Standort-Entscheidung: Zufriedenheit trotz kleinem Wermutstropfen

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Bad Reichenhall - Nach der Bekanntgabe der Standort-Entscheidung des Bundesverteidigungsministers ist Aufatmen im Berchtesgadener Land angesagt, aber nicht bei allen Gebirgsjägern. **Jetzt mit Video**

Bereits am Mittwochvormittag wurde bekannt, dass die Gebirgsjäger-Standorte Bad Reichenhall und Bischofswiesen weder von einer Schließung noch von einer signifikanten Reduzierung betroffen sind. Allerdings wird das Gebirgsfernmeldebataillon 210, das erst im vergangenen Jahr komplett von Ulm ins Berchtesgadener Land gekommen war, aufgelöst.

Oberstleutnant Frank Endler verging das Lachen trotz der Entscheidung zur Auflösung 'seines' Bataillons nicht. "Wir sind ja noch da", betonte er.

"Auf der einen Seite trifft es uns hart", gab der Kommandeur Oberstleutnant Frank Endler gegenüber BGLand24 zu. "Wir haben gerade eine Anpassung hinter uns und fühlen uns hier sehr wohl." Auf der anderen Seite sei es nicht überraschend, da die Strukturentscheidung schon vor Wochen bekannt wurde. "Es ist für uns auch das Ende der Ungewissheit", so Endler. Was jetzt mit den rund 300 Soldaten passiert, ist noch nicht bekannt. "Die Fähigkeiten jedes einzelnen werden weiter gebraucht", betonte Endler im BGLand24-Interview. "Wir werden jetzt die beste Lösung für jeden einzelnen finden."

Brigadegeneral Johann Langenegger ergänzte, dass die Soldaten durchaus auch weitere Verwendung in Bad Reichenhall oder Bischofswiesen finden können. "Es wird ja keiner ausgestellt." Im zweiten Schritt der Reform werde aber Dienstposten für Dienstposten untersucht. "Die Binnenstruktur in den Batallionen ist noch nicht bekannt. Es gibt auch für die Gebirgsjägerbrigade 23 eine Sollgröße, die derzeit nicht den tatsächlichen vorhandenen Soldaten entspricht. Es ist unser Bestreben, den Sollzustand herzustellen."

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Künftig sollen statt 2040 Soldaten 2070 in Bad Reichenhall ihren Dienst tun. In Bischofswiesen geht die Zahl um 300 auf 1260 Soldaten zurück. "Dieser Abzug ist kein Grund zu klagen", sagte Bischofswiesens Bürgermeister Toni Altkofer. "Wir haben mit kleinen Einbußen rechnen müssen." Für ihn ist die Entscheidung für den Bundeswehrstandort Bischofswiesen eine Bestätigung der Gebirgsjäger und der Standortqualität. "Wir bieten nicht nur der Sportfördergruppe ideale Trainingsmöglichkeiten, auch die Gebirgsjäger an sich finden hier hervorragende Möglichkeiten, um zu üben."

Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner bedankte sich bei der Bundeswehr an sich. "Ich hätte nicht erwartet, dass die Anzahl der Dienstposten noch einmal steigt. Aber ich betone es noch einmal, zwischen die Stadt Bad Reichenhall und die Bundeswehr passt kein Blatt Papier."

Einzig für die rund 200 Zivilbeschäftigten der Bundeswehr in Bad Reichenhall und Bischofswiesen ist die Entscheidung noch nicht gefallen, ob ihre Stellen bestehen bleiben. Regierungsoberamtsrat Werner Wackerle, Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums Bad Reichenhall, geht aber davon aus, dass diese Anzahl weiter benötigt wird.

Während also in einigen anderen Bundeswehrstandort-Gemeinden die Bestürzung groß ist, kann im Berchtesgadener Land gefeiert werden. Die Reduzierung der Stellen von 250.000 auf 170.000 bis 185.000 trifft die Region nur minimal und verspricht eine künftige Stärkung der Gebirgsjägerbrigade 23.

cz

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