Schockierende Bodenverseuchung

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Unter der Loithalbrücke in Anger ist der Boden schwer verseucht.

Anger - Der Boden unter der Loithalbrücke in Anger ist erheblich mit Schwermetallen und polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet. Das ergaben entnommene Bodenproben.

Umfangreiche Bodensanierungsmaßnahmen haben vergangene Woche in Anger unter der Loithalbrücke begonnen. Die Brücke wurde vor zwei Jahren saniert. Die vor- und nachher entnommenen Bodenproben zeigten erhebliche Belastungen, unter anderem mit Schwermetallen und polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Deshalb darf seit zwei Jahren das Gras nicht mehr an die Kühe verfüttert werden. Woher genau die Schadstoffe kommen, lässt sich allerdings nicht sagen.

Rita Poser und Gertrud Flatscher vom Kreisvorstand des Bund Naturschutz machten sich gemeinsam mit Bernhard Zimmer von den Grünen ein Bild vor Ort. „Wir waren geradezu entsetzt“, so Poser, „wie diese an sich idyllische Landschaft durch die Autobahn und die Schadstoffeinträge zerstört wurde. Dem Landwirt wurde in den Dreißiger Jahren mit der Autobahn einfach die Wiese vorm Haus zerschnitten.“ Mittlerweile wurde dem Eigentümer wegen der Verseuchung die Nutzung für Teile seines Grund und Bodens untersagt. Dafür zahlt die Autobahndirektion im Jahr 100 Euro.

Die Brücke wurde in den letzten Kriegstagen 1945 gesprengt und erst in den Fünfzigern wieder aufgebaut. Für die Stahlkonstruktion wurde vor allem in der Vergangenheit viel bleihaltige Rostschutzfarbe verwendet, die im Verlauf der Alterung und früher auch bei den Sanierungen in der Landschaft verteilt wurde. Da die Brücke eine Freifallentwässerung hat, konnten die salzhaltigen Abwässer die Stahlkonstruktion besonders gut angreifen. Auch nach der letzten Sanierung (2007) landen die mit Salz, Reifen– und Bremsabrieb belasteten Abwässer einfach in der Landschaft und werden vom Wind über die Wiesen und Wälder verteilt und auch ins Gewässer gespült.

Künftig soll das Wasser durch eine Bodendrainage  aufgefangen werden.

Bernhard Zimmer erwägt außerdem eine Landtagsanfrage über seine Fraktion, denn es ist gut vorstellbar, dass es an vergleichbaren Talbrücken ähnliche Probleme gibt und außer den direkt Betroffenen kaum jemand etwas darüber weiß.

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