Sicher, sauber, dezentral - und sozial

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Sozialdemokraten im Gespräch über die Energiewende (von links nach rechts): Roman Niederberger, Peter Aumeier und Helmut Grünäugl.

Piding - Erneuerbare Energien, Wärmesanierung, intelligente Netze: all das sind Bausteine für die Energieversorgung der Zukunft, die sicher, sauber und dezentral sein soll.

Aber der Weg dorthin ist kein einfacher: „Wir stehen vor einem Umbruch, der mit der industriellen Revolution vergleichbar ist“, betonte Peter Aumeier, der vom SPD-Ortsverein Piding als Referent zum Thema Energiepolitik für ihre Jahreshauptversammlung eingeladen war.

Als „schwarzer Geselle“ wurde der Gast in der AWO-Begegnungsstätte im Pidinger Haus der Vereine vom SPD-Ortsvorsitzenden Roman Niederberger begrüßt, womit er sich auf den Beruf von Peter Aumeier bezog. Dieser engagiert sich nicht nur als Vorsitzender der SPD Kirchanschöring und Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD, sondern setzt sich als Bezirkskaminkehrermeister und Energieberater beruflich täglich mit Fragen der Energieversorgung auseinander.

In seinem Vortrag kam Peter Aumeier auf die große Bandbreite erneuerbarer Energien zu sprechen: von der Biomasse und deren Nutzung zur Gaserzeugung über die viel diskutierte Windenergie bis zu neuen Konzepten wie dem sogenannten Schwarmstrom und der „Heat Pipe“ reichte sein Überblick. „Es gibt nicht die für alle richtige Form der Erzeugung von Energie, jede Region braucht die für sie beste Lösung“, lautete sein Fazit. So seien beispielsweise die Möglichkeiten zur Nutzung von Erdwärme (Geothermie) im Berchtesgadener Land äußerst beschränkt, wohingegen bei der Photovoltaik weiterhin große Potentiale bestehen.

Damit die Versorgung auch bei einem steigenden Anteil erneuerbarer Energien funktioniert, sei eine Umwandlung des Stromnetzes in ein „intelligentes Netz“ unerlässlich, so Peter Aumeier. „Wir brauchen transparente Strompreise und die Möglichkeit, zügig zwischen den Anbietern zu wechseln. Schnelle und gründliche Information ist mindestens so wichtig wie neue Stromleitungen“, erklärte der Kirchanschöringer.

Besonders auf die wirtschaftlichen Gesichtspunkte der Energiewende kamen die Pidinger Sozialdemokraten in der Diskussion über den Vortrag zu sprechen. „Wir holen die Wertschöpfung weg von zentralen Großanlagen wie Kohle- oder Atomkraftwerken und hinein in die Region“, zeigte sich SPD-Gemeinderat Helmut Grünäugl überzeugt. Ihm sei wichtig, dass von dieser Wertschöpfung nicht nur wenige Großkonzerne, sondern möglichst viele Menschen profitieren, stimmte ihm Peter Aumeier zu. „Wir brauchen beim Energiesparen und den erneuerbaren Quellen dringend eine soziale Dimension“, ergänzte Roman Niederberger. Er stellte das Konzept der Stadtwerke München vor, die in Zusammenarbeit mit den Sozialverbänden in der Landshauptstadt wirtschaftlich schwache Haushalte besonders durch Förderungen und spezielle Informationen beim Energiesparen unterstützt.

Der SPD-Ortsverein beschloss einstimmig einen Antrag, ein solches Konzept auch für das Berchtesgadener Land zu überprüfen und damit besonders Menschen mit geringer Rente und Familien in Zeiten steigender Energiepreise zu unterstützen. Nähere Informationen zum Konzept der Landeshauptstadt München sind ab sofort auf der Internetseite des SPD-Ortsvereins [www.spd-piding.de] zu finden.

Pressemitteilung SPD Piding

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