Schneizlreuth von Außenwelt abgeschnitten

"Das kann man relativ gelassen sehen"

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Seit Sonntagabend ist der Notfallkrankenwagen der BRK Bereitschaft Bad Reichenhall in Schneizlreuth stationiert.
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Schneizlreuth - Seit Sonntagabend sind sämtliche Zufahrtsstraßen nach Schneizlreuth gesperrt. Für die Einwohner kein Grund in Panik zu verfallen. Auch in Ramsau sieht man die aktuelle Lage noch sehr entspannt. Die Gemeinde ist nur noch über eine Zufahrtsstraße zu erreichen. 

"Die Kaffeemaschine läuft, Wasser ist ausreichend vorhanden und es ist ruhig", so äußerte sich der Bauamtsleiter der Gemeinde Schneizlreuth Michael Faber mit einem Schmunzeln auf Nachfrage von BGLand24. Wir wollten wissen, wie die Stimmung in Schneizlreuth ist. "Nein, im Ernst, die Versorgung ist in jeglicher Hinsicht gegeben", beruhigt er die Gemüter.

Die medizinische Notversorgung übernimmt die BRK-Bereitschaft Bad Reichenhall wie schon im Februar und März 2009 mit einem Notfallkrankenwagen, den sie in Schneizlreuth stationiert hat. "Außerdem ist die Zufahrt bis St. Martin bei Lofer möglich. Dort gibt es einen Allgemeinarzt", weiß Faber.

Lawinenkommission im Einsatz

Für die Schneizlreuther ist es wie erwähnt keine neue Situation. "Das kann man relativ gelassen sehen", so der Bauamtsleiter. "So lange wir Strom haben, ist alles kein Problem." Die Räumung der Bundesstraße übernehmen die Mitarbeiter des Bauhofes, die Dachlasten sind im Griff. Die letzten Helfer sind am Sonntagabend rechtzeitig abgereist. "Jetzt ist es ruhig im Ort."

Die Lawine, die am Sonntagabend gegen 21.30 Uhr auf die B305 am Gletschergarten runtergekommen ist, bestätigte die Sicherheitsvorkehrungen der Verantwortlichen.

Die Lawinenkommission möchte sobald wie möglich mit dem Hubschrauber erkunden, wie Lawinengefährlich es rund um Schneizlreuth noch ist. "Heute ist sicher noch gesperrt", ist sich Michael Faber sicher und meint den Montag. Er könnte sich durchaus auch vorstellen, dass die 48 Stunden voll gemacht werden und bis Dienstagabend die Straßen gesperrt bleiben. "Noch regnet es stark. Warten wir ab, was noch kommt."

"Das Verständnis ist sehr groß"

Abwarten heißt es auch in der Gemeinde Ramsau. Dort ist seit Sonntagabend nur noch eine Zufahrtsstraße für den Verkehr freigegeben, über Hochschwarzeck/Loipl. "Die zweite Straße über das Felsentor wird sicher bald wieder befahrbar sein", ist sich Bürgermeister Herbert Gschoßmann sicher. "Mitarbeiter des Straßenbauamtes und des Landratsamtes sind gerade unterwegs, um die gesperrten Straßen zu begutachten." Da es viele seien, dauere es eben seine Zeit.

Einzig für die Bewohner, die auf den Öffentlichen Personen Nahverkehr angewiesen seien, könnte es ärgerlich sein. Die müssten Termine, die sie am Montag außerhalb Ramsaus hätten, absagen. "Das Verständnis in der Bevölkerung ist aber sehr groß", lobt der Bürgermeister. "Egal ob es um Schneeräummaßnahmen oder Straßensperren geht, sie nehmen alles gelassen hin."

Regen entschärft die Lage

Immerhin sind auch in der Gemeinde andere Feuerwehren (wie beispielsweise die Berufsfeuerwehr München), das Technische Hilfswerk und die Bundeswehr im Einsatz. "Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gruppierungen klappt sehr gut."

Gute Zusammenarbeit unter den Rettungskräften

Das einzige was Herbert Gschossmann bis vor kurzem noch Sorgen bereitet hat, war der Schneebruch auf den Wegen. "Dass ein Fußgänger von einem Baum erschlagen werden hätte können, hat mich sehr beschäftigt." Durch den Regen in den letzten beiden Tagen ist die Gefahr entschärft worden und auch die Lawinenlage schaut gut aus. "Wir sind im engen Kontakt mit der Lawinenkommission und die ist wirklich sehr vorsichtig."

Nach wie vor melden sich Bürger bei der Gemeinde, die Sorgen haben, ob ihr Dach die Schneelast aushält. Dann kommt ein Baufachberater und beurteilt die Lage. Je nachdem wird empfohlen, das Dach abzuräumen oder nicht. "Vor allem in Tallagen gibt es dann meistens Entwarnung."

Entwarnung hatte es auch nach einem Lawinenabgang in Ramsau gegeben. "Die Lawine ist wirklich in komplett freiem Gebiet runtergekommen. Es ist außer dem Wald niemand zu Schaden gekommen."

cz

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