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Neue Forderungen für Karlstein völlig überzogen

Schneizlreuther Bürgermeister Simon fordert von Bürgerinitiative Augenmaß und Rücksicht

Schneizlreuther Bürgermeister Simon fordert von Bürgerinitiative Augenmaß und Rücksicht
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Ampelbereich in Karlstein.

Schneizlreuths Bürgermeister Wolfgang Simon kritisiert die Forderungen der „Initiative transitfreies Karlstein“ nach einer Tempo-30-Zone.

Schneizlreuth - Mit einigem Erstaunen hat der Schneizlreuther Bürgermeister Wolfgang Simon vom Beschluss der „Initiative transitfreies Karlstein“ gelesen, für die Ortsdurchfahrt Karlstein eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h zu fordern.

Als Grund führte die Initiative an, dass die Verkehrssituation im Bereich des ehemaligen Gasthofs Kaitl gefährlich sei und insbesondere aus Richtung Thumsee kommende Fahrzeuge im Ampelbereich oft zu schnell fahren, was zu gefährlichen Situationen führe. Dies habe Josef Scholz, der Inhaber des ehemaligen Kaitlwirtes so beobachtet. Durch die Erschütterungen würden mehrere Risse durch das Haus gehen und durch das hohe Tempo der vorbeifahrenden Lastwagen, spritze das Wasser von der Straße manches mal über die straßenseitigen Fenster. „Der Lkw-Transitverkehr muss verhindert und die Anzahl der Lastwagen muss verringert werden“, so offenbar der einhellige Tenor aus der kürzlich abgehaltenen Versammlung der Initiative.

Auch der Oberbürgermeister Dr. Lung habe klargestellt, dass er bezüglich des „Schilderstreits“ weiterhin den Schutz des Thumseegebietes und der Karlsteiner Bevölkerung vertreten werde. Für den Schneizlreuther Bürgermeister Wolfgang Simon schießt die Bürgerinitiative allerdings erneut weit über das Ziel hinaus, ohne jede Rücksicht auf die Bürgerinnen und Bürger der Nachbargemeinde. Er könne die erneute Extremforderung nicht verstehen.

Fakt sei nämlich, dass sowohl die Stadt Bad Reichenhall und die Bürgerinitiative beharrlich an der angeordneten Tonnagenbegrenzung auf 7,5 Tonnen für die St2101 - die sowohl von der Polizei, der Regierung von Oberbayern und weiteren Verkehrsrechtsexperten, wegen des Zusatzschildes „Im Transitverkehr“ als rechtswidrig erachtet werde - festhalten und aus diesem Grund nur noch vereinzelt Lkw im Transitverkehr durch Karlstein fahren.

Deshalb befürchtet Simon, dass die Initiative nun versuchen wolle, in Zukunft auch den Pkw-Verkehr auf ein Minimum zu reduzieren und dies auf einer für die Region so wichtigen Staatsstraße. Schließlich müssten viele Berufstätige etwa aus der gesamten Gemeinde Schneizlreuth, aber auch aus dem Chiemgau und Pinzgau, nach Bad Reichenhall, weiter in den nördlichen Landkreis oder nach Salzburg fahren. Hinzu kämen Fahrten ins Krankenhaus, zu Arztpraxen, zu eine der vielen Alten- und Pflegeheime in der Stadt, in die Schulen, zu den Einzel- und Großhandelsgeschäften oder etwa zum Bahnhof.

Sicher seien auch viele Versorgungsfahrten aus dem Chiemgau oder Weißbach a.d.A. zur Belieferung der Karlsteiner Bevölkerung und der dort ansässigen Betriebe notwendig. Deshalb bewerte er die Forderung als Gängelung und stellt die provokante Frage: „Soll vielleicht in einem nächsten Schritt die Wegemaut wieder eingeführt werden?“.

Die Forderung auf 30 km/h in Karlstein mit einer höhen Unfallgefahr im Ampelbereich in Karlstein zu begründen, halte Simon ebenfalls als an den Haaren herbeigezogen. Seines Wissens kam es hier in den zurückliegenden Jahren zu keinerlei Unfällen mit Fußgängern oder Radfahrern.

Grundsätzlich könne er den Wunsch der Karlsteiner verstehen, schwere Lkw auszusperren. Auch die vermehrten Geschwindigkeitskontrollen in der Ortsdurchfahrt seien richtig. Würde hier aber 30 km/h eingeführt, wären sicher in erster Linie diejenigen Verkehrsteilnehmer betroffen, die eben hier fahren müssen. Grundsätzlich sei aber eine Straße dazu da, die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Verkehrsteilnehmer einer ganzen Region abzudecken. „Karlstein First“ sei hier nicht zielführend - „Schließlich leben wir in Europa“, so Simon weiter.

Dass sich Herr Peter Schmid aus Laufen von der Initiative in Karlstein einspannen lässt, kann Simon ebenfalls nicht verstehen. In dem Abschnitt der B20 in Laufen sei die erstrittene Tempo-30-Regelung vollkommen berechtigt und richtig. Schließlich sei hier das Verkehrsaufkommen ähnlich wie auf der B21 im Stadtbereich Bad Reichenhall und in den Ortsteilen der Gemeinde Schneizlreuth von Baumgarten bis Melleck/Ristfeucht. Keinesfalls könne man die Situation aber mit der gleichstellen, wie sie sich in Karlstein darstelle.

Vielleicht sollten sich Mitglieder der Karlsteiner Initiative, interessehalber, einmal die Verkehrssituation etwa in Baumgarten, in Unterjettenberg, am direkt am Straßenrand der B21 liegenden ehemaligen Gasthof Renner in Schneizlreuth, den Wohnhäusern in Ulrichsholz, beim Wurznwirt, am Pfarrerbauerhof, dem Gasthof Schneizlreuth, der Fischzucht und dem Lenzbauer in Ristfeucht ansehen, um eine realistischere Wahrnehmung davon zu bekommen, wo Verkehr wirklich extrem belastend ist, so Simon. Hier fahren tagsüber und trotz Nachtfahrverbot leider auch Nachts, Hunderte schwere Lkws, die Erschütterung, Abgase, Feinstaub und Lärm und Gefahren im großen Ausmaß verursachten.

Als grenzwertig und völlig empathielos hält Bürgermeister Simon auch die Aufforderung des stellvertretenden Vorsitzenden der Karlsteiner Initiative Christian Erber, im Sommer ein „Staade-Zeit-Festl“ zu organisieren. Offenbar ist es für Herrn Erber vollkommen unbedeutend, dass die Bürger zwischen Schneizlreuth und Baumgarten, den kompletten Umleitungsverkehr, der durch die Sperre des Antonibergtunnels auch nach Karlstein entsteht, nun noch zusätzlich zum ohnehin hohen Verkehrsaufkommen auf der B21, wortwörtlich „ertragen“ müssten.

So zeige die Initiative vielleicht aber ihr wahres Gesicht und offenbare ihre wahren Ziele - nämlich, Karlstein nahezu verkehrsfrei zu machen. Er selber bleibe weiter zuversichtlich, dass es im begonnenen Konsens mit Dr. Lung, aber auch mit allen Betroffenen Gemeinden und dem Landratsamt am Ende doch noch gelingen wird, gemeinsam erträgliche Lösungen für alle betroffenen Anwohner entlang der B 20 und der B 21 und der St2101 zu erreichen.

wb

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