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Schreckliche Bilder aus Ulrichsholz

Mutmaßlicher Wolfsriss in Schneizlreuth: Verendete Hirschkuh weist eindeutige Indizien auf

Die mutmaßlich durch einen Wolf getötete, wildlebende Hirschkuh wurde in diesem Gebiet gefunden.
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Die mutmaßlich durch einen Wolf getötete, wildlebende Hirschkuh wurde in diesem Gebiet gefunden.

Eine gerissene Hirschkuh sorgt seit mehreren Tagen für Gesprächsstoff in der Gemeinde Schneizlreuth. Erst am vergangenen Freitag (7. Oktober) wurde öffentlich, dass das getötete Tier bereits am 3. Oktober im Ortsteil Ulrichsholz - auf der Wiese zwischen Stidl- und Wastlbauer - von Anwohner gefunden wurde. Vieles deutet offenbar daraufhin, dass ein Wolf dahinter steckt.

Schneizlreuth - Wie aus einer Information der LfU-Fachstelle für große Beutegreifer vom 5. Oktober im Internet hervorgeht, hält die Fachbehörde den Riss durch einen Wolf als wahrscheinlich. Weiter heißt, dass erst die durch einen Mitarbeiter des LfU an der Fundstelle genommenen Proben weitere Aufschlüsse zum Rissverursacher geben werden. Diese werden derzeit einer genetischen Untersuchung im nationalen Referenzlabor für Deutschland (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung) unterzogen.

Wenige gezielte Zahneinstiche eines „großen Hundeartigen“

Zusammen mit einem Vertreter des örtlichen Jagdberechtigten wurde versucht, den Vorfall vor Ort zu rekonstruieren. Aufgrund der Spurenlage, wurde die Hirschkuh vermutlich bereits im Wald oberhalb der Fundstelle gejagt. Vor dem Kadaver war auf der Wiese offensichtlich auch noch eine Schleifspur gut zu erkennen. Dass es sich beim Angreifer offenbar um einen geübten Hetzjäger handelte, machen die Fachleute unter anderem an dem gezielten Kehlbiss, erkennbar durch wenige gezielte Zahneinstiche eines „großen Hundeartigen“ und der Nutzung von mehreren Kilogramm Muskelmasse fest.

Wie der Vertreter des LfU weiter feststellte, wurde der Kadaver offenbar so zeitnah nach dem Übergriff gefunden, dass so genannte Nachnutzer wie etwa Rotfüchse und fliegende Aasfresser sich nicht weiter bedienen konnten. Entdeckt hatte die Hirschkuh der Wastlbauer Christian Bauregger, wie er schilderte, als er morgens, beim Zähneputzen, aus dem Badfenster schaute.

Achtung! Nachfolgendes Bild könnte verstörend wirken!

Der Kadaver der gerissenen Hirschkuh.

Zügig informierte er dann die Nachbar und den zuständigen Jagdpächter. Wie Bauregger erklärte, nahm schon bald danach ein Jäger die Spurensuche auf und auch die Wolfsbeauftragte des Bauernverbandes für die Landkreise Traunstein und Berchtesgadenere Land, Gabi Thanbichler aus Teisendorf machte sich vor Ort ein Bild von dem Vorfall. Die vom Jäger, in der Hoffnung, dass der Angreifer noch einmal zu seiner Beute zurückkehrt aufgestellten Fotofallen, erbrachten offenbar keinerlei Ergebnis.

Glücklicherweise keine Schafe gerissen

Für Bauregger ist es ein Glück, dass nicht auch Schafe gerissen wurden, die in unmittelbarer Nähe, mit einem Elektrozaun eingezäunt im Freien weideten. Auf Anfrage wollte sich die Wolfsbeauftragte Gabi Thannbichler nicht konkret zu dem Vorfall äußern. Zuständig sei nämlich grundsätzlich das LfU.

Eine offizielle Presseanfrage wurde bisher vom LfU noch nicht beantwortet. Ob es sich bei dem Angreifer tatsächlich um einen Wolf handelt, wird erst nach den bereits erwähnten Untersuchungen feststehen, die etwa zwei Wochen oder auch länger Zeit in Anspruch nehmen könnten. Erst dann könne auch gesagt werden, ob er Wolf bereits bekannt ist und anderswo bereits auffällig war. Sie wolle deshalb keine Gerüchte streuen, die sich später vielleicht gar nicht bestätigten. Deshalb sei auch bisher offiziell keine Presseinformation erfolgt.

Die Landwirte in der Umgebung seien aber informiert worden. Wie der Jagdpächter Michael Dorrer auf Nachfrage informierte, wurde bisher in seinen Jagdgebieten noch nie ein Hinweis auf einen Wolf wahrgenommen.

Thema „Wolf“ von vielen noch nicht ernst genommen?

Weder durch verdächtige Spuren, noch durch Aufnahmen auf Wildkameras. Bezugnehmend auf andere Vorfälle im Landkreis ist Dorrer der Meinung, dass das Thema Wolf von verschiedenen Seiten noch immer auf die leichte Schulter genommen wird. Seine Wahrnehmung sei, dass auch die Menschen durchaus Angst vor diesem großen Beutegreifer haben.

Hans Niederberger, der ebenfalls Jagdberechtigter im Gemeindegebiet ist bestätigte ebenfalls, dass er in seinem Jagdgebiet noch nie Anzeichen auf den Wolf wahrgenommen und ihm auch nie etwas gemeldet wurde.

wb

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