Ude traute sich ins tiefste Oberbayern

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Mit Gattin Edith von Welser-Ude kam Münchens OB ins Berchtesgadener Land.

Steinbrünning - Die soziale Gerechtigtkeit stand bei Christian Ude, Kandidat für die nächste Ministerpräsidentenwahl 2013, bei einer Rede am Mittwochabend im Landkreis im Mittelpunkt.

Steinbrünning, Oberbayern, tiefstes, CSU-dominiert: Christian Ude, SPD, traute sich was. Warum auch nicht? Münchens Oberbürgermeister möchte 2013 weiß-blauer Ministerpräsident werden, damit Amtsinhaber Horst Seehofer ablosen, und obendrein eine 55-jährige CSU-Herrschaft beenden. Am Montagabend schaute er mit seiner Gattin Edith von Welser-Ude und der Landtagsabgeordneten Maria Noichl - eine gebürtige Rosenheimerin - nicht zum ersten Mal im Berchtesgadener Land vorbei. Im Rahmen des  Herbstfestes des Schützenvereins Weiherlilie und der Musikkapelle Steinbrünning sprach Ude in der Thomann-Halle gut eine Stunde über die Politik, die er sich für Bayern wünscht und vorstellt.

Fotos vom politischen Abend in Steinbrünning:

Christian Ude in Steinbrünning

Rund 500 Zuhörer, darunter jede Menge Politprominenz - unter anderem Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler und als Gastgeber SPD-Kreisvorsitzender Roman Niederberger - bekamen an ihren Plätzen zunächst brauereilose Bierdeckel präsentiert, auf denen Christian Ude seine Erfolge in der Landeshauptstadt und auf der Rückseite Seehofers vermeintliche Verfehlungen in der Landespolitik präsentierte.

Ude trug sich zunächst ins Goldene Buch der Gemeinde Saaldorf-Surheim ein und wechselte mit dem Gemeinderat um Bürgermeister Ludwig Nutz ein paar Worte. In der Halle begrüßten Roman Niederberger und Dr. Bärbel Kofler die Anwesenden. Freilich warteten sie in erster Linie auf die Worte Ude's, der gewohnt stimmgewaltig und eloquent am Rednerpult stand und nahezu frei sprach.

Mit Kofler durch den Eiskanal

Stolz ist der gebürtige Münchner nach wie vor auf seine Leistung, mit Bob-Weltmeister Manuel Machata und Bärbel Kofler die Kunsteisbahn am Königssee erfolgreich bewältigt zu haben: "Das muss jeder einmal mitgemacht haben, um zu wissen, was Wintersport bedeutet". Die rasante Fahrt verbinde ihn ein Leben lang mit Kofler - etwas, "was nur uns beiden gehört", lachte Ude. Er ist sich sicher, dass sich der Olympia-Traum für München, Garmisch-Partenkirchen und das Berchtesgaden schon noch erfüllen werde, wenn man zum richtigen Zeitpunkt aktiv würde.

Ude unterbreitete den Landkreisbürgern den Vorschlag, doch zumindest einmal einen politischen Wechsel in ihre Überlegungen miteinzubinden: "Finden Sie nicht, dass 55 Jahre genug sind", fragte er in die Runde. "Wir konnten bislang ja kaum beweisen, was wir können - bis auf einige, durchaus wichtige Rathäuser wie in meinem oder auch in Nürnberg, Fürth, Aschaffenburg, Bamberg, Lindau oder Passau". Ude meinte, es sei nicht verboten, zumindest auch mal über Alternativen zur Alleinherrschaft der CSU nachzudenken.

Der 64-jährige Oberbürgermeister der Stadt München, seit 1993 hat er dieses Amt und ist stolz drauf, dass es seinen Bürgerinnen und Bürgern "sehr gut geht", ging in Steinbrünning auf die Themen Altersvorsorge, soziale Gerechtigkeit, Finanzausgleich und - krise (und hier speziell auf Griechenland) sowie Bildung ein. "Es wird immer von den Griechen und den Spaniern gesprochen, doch die Bürgerinnen und Bürger der Länder können nichts für die Fehler von Politik und Banken. Aber sie sind immer die Leidtragenden". Ude sprach sich deutlich für die Transaktionssteuer aus: "Es muss gegen die Misstände, nicht gegen die Völker vorgegangen werden".

Übriges Geld muss in die Bildung

In der Bildungspolitik möchte der Ministerpräsidenten-Kandidat endlich auch den Elternwillen integriert sehen und kommunalfreundlich handeln, für Schulen in den Gemeinden. In Aufhausen besuchte er jüngst einen Schul-Neubau der leersteht: "Ein Irrsinn - fahren sie nach Aufhausen, um Bayern zu verstehen", so Ude ironisch. "Bayern ist Schlusslicht bei der Betreuung", informierte der hohe Gast und trat vehement für den Ausbau der Ganztagesbetreuung ein: "Ein wichtiges sozialdemokratisches Anliegen, übriges Geld muss in die Bildung investiert werden". Das achtstufige Gymnasium ist in Udes Augen "großer Murcks".

Zu den jüngsten Ereignissen in seiner Stadt (Bombe aus dem Weltkrieg) verlor Christian Ude in Steinbrünning kein Wort. Am Ende seiner Rede überreichte ihm Roman Niederberger Spezialitäten aus der Region.

bit

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