An der Abzweigung des Waxriessteigs

Nach drei Einsätzen in zwei Tagen: Schilder sollen Wanderer rechtzeitig warnen

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Diese provisorischen Schilder sollen im Laufe des Jahres durch Metalltafeln ersetzt werden.
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Schneizlreuth - Zuerst rettete die Bergwacht einen 67-jährigen Mann vom Poschberg. Anschließend verursachte dieser einen Unfall auf der B21. Um die Verstiegenen am Predigtstuhl nun rechtzeitig zu warnen, stellte der Deutsche Alpenverein provisorische Schilder auf.

Update, 11.13 Uhr - Pressemeldung BRK BGL

Nach insgesamt drei Einsätzen innerhalb von nur zwei Tagen, bei denen Wanderer im Abstieg vom Predigtstuhl die Abzweigung des Waxriessteigs unterhalb der Unteren Schlegelalm verfehlt und zum Teil sehr aufwendige Bergrettungen verursacht hatten, hat nun am Dienstagabend (13. August) die dort für den Wege-Unterhalt zuständige Reichenhaller Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) zusätzliche improvisierte Schilder auf dem Zieh- und Fußweg zur Poschhütte und an der vor wenigen Jahren neu gebauten Sackgassen-Forststraße angebracht, um Verstiegene rechtzeitig auf ihren Fehler hinzuweisen. Die Sofort-Maßnahme soll der Bergwacht weitere schlaflose Nächte am Poschberg ersparen.

Die Leute hatten die eigentlich gut sichtbaren und am vergangenen Mittwoch (7. August) vom Wegeteam aufgefrischten und ergänzten Weg-Markierungen und gelben Wegweiser schlichtweg übersehen. Während des Einsatzes von Sonntag auf Montag stand noch ein oranger Bau-Container an der Abzweigung des Waxriessteigs, der eventuell auch die Sicht versperrt hatte; am Dienstagabend war der Container dann nicht mehr da. Ein weiter vorne am Ende der Sackgassen-Forststraße abgestellter schwarzer Bauschutt-Container mit Forst-Abfällen hatte nichts damit zu tun. Die Leute, die teilweise zuvor sogar über den richtigen Verlauf des Waxriessteig aufgestiegen waren, folgten im Abstieg offensichtlich der wesentlich breiteren neuen Sackgassen-Forststraße und dem alten Ziehweg zur Posch-Jagdfütte, gingen dann einen alten, verfallenen Steig weiter, den sie dann im steilen und absturzgefährlichen Gelände verloren.

Eher unwahrscheinlich, dass dieser abgestellter Bauschutt-Container mit Forst-Abfällen den Wanderen die Sicht versperrt hatte.

Ein 67-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen hatte wie bereits eine Familie am frühen Freitagnachmittag und ein Duo aus München am Freitagabend offenbar die Abzweigung zum Waxriessteig verpasst und war an der Posch-Jagdhütte vorbei weglos abgestiegen. Während das Duo am Freitagabend in 770 Metern Höhe im Absturzgelände auf der Südwestseite des Bergs in Richtung Röthelbach-Forststraße festsaß, war der Mann am Sonntagabend nordöstlich übers Schneideck in Richtung des Kieswerks am Saalachsee abgestiegen und dann in rund 1.000 Metern Höhe im sehr steilen und unübersichtlichen Gelände ohne Licht nicht mehr weitergekommen, als es langsam dunkel wurde. Die Suche und Rettung dauerte wegen Dunkelheit und später Nebel und Regen fast 17 Stunden. In mehreren Schichten waren insgesamt 32 Bergretter zum Teil die ganze Nacht über und am Vormittag im Einsatz, wobei sie rund einen Kilometer Seile zur Absicherung und für Abseilstrecken verbauten.

Der Mann hatte die trockene und milde Nacht und auch den Niederschlag am Vormittag in seiner Regenkleidung gut überstanden und bewältigte den Aufstieg für die Retter unerwartet fit und zügig, hatte dann aber großes Pech, als er gegen 13 Uhr mit seinem Auto vom Waxries-Parkplatz auf die B21 einfuhr und einen schweren Verkehrsunfall verursachte. Die Einsatzkräfte hatten den Verstiegenen kurz zuvor nach der Nacht am Berg gründlich medizinisch untersucht, konnten aber weder Verletzungen noch eine internistische Erkrankung feststellen.

Dieser Schilder sollen Wanderer ab sofort warnen und der Bergwacht weitere schlaflose Nächte ersparen.

Pressemitteilung BRK BGL

Vorbericht

Die Bergwacht rettete in der Nacht zum Montag, den 12. August, zuerst einen 67-Jährigen Wanderer aus Nordrhein-Westfalen unverletzt vom Poschberg. Einige Stunden später verursachte der Urlauber einen Unfall auf der B21 mit sieben verletzten Personen. Die beiden Einsätze werfen Fragen auf.

Versperrt ein Baucontainer die Sicht auf die Wegbeschreibung?

In den vergangenen Wochen musste die Bergwacht immer wieder Bergsteiger am Poschberg retten, weil diese sich verstiegen hatten. Erst am vergangenen Freitag, den 9. August, musste eine Frau 120 Meter über eine Felswand abgeseilt werden. Für Markus Leitner, Pressesprecher der Bergwacht, verdecke ein Baucontainer die Sicht auf die Wegbeschreibung für die Bergsteiger, wie der BR berichtet. Die Forstverwaltung findet dagegen, dass das Schild gut sichtbar ist. 

Die Wanderer nahmen häufig eine neuere Forststraße zum Waxriessteig, der jedoch nach der Poschjagdhütte zu Ende ist. Die Bergsteiger gingen allerdings weiter, bis sie in einem steilen und felsigen Gelände festsaßen.

Deshalb bittet Strecker die Wanderer, sich nicht auf die Navigation auf dem Handy zu verlassen und aufmerksamer zu sein, wenn das Gelände unwegsamer wird. Sollten Bergsteiger nicht mehr auf dem richtigen Weg sein, sollen sie unverzüglich umdrehen.

67-Jähriger habe keine Verletzungen gehabt

Nach der Rettung wollten die Bergretter den Mann aus Nordrhein-Westfalen zu seinem Quartier bringen, das lehnte der Urlauber jedoch ab. Er habe sich bei seiner Rettung aktiv beteiligt und sei anschließend medizinisch durchgecheckt worden, so Stefan Strecker, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Bad Reichenhall, gegenüber dem BR. Dabei hätte der Mann keine Ausfallerscheinungen oder Verletzungen gehabt.

Vorbericht

Am Montagmorgen entdeckte ein Rettungshubschrauber den 67-jährigen Mann an der Nebelgrenze in etwa 1.000 Metern. Aufgrund von Wind, Nebel und steilen Felswänden dauerte der Einsatz mehrere Stunden. Nach seiner Rettung wollte der Mann vom Walries-Parkplatz auf die B21 am Saalachsee einbiegen. Dabei übersah er einen Honda und die beiden Autos kollidierten seitlich. Während ein Mercedes-Kombi noch rechtzeitig bremsen konnte, reagierte ein Lkw-Gespann nicht schnell genug und krachte in das Heck des Mercedes. Bei dem Unfall wurden sieben Personen verletzt.

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