Zum geplanten Wasserkraftwerk Schneizlreuth

Betreiber verspricht noch mehr Sicherheit

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Die Stellungnahme der Gemeinde zum geplanten Wasserkraftwerk zwischen Unken und Schneizlreuth sieht der künftige Betreiber eher als Vorteil.
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Schneizlreuth - Vergangenen Dienstag (29. Oktober) hat der Gemeinderat Schneizlreuth seine Stellungnahme zu dem geplanten Wasserkraftwerk abgegeben. Der Betreiber begrüßt die Stellungnahme, obwohl die Gemeinde das Projekt ablehnt.

In 18 Punkten auf sieben Seiten hat die Gemeindeverwaltung Schneizlreuth eine Stellungnahme erarbeitet, warum sie das geplante grenzüberschreitende Wasserkraftwerk zwischen Unken und Schneizlreuth ablehnt. Dennoch hat sich der künftige Betreiber, Josef Reschen, gegenüber BGLand24.de positiv über die Stellungnahme geäußert: "Wir sehen es eher als Vorteil, dass sich die Gemeinde Schneizlreuth in ihrer Stellungnahme nicht auf die öffentlich rechtlichen Belange der Gemeinde beschränkt, sondern ausführlich ins Detail geht. So kann im behördlichen Bewilligungsverfahren auf all die vorgebrachten Einzelheiten eingegangen werden."

Reschen und sein Team von der Wasserkraft Schneizlreuth GmbH & Co. KG sind sich sicher, "den überwiegenden Teil der Bedenken durch die auf wissenschaftlicher Basis arbeitenden Planer und Gutachter" ausräumen zu können. "In einigen Fällen kann es auch zu Anpassungen im Bau und im Betrieb kommen, um den Bedenken Rechnung zu tragen", so Reschen in einer schriftlichen Stellungnahmen.

Wasserkraftwerk-Betreiber: "Wunsch nach mehr Sicherheit erfüllen"

Schneizlreuths Bürgermeister Wolfgang Simon will Sicherheiten.

Vor allem um das Trinkwasser macht sich die Gemeinde Schneizlreuth Sorgen. Es wird befürchtet, dass der Trinkwasserbrunnen, zwischen Haiderhof und Saalach gelegen, Schaden nehmen könnte. "Wen kann ich zur Rechenschaft ziehen, wenn der Brunnen dann doch verunreinigt ist? Wenn in 30 bis 50 Jahren ein Problem auftritt?" fordert Bürgermeister Wolfgang Simon Sicherheiten.

Der künftige Betreiber betont: "Der Hydrogeologe Wolfgang Gadermayr, der als Gutachter der Gemeinde in deren Auftrag auch das Schutzgebiet des Brunnens für die Verlängerung der amtlichen Bewilligung untersucht, hat die künftige Sicherheit des Brunnens schlüssig nachgewiesen. Laut Herrn Gadermayr bestätigen auch alle für das Schutzgebiet im Auftrag der Gemeinde durchgeführten Untersuchungen die Gefahrlosigkeit des Wasserkraftprojekts."

Aber er verspricht auch mehr Sicherheit: "Nach einer Empfehlung von Gadermayr soll durch anerkannte Methoden in gewissen zeitlichen Abständen die Dichtheit des Triebwasserstollens überprüft werden. Dabei wird untersucht, ob bei vollem Wasserdruck von 120 Millionen Liter Wasser ein Verlust von 2 Litern pro Sekunde nachweisbar ist. So genau sind die modernen Prüfmethoden. Man wird die zeitlichen Abstände der Überprüfungen verkürzen können, um den Wunsch der Gemeinde nach noch mehr Sicherheit zu erfüllen."

Kraftwerksprojekt Unken-Schneizlreuth wird ökologisch ganzheitlich betrachtet

"Die Einbindung der Baustellenzufahrt in die B21 wurde entsprechend den Vorgaben des Bauamtes gestaltet, sie ist mit einer sogenannten Schleppkurve entworfen, die ein gefahrloses Einbinden des Baustellenverkehrs ermöglicht. Die zusätzliche Mehrbelastung der B21 ist minimal, sie kann mit rund drei LKW pro Stunde angenommen werden. Das ist sehr wenig im Vergleich mit der derzeitigen Verkehrsbelastung der Straße", versucht Josef Reschen die Befürchtung zu nehmen, dass die Schneizlreuther durch den Baustellenverkehr noch mehr geplagt werden. Immerhin rechnet er mit einer Bauzeit von 2,5 Jahren.

Für die Scheizlreuther soll die Saalach ein Kulturraum bleiben.

Reschen versucht auch, die Bedenken bezüglich des Naherholungsraumes Saalach zu zerstreuen: "Diesbezüglich wird das Projekt derzeit von der dafür kompetenten Fachbehörde, nämlich vom Landesamt für Umwelt, geprüft. Deren Beurteilung wird im Bewilligungsverfahren maßgeblich sein und berücksichtigt werden. Sowohl bei der Gewässerökologie als auch beim Landschafts- und Naturschutz wird das Kraftwerksprojekt gesamtheitlich, also auch hinsichtlich der Auswirkungen im Nachbarstaat Österreich, betrachtet. Davon kann man sich in den im Rathaus Schneizlreuth ausgelegten Unterlagen überzeugen."

Krafthaus gleichzeitig ein Schaukraftwerk?

Diese Unterlagen liegen noch heute (Montag, 4. November) im Rathaus aus. Dann haben die Bürger bis 4. Dezember Zeit, ihrerseits Stellungnahmen abzugeben, die die Gemeinde dann ans Landratsamt, als zuständige Genehmigungsbehörde, übermittelt. Sobald alle Einwendungen geprüft sind, wird bei einem Erörterungstermin versucht, Lösungen zu finden. Danach wird innerhalb des Landratsamtes entschieden, ob die Genehmigung erteilt wird.

Reschen, als künftiger Betreiber führt abschließend noch zwei Punkte für das geplante Ausleitungskraftwerk an: "Es wird noch zu diskutieren sein, ob das Krafthaus in Unterjettenberg sogar als Schaukraftwerk gestaltet wird. Gerade Touristen aus flacheren Landesteilen können daran ein Interesse haben. (...) Das Projekt des Wasserkraftwerks Schneizlreuth ist von den besten Fachleuten Bayerns und Salzburgs mit großer Achtung vor der Natur nach ökologisch-wissenschaftlichen Grundsätzen entworfen worden. Wenn sich aus der laufenden Diskussion der Bedarf und die Möglichkeit an zusätzlichen Verbesserungen ergibt, werden diese in das Projekt einbezogen."

cz

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