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Bereits 2018 erste Vorplanungen

Wanderweg-Beschilderung in Schneizlreuth wird teurer als eingeplant - so viel wird es kosten

So soll bald auch die Beschilderung in Schneizlreuth aussehen
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So soll bald auch die Beschilderung in Schneizlreuth aussehen

Im Jahr 2018 wurden erste Vorplanungen zur Erstellung und Umsetzung einer durchgängigen Ausschilderung des Rad- und Wanderwegenetzes in der Gemeinde Schneizlreuth angestellt.

Schneizlreuth - Umgesetzt werden soll dies im Rahmen eines Leaderprojektes zusammen mit 25 weiteren Gemeinden zwischen Königsee und Tittmoning. Da die Beschilderung mit den europaweit einheitlichen gelben Schildern in den angrenzenden Gemeindegebieten wie Ramsau, Inzell oder Ruhpolding bereits abgeschlossen ist, und Informationen für Nutzer*innen dort auch digital im Internet oder mobil aufgerufen werden können ist es das erklärte Ziel, den „weißen Fleck“ auf den Wanderkarten in Schneizlreuth zu beseitigen.

Verzögerung lässt Kosten steigen

17 der ursprünglich eingeladenen 25 Gemeinden würden sich aktuell immer noch beteiligen. Für die Umsetzung hier, kämen nach derzeitigen Stand etwa 1,6 Millionen Euro an Gesamtkosten zusammen. Der Anteil der Gemeinde Schneizlreuth an den Gesamtkosten ist mit etwa 63.400 Euro (netto) veranschlagt, von denen die Kommune, abzüglich der Zuschüsse, etwa 31.500 Euro selber finanzieren müsste. Da sich die Umsetzung leider seit den ersten Planungen immer wieder stark verzögert hat, liegen diese Kosten nun gut 10.000 Euro höher als geplant, da zwischenzeitlich für nicht bemautete Wanderwege, für die Nutzer also kein Eintritts- oder Benutzungsentgelt bezahlen müssen, von der Kommune keine Vorsteuer mehr abgezogen werden kann.

Nur Schilder anbringen reicht nicht

Der Gemeinderat Schneizlreuth musste nun in der aktuellen Sitzung darüber entscheiden, ob die Gemeinde nach wie vor zum eingeleiteten Leaderprojekt steht, oder die Beschilderung in Eigenregie machen möchte. Ein wichtiger Aspekt war dabei auch, wie sich die Haftungsrisiken und -fragen für die Kommune darstellen. Um fundiertes Hintergrundwissen liefern zu können, hatte Bürgermeister Wolfgang Simon den Leaderbeauftragten des Landkreises Traunstein - Chiemgauer Alpen (LAG) und ausgewiesenen Fachmann, Herrn Kolja Zimmermann in die Sitzung geladen.

Dieser ließ die Entwicklung des gemeinsamen Leaderprojektes seit 2018 noch einmal Revue passieren. Er stellte heraus, dass es nicht alleine reicht, Schilder anzubringen. Die zugehörigen Wege müssten auch im verkehrssicheren Zustand erhalten, oder andernfalls, vorhandene Wege unbegehbar gemacht werden. Wichtig ist es, angebotene Wege durchgängig zu beschildern und Informationen, wie etwa den Schwierigkeitsgrad oder das Gefahrenpotenzial, durch klare Hinweise oder farblich unterschiedliche Kennzeichnungen zu definieren.

Infotmationstafeln sollen aufgestellt werden

Zudem sollten an den Ausgangspunkten, wie etwa den Wanderparkplätzen, Informationstafeln stehen, die Auskunft über diese Kennzeichnungen geben und weiter auf bestimmte alpine Gefahren, Schwierigkeitsgrade, besondere Wegeführungen, besondere Anforderungen an die Kondition oder zu Wettereinflüsse geben.

Nur so ist es laut Zimmermann möglich, die Haftungsrisiken für die Gemeinde auf ein Minimum zu reduzieren. Bei der Ausarbeitung des Beschilderungskonzeptes würden ausgewiesene Fachleute alle diese Kriterien beleuchten aufnehmen und entsprechend beschreiben. Zudem würden alle ausgeschilderten Wege und alle Standorte der Beschilderung auch digital aufgenommen, um diese auf digitalen Übersichtskarten aufrufbar zu machen. Zudem könnte eine beschädigtes Schild vom Schreibtisch aus sofort neu bestellt werden, da die Daten digital erfasst sind.

Träge Umsetzung wird bemängelt

In der folgenden Aussprache mit dem Gemeinderat wurde in erster Linie die träge Umsetzung bemängelt, die letztendlich nun auch den steuerlichen Nachteil verursacht hat und gefordert, nun einen konkreten Zeitplan bis zur Fertigstellung des Projekts vorzulegen. Zimmermann begründete die Verzögerungen unter anderem mit Corona, den dazwischen liegenden Gemeinderatswahlen oder der zögerlichen Zuarbeit einiger Gemeinden, vornehmlich aus dem Berchtesgadener Talkessel.

Aus diesen Gründen konnten die Vorplanungen erst Ende 2020 abgeschlossen werden. Wenn allerdings nun von allen 17 Gemeinden die Zustimmung zur Umsetzung bis zur Sommerpause vorliegen würden, sollte der konkreten Ausführung ab dem Frühjahr 2023 nichts mehr im Wege stehen, vorausgesetzt, die Herstellerfirmen können zeitnah liefern. Weiter wurde aus dem Gemeinderat heraus bemängelt, dass die Mitarbeiterin im Tourismusbüro auch oft lange auf Antworten zu ihren Fragen an die LAG warten musste. Zimmermann konnte dazu nichts sagen, da die LAG-Verantwortlichen für das Berchtesgadener Land in Mühldorf sitzen.

Auftrag zur Herstellung der Schilder vergeben

Nicht bestätigen konnten Zimmermann und Bürgermeister Simon, dass bereits ein Auftrag zur Herstellung von Schildern vergeben worden ist. Die Frage, ob mit einer professionellen Umsetzung über Leader dann auch die Haftungsfrage vom Tisch ist, bejahte Simon, wies aber darauf hin, das es wohl nie eine 100-prozentige Sicherheit geben kann, da jeder Richter prüfen wird, ob alles menschenmögliche getan wurde, um Schadensereignisse zu verhindern.

Eine sehr große Herausforderung in dieser Hinsicht wäre es deshalb, wenn die Gemeinde das Konzept selber ausarbeiten beziehungsweise umsetzen und sich nicht auf ausgewiesene Fachleute verlassen würde. Bezüglich der Beschlussvorlage riet Zimmermann dringend dazu, den Passus zur Übernahme der Verkehrssicherungspflicht herauszunehmen, da in 80 bis 90 Prozent der Fälle, die BaySF Grundbesitzer sind, denen dann auch die Verkehrssicherungspflicht obliegt.

Gemeinderat beschließt Beschilderung

Bei der finalen Abstimmung stimmten alle der zehn anwesenden Gemeinderät*innen dafür, die Beschilderung weiter über das Leaderprojekt umzusetzen. Passend zum Thema Tourismus nahm die neue Leiterin des Tourismusbüros Daniela Hopf die Gelegenheit wahr, sich kurz vorzustellen. Hopf wuchs in der Gastronomie, beziehungsweise Hotelerie auf und arbeitete lange Zeit auch beruflich dort. Danach lag ihr Wirkungsfeld im Web-Design. Seit 1. Mai betreut sie nun das Tourismusbüro in der Gemeinde. Ihre Vorgängerin Lisi Holzner wechselt in die Finanzverwaltung der Gemeinde. Als nächstes Ziel nannte Hopf die Schaffung eines eigenen Logos.

Zudem will sie sich bemühen, ein gutes Verhältnis zwischen Vermieter*innen und der Kommune herzustellen und zu pflegen, damit gemeinsam das Thema Tourismus weiterentwickelt und vorangebracht werden kann. Eine erste Grundlage soll bereits in der Vermieterversammlung am 15. Juni geschaffen werden.

wb

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