Mit Senioren richtig arbeiten

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Die Referenten des ersten Thementages: Ralf und Jana Glück mit Günther Viertel und Mario Rettenberger vom Landratsamt (v.l.).

Bad Reichenhall - Das Landratsamt Berchtesgadener Land hat an zwei Tagen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kreisansässiger Senioreneinrichtungen zu Weiterbildungen eingeladen.

Den Auftakt machten Ralf und Jana Glück. Wie bereits bei den vergangenen Veranstaltungen der Glücks im Landratsamt musste die Teilnehmerzahl wieder auf 30 Personen beschränkt werden um genügend Raum für die praktischen Übungen zu lassen, die auch diesmal wieder im Vordergrund standen. Aus diesem Grunde bot an diesem Tag der große Sitzungssaal des Landratsamtes, in dem sich sonst der Kreistag versammelt, einen ungewohnten Anblick. Alle Stühle und Tische, die im normalen Sitzungsbetrieb benötigt werden, waren beiseite geräumt. So stand der freien Entfaltung der Kursteilnehmer nichts mehr im Wege.

Ziel der Weiterbildung unter der Überschrift „Im Reich der Sinne“ war es, den Teilnehmern Anregungen und Vorschläge für ihre tägliche Arbeit in der sozialen Betreuung älterer Menschen mit auf den Weg zu geben. Ralf und Jana Glück verstanden es erneut, schwungvoll und auf unterhaltsame Weise ihre Kursteilnehmer über einen ganzen Tag hinweg auf eine lehrreiche Entdeckungsreise als „Sinnesdetektiv“ mitzunehmen.

Das Thema des zweiten Fortbildungstermins war ernster, aber nicht weniger interessant. Richard Schmidmeier, Chefarzt für klinische Sozialpsychiatrie am Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg (Gabersee) referierte aus Sicht eines Psychologen über Palliativmedizin. Was ist los mit einem älteren Menschen, wenn er plötzlich den Lebenswillen verloren hat? Heraus kam ein durchaus kritischer Blick auf die moderne Palliativmedizin, die Schmidmeier grundsätzlich zwar als sehr wertvoll erachtet, aber anmahnt, dass häufig die Beteiligung eines Psychologen bei der Behandlung nicht in Betracht gezogen wird.

Wenn alte und kranke Menschen den Wunsch äußern sterben zu wollen, wird der Grund hierfür oft im hohen Lebensalter und den damit zusammenhängenden Gebrechen gesucht. Tatsächlich, so Schmidmeier, werde bisweilen verkannt, dass der Patient depressiv sei und dass das seelische und nicht das körperliche Leiden der Ursprung des Todeswunsches ist. Durch Behandlung mit Medikamenten bestehe die Möglichkeit den Betroffenen in vielen Fällen zu helfen und neuen Lebensmut schenken zu können. Schmidmeier untermauerte seine Thesen mit einigen anschaulichen und plakativen Beispielen aus seiner langjährigen ärztlichen Tätigkeit.

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

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