Stadtrat: Entscheidungen vertagt

Bad Reichenhall - Viele Besucher waren am Dienstag nicht zur öffentlichen Stadtratssitzung in Bad Reichenhall gekommen. Die Themen, die sie interessierten wurden außerdem vertagt.

Punkt vier auf der Tagesordnung wäre die Festsetzung der Eintrittspreise für das Sport- und Familienbad an der Rupertustherme gewesen. Doch gleich zu Beginn verkündete Oberbürgermeister Herbert Lackner, dass dieser Punkt abgesetzt sei und in der Aprilsitzung behandelt werde.

Warum, hakte BGLand24 am Ende der Sitzung nach. "Die Unterlagen, die Thermen-Geschäftsführer Dirk Sasse zusammengestellt hat, betragen über 100 Seiten", erklärte Lackner daraufhin. "Da ist es nur zu verständlich, dass die Kollegen Zeit brauchen, diese durchzuarbeiten." Es sei aber kein Problem, das Thema um einen Monat zu verschieben, da "wir gut im Plan liegen".

Gut im Plan liegt die Stadt Bad Reichenhall, was die Breitbandversorgung im Ortsteil Marzoll betrifft, nicht. Verschiedenen Firmen wurde angeboten, im Zuge der Gasleitungsverlegungsarbeiten zwischen Weißbach und der Schule Marzoll, Leerrohre für die Glasfaserversorgung mit einzulegen. Zwei lehnten sofort ab, die Deutsche Telekom würde die Materialkosten übernehmen, aber die Stadt müßte die Arbeitszeit bezahlen. Die kompletten Kosten würde die Salzburg AG übernehmen, allerdings ohne eine Flächenversorgung anzudenken.

Bliebe weiter das Problem, dass kein Netzbetreiber oder Internetanbieter derzeit Interesse bekundet hat, dieses Netz zu betreiben. Außerdem könne der, der die Rohre verlegt eventuelle Interessenten ablehnen, so der Tenor aus dem Stadtrat. Kämmerer Gerhard Fuchs schätzte die Kosten für die Verlegung der Leerrohre auf 8000 Euro. Kosten, die die Stadtratsmitglieder lieber selbst stemmen würden, bevor eine andere Firma die Hand darauf hat.

Die Forderung aus dem Gremium ist klar: entweder muss ein deutlicher Vertrag mit der Salzburg AG geschlossen werden, so dass diese die Entscheidung über einen Anbieter oder Betreiber nicht blockieren könne oder die Stadt verlegt die Leerrohre selbst.

Um keine Entscheidung übers Knie zu brechen, vertagte Oberbürgermeister Herbert Lackner den Punkt kurzerhand. Die Stadträte sollten Gelegenheit bekommen, sich noch einmal genau mit der Thematik zu beschäftigen und dann entscheiden. Denn auch eine Satellitenlösung schwebte im Raum, die schneller umsetzbar wäre, allerdings den Nutzer selbst mehr Kosten würde. Er müsste sich eine Schüssel anschaffen. "Den Kauf könnten wir mit 100 Euro pro Person bezuschussen", regte der zweite Bürgermeister Manfred Adldinger an. Entschieden wird aber frühestens im April.

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © pa

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