Elf Jugendliche während Gruppenfoto verletzt

Weißbach-Brücke kracht ein: Bürgermeister Simon geschockt

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Schneizlreuth - Das Feriencamp von 40 Kindern und Jugendlichen im Berchtesgadener Land endete dramatisch: Beim Gruppenfoto stürzte eine Holzbrücke in Weißbach ein, etliche Kinder stürzten in den Bach. Bürgermeister Wolfgang Simon ist geschockt.

Update 16.10 Uhr: Bürgermeister schockiert

Beim Zusammenbruch einer hölzernen Fußgängerbrücke über den Weißbach in der gleichnamigen Ortschaft bei Schneizlreuth sind elf Kinder und Jugendliche leicht verletzt worden. Sie waren am Donnerstag mit einer Gruppe von 40 Kindern und Jugendlichen sowie zehn Betreuern in Weißbach unterwegs und hatten sich auf der Holzbrücke für ein Gruppenfoto aufgestellt. Die etwa eineinhalb Meter hohe Brücke krachte plötzlich zusammen, mehrere der Teilnehmer stürzten in den Weißbach. 

Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk zeigt sich Schneizelreuths Bürgermeister Wolfgang Simon geschockt. Bereits am Freitagvormittag hat er Kontakt zu Polizei, Staatsanwaltschaft und Versicherung aufgenommen. Außerdem kündigte er an, dass sämtliche Wanderwege und Brücken jetzt kontrolliert werden sollten. Erst im vergangenen Jahr seien Brücken und Stege in der Weißbachschlucht ausgetauscht sowie in der vergangenen Woche eine Brücke am Bahnwegerl in Weißbach erneuert worden. "Trotz aller Bemühungen schaffen wir es nicht, alles sicher zu bekommen. Das wird auch vermutlich nie gelingen", sagte Simon zum BR. Die Wanderwege seien seit 2014 versichert.

Gleichzeitig appelliert Simon an die Vernunft der Wanderer: Bei der kleinen Brücke, die jetzt eingestürzt ist, würde es sich um einen schmalen Holzsteg, auf dem nur ein Mensch nach dem anderen gehen kann, handeln. Dieser abseits gelegene und auch wenig begangene Steg sei nicht dafür ausgelegt gewesen, dass sich eine größere Anzahl von Menschen darüber bewege oder darauf stehe.

Update, 12.35 Uhr:

Beim Zusammenbruch einer Fußgängerbrücke über den Weißbach in der gleichnamigen Ortschaft bei Schneizlreuth sind elf Kinder und Jugendliche leicht verletzt worden. Sie waren am Donnerstag mit einer Gruppe von 40 Kindern und Jugendlichen sowie zehn Betreuern in Weißbach unterwegs und hatten sich auf der Holzbrücke für ein Gruppenfoto aufgestellt, wie die Polizei am Abend mitteilte. Die etwa eineinhalb Meter hohe Brücke krachte plötzlich zusammen, mehrere der Teilnehmer stürzten in den Weißbach. 

Bilder von der zusammengebrochenen Brücke über den Weißbach

Ein Großaufgebot des Roten Kreuzes rückte mit 20 Einsatzkräften, neun Fahrzeugen und dem Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ aus, versorgte die Verletzten und brachte sie in umliegende Kliniken zwischen Bad Reichenhall und Trostberg.

Jugendliche aus Regensburg

Die aus dem Landkreis Regensburg stammende Jugendgruppe ist in einem Jugendcamp in Inzell untergebracht. Wie sich später bei den polizeilichen Ermittlungen herausstellte, befand sich die Gruppe mit insgesamt 40 Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren sowie zehn Betreuern auf einer Wanderung entlang des Weißbachs am so genannten Salzalpensteig von Inzell nach Bad Reichenhall (Etappe 6). Am Ortsbeginn von Weißbach begaben sich zahlreiche Mitglieder für ein Gruppenfoto auf eine Holzbrücke, die dort in etwa eineinhalb Metern Höhe nördlich des Wanderparkplatzes am Reitereck den eben dahinfließenden Weißbach überspannt. Die Brücke führt von der Ostseite, wo der Salzalpensteig verläuft auf die Westseite des Bachs zu einem anderen Wanderweg und gehört nicht zum eigentlichen Salzalpensteig.

Die Holzkonstruktion war dem großen Gewicht der Gruppe nicht gewachsen und brach plötzlich zusammen, wodurch die auf der Brücke stehenden Menschen in den darunter fließenden Weißbach fielen und rutschten. Der Bach ist an dieser Stelle rund zehn Meter breit, aber nur 20 bis 30 Zentimeter tief. Glücklicherweise verletzte sich dabei niemand schwer, und die gesamte Gruppe konnte eigenständig das Bachbett verlassen und den Rückweg in das Urlaubs-Quartier mit dem Bus antreten. Dort stellte sich dann heraus, dass doch einige Jugendliche leichte Verletzungen erlitten hatten, weshalb die Betreuer einen Notruf absetzten.

Großaufgebot an Rettern

Ein Großaufgebot des Roten Kreuzes mit 19 Sanitätern, einem Notarzt, dem Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ und neun Fahrzeugen aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein rückte aus, versorgte die elf Patienten und brachte sie in umliegende Kliniken zwischen Bad Reichenhall und Trostberg, darunter auch der Einsatzleiter Rettungsdienst und die ehrenamtlichen Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Bereitschaften Bad Reichenhall, Inzell, Ruhpolding und Siegsdorf. Ersten Einschätzungen zufolge hatten alle Glück im Unglück und wurden leicht bis mittelschwer verletzt, wobei nur ein Teil der Jugendlichen stationär bleiben musste.

Ein Alpin-Beamter der Polizeiinspektion Bad Reichenhall nahm umgehend - unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein - die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang und zur Unfallursache auf.

Pressemitteilung BRK BGL

Die Erstmeldung, 5 Uhr:

Wie sich später herausstellte, befand sich die Gruppe mit insgesamt 40 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren sowie 10 Betreuern auf einer Wanderung entlang des Weißbachs. Die aus dem Landkreis Regensburg stammende Jugendgruppe war in einem Jugendcamp in Inzell untergebracht.

Am Ortsbeginn von Weißbach begaben sich zahlreiche der Gruppenmitglieder auf eine Holzbrücke, die dort in etwa 1,5 Meter Höhe den eben dahin fließenden Weißbach überspannt. Es sollte ein Gruppenfoto auf der Brücke gefertigt werden.

Glücklicherweise niemand schwer verletzt

Jedoch brach die Holzbrücke plötzlich zusammen. Die auf der Brücke befindlichen Personen fielen und rutschten in den darunter befindlichen Weißbach. Der Bach ist an dieser Stelle ca. 10 Meter breit und 20 bis 30 cm tief.

Glücklicherweise verletzte sich dabei niemand schwer und die gesamte Gruppe konnte eigenständig das Bachbett verlassen und den Rückweg in das Urlaubsquartier mit dem Bus antreten. Dort stellte sich heraus, dass doch einige Personen leichte Verletzungen erlitten, wodurch der Notruf getätigt wurde. Letztlich wurden elf der Kinder und Jugendlichen mit dem Rettungsdienst in die umliegenden Krankenhäuser zur Untersuchung gebracht.

Ermittlungen zur Unfallursache laufen

Wie mittlerweile bekannt ist, konnten 10 der 11 Leichtverletzten nach ambulanter Untersuchung und Behandlung wieder entlassen werden. Eine Person sollte vorsorglich zur Beobachtung im Krankenhaus verbleiben.

Ein Alpinbeamter der Polizeiinspektion Bad Reichenhall hat umgehend - unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein - die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang und zur Unfallursache aufgenommen.

mh/Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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