September, September...

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Bad Reichenhall - Am 1. September begann der klimatologische Herbst. Zugleich ist September der neunte Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender. **Wetter**

Im römischen Kalendarium war er ursprünglich der siebente (lat. septem = sieben), behielt aber im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern Juli und August seine Zählbezeichnung, da der (nach Augustus zweite) römische Kaiser Tiberius (* 16.XI. 42 v. Chr. in Rom; † 16.III. 37 n. Chr. am Kap Misenum) das vom Senat vorgeschlagene Namenspatronat mit dem Hinweis ablehnte - "... was denn dann mit dem dreizehnten Caesar wäre [wenn alle 12 Monatsnamen vergeben sind]?" Eine derartige Bescheidenheit ist bei den heutigen Eliten eher selten anzutreffen.

Altdeutsche Namen des Septembers sind Scheiding, Herbstmond oder Herbsting. Sie sagen es deutlich, der Sommer geht zu Ende und in der Natur ist die Aufbruchstimmung unübersehbar. Die Zugvögel nehmen Abschied und unsere heimischen Kleinsäuger fressen sich die Bäuche voll, schließlich will man ja gut durch den Winter kommen.

Am 22. September 2009 ist Tagundnachtgleiche, die Sonne geht ziemlich genau im Osten auf, steht mittags über dem Äquator im Zenit und geht fast genau im Westen unter. An diesem Tage beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische oder kalendarische Herbst. Zu keiner Zeit im Jahreslauf werden die Tage so schnell kürzer; die lichte Tageslänge auf 50° nördlicher Breite sinkt im Verlaufe des Septembers um etwa ein und eine dreiviertel Stunde von 13 h 36 min auf 11 h 49 min. Wie schon im August sind die Temperaturunterschiede zwischen den Europa umgebenden Meeren und dem Festland relativ gering, somit gilt auch September im klimatologischen Mittel als recht beständiger Monat. Länger andauernde Hochdrucklagen sind keine Seltenheit.

Dann herrscht "Altweibersommer" und während die Nächte schon recht frisch sind, taucht die Sonne an den noch warmen Tagen alles in ein mildes, pastellfarbenes Licht. Unser diesjähriger September startete vor allem in der Osthälfte Deutschlands hochsommerlich, bevor atlantische Tiefausläufer für ein kurzes herbstliches Intermezzo sorgten. Nach dem freundlichen und warmen Wetter der vergangenen Tage übernimmt nun ein kräftiges Hoch über den Britischen Inseln die Regie auf der europäischen Wetterbühne, so dass mit nördlicher Strömung deutlich kühlere Luft zu uns gelangt. Damit sind thermische Höhenflüge in Richtung 25-Grad-Marke bis auf weiteres ausgeschlossen.

Dipl.-Met. Thomas Ruppert/Deutscher Wetterdienst

Rubriklistenbild: © dpa

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