

„Wenn Tunay Öztunc verurteilt wird, legen wir alle unsere Ehrenämter nieder“, in diesem Fall sind sich Boris Bregar und Marcus Stumpf einig. Sie haben zusammen mit dem zweiten Vorstand des TSV Bad Reichenhall den zweiten Rupertusthermen-Lauf im August 2008 organisiert.

„Das Absperrband haben wir aus dem Grund gespannt, weil auf diesem Weg sonst immer unerlaubterweise Autos parken“, erklärt der Angeklagte. Er steht genau an der Stelle, an der vor über einem Jahr der Radfahrer das Absperrband zu spät bemerkte und nach einer Vollbremsung schwer stürzte.

Tunay Öztunc kann das Vorgehen der Staatsanwaltschaft nicht verstehen.

Der Radfahrer selbst wollte keine Anzeige gegen die Veranstalter des Rupertusthermen-Laufs erstatten. Die Staatsanwaltschaft sah aber öffentliches Interesse gegeben und verfolgte den Fall. Sie wirft Tunay Öztunc fahrlässige Körperverletzung vor. Deshalb sollte er 500 Euro Strafe zahlen. Da er sich weigerte, stieg die Summe auf 3000 Euro an. „Auch die werde ich nicht zahlen“, verteidigt sich Öztunc. „Ich bin mir keiner Schuld bewußt.“

Am 30. Oktober soll es am Amtsgericht Laufen jetzt zur Verhandlung kommen. Die Veranstalter des Rupertusthermenlaufs sind sich sicher, dass die Entscheidung des Richters weite Kreise ziehen wird. Boris Bregar hat bereits über 3000 E-Mails an Sportvereine, Sportler, den Bayerischen Landes-Sportverband, den Bayerischen Skiverband und Mitglieder des Landtags verschickt. „Wir wollen ein bisschen Wirbel machen“, sagte er im BGLand-Interview.

Für ihn und die anderen ehrenamtlichen Organistaoren ist der Fall Öztunc ein Angriff auf das Ehrenamt und somit für sie die Konsequenz bei einer Verurteilung klar: es wird keinen weiteren Rupertusthermenlauf mehr geben. Und sie rechnen mit einer Verurteilung.

Ob Öztunc dann in Berufung geht, Landtagsmitglieder politisch aktiv werden oder andere Aktionen zur Rettung des Ehrenamtes gestartet werden, wird sich zeigen.

red-bgl24/cz

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