Seniorenunion bei der "Annahütte"

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Die Besuchergruppe der Seniorenunion vor dem Eingang zum Bürogebäude

Bad Reichenhall - Die Seniorenunion war mit sehr großem Interesse und einigen Fragen zu Besuch im ältesten produzierenden Stahlwerk der Welt.

Groß war das Interesse der Mitglieder an einer Führung durch das Stahlwerk „Annahütte“ in Hammerau und sie wurden nicht enttäuscht. Eine Filmpräsentation informierte über die wichtigsten Daten dieses modernen mittelständischen Unternehmens der Unternehmensgruppe Max Aicher mit derzeit etwa 450 Beschäftigten. Urkundlich erstmals im Jahre 1537 erwähnt als Hüttenwerk zur Förderung und Verarbeitung von Eisenerz entwickelte sich das Werk – trotz vieler politischer und kriegerischer Wirren – rasch zu einer bedeutenden Produktionsstätte verschiedenster Erzeugnisse für sowohl zivile als auch militärische Zwecke. Die Krisensituation der deutschen Wirtschaft Ende des 19. Jahrhunderts und andere widrige Umstände führten jedoch trotz aller Rettungsversuche zu einem Niedergang des Unternehmens, das schließlich an die Fürstlich-Hohenzollernsche Hüttenverwaltung Lauchertal-Sigmaringen verkauft werden musste. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs und der Inflationszeit übernahm im Jahre 1924 Alfred Zeller das Werk, das fortan „Annahütte“ hieß. Die dramatischen folgenden Jahrzehnte überstand das Unternehmen mit Höhen und Tiefen im Besitz der Familie Zeller, zuletzt unter Leitung von Walter Zeller bis zum Jahre 1975. In diesem Jahre übernahm Dipl. Ing. Max Aicher die „Annahütte“ und machte sie zum „Stahlwerk Annahütte Max Aicher GmbH&Co.KG“. Nach umfangreichen Umstrukturierungs- und Infrastrukturmaßnahmen sowie Produktumstellungen kam es in den nächsten Jahren zu einer rasanten Aufwärtsentwicklung und zur Gründung von Tochterfirmen in den USA, Spanien und Frankreich. Heute ist das Unternehmen Weltmarktführer in der Produktion mehrerer Stahlprodukte - so insbesondere bei Gewindestahlsystemen - und bedeutender Zulieferer der Autoindustrie und der Deutschen Bahn (Gleisbau). Interessant zu erfahren war die Tatsache, dass neben vielen anderen exponierten Bauwerken die Stahlkonstruktionen beim Aufbau des neuen “One-World-Centers“ in New York aus Hammerau im Berchtesgadener Land stammen. Im Anschluss an die Filmpräsentation konnten die Mitglieder „hautnah“ erleben, wie vom Erhitzen der grauen Rohlinge, “Knüppel“ genannt, auf 1200-1300° C über das Durchlaufen und Schneiden in der vollautomatischen Walzstraße Rundstahl in einer Stärke von 12-75 mm entsteht. Die Weiterverarbeitung in Stangen und Gewindestahl, der für Spannbetonkonstruktionen in die ganze Welt geliefert wird, fand das Interesse der Besucher ebenso wie die Tatsache, dass sich wohl in jedem deutschen Auto Edelstahlteile aus Hammerau befinden. Die Erläuterungen zu den einzelnen Arbeitsabläufen und Verfahren durch Herrn Höglauer wurden von der Besuchergruppe interessiert aufgenommen und gaben Anlass für viele Fragen, die geduldig und sachkundig beantwortet wurden. Dass für derartige Produktionsprozesse enorme Energiemengen erforderlich sind, wurde bei der Führung allen klar. Auch eine abschließende Qualitätskontrolle (Abrisskontrolle) eines aus der laufenden Produktion genommenen Stahlstabes erweckte das Erstaunen der Besucher. Mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen endete nach knapp 2 Stunden die Werksbesichtigung. Mit einem kleinen Geschenk bedankte sich der Kreisvorsitzende der Seniorenunion, Herr Heinz Dippel, bei Herrn Höglauer und bei den Verantwortlichen der Firmenleitung, die diese Besichtigung ermöglichten.

Dr. R. Wohnert

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